Die Kunst der Partizipation in der Schule:  (Entwicklungs-)Prozesse der Schüler:innenpartizipation aus Sicht von Schulpraxis und Wissenschaft

Die Tagung «Die Kunst der Partizipation in der Schule» lud ein, gemeinsam Erfahrungen, Ansätze und Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Partizipation von Schüler:innen zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Inhalt dieser Seite

Steckbrief

Datum
11.–12. April 2024
Ort
PH Zürich, Lagerstrasse 2, 8004 Zürich
Illustration zur Tagung «Die Kunst der Partizipation in der Schule»

Tagungsinhalt

Viele Schulen möchten dem Thema Partizipation von Schülerinnen und Schülern mehr Gewicht verleihen. Die Vorstellung von Schülerinnen und Schülern, die aktiv mitdenken und sich beteiligen, ist heutzutage ein gesellschaftliches Ideal, das durch den Weg der Partizipation erreicht wird. Dies wird nicht länger dem Goodwill überlassen, sondern ist in der Gesetzgebung (Kinderrechte und kantonale Schulgesetze in der Schweiz) als klare Erwartung formuliert.

Inspiriert durch das Projekt «Partizipative Schulentwicklung – Unterricht mit Schülerinnen und Schülern gestalten» (PASUS) strebte die Tagung «Die Kunst der Partizipation in der Schule» an, das Bild der schulischen Partizipation aufzufrischen, neue Facetten und Farben hinzuzufügen und das entstandene Bild aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Alle Interessierten, Erfahrenen und Neugierigen aus der Wissenschaft und der Praxis waren herzlich eingeladen, gemeinsam an der PH Zürich Erfahrungen, Ansätze und Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Partizipation von Schülerinnen und Schülern zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Besonders sollte der Fokus auf (Entwicklungs-) Prozesse einer partizipativen Praxis gerichtet und gemeinsam folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Was bedeutet Partizipation für die Schule? Welche (unerwartete) Konsequenzen hat sie?
  • Wie kann Partizipation in Schule und Unterricht weiterentwickelt werden? Üben im Kleinen oder die Partizipation leben?
  • Wer ist Mitglied der Schulgemeinschaft und wer hat eine Stimme? Wer ist in welcher Weise an der Entwicklung beteiligt?
  • Wie können Schulpraxis und Forschung zusammenarbeiten? Welche Ansätze, Erfahrungen und Erwartungen gibt es?

Die Tagung selbst wurde partizipativ gestaltet und richtete sich an ein Publikum aus Schulpraxis, Wissenschaft, Bildungsverwaltung und -politik.

Preis

  • Reguläre Teilnehme:rinnen: 180 Franken
  • PhD-Student:innen: 100 Franken

Tagungsprogramm

Donnerstag, 11. April 2024

Zeit Programmpunkt Raum
16.30 Uhr

Begrüssung durch Prof. Dr. Tobias Leonhard

Keynote mit Diskussion

Prof. Dr. Sabine Bollig, Universität Trier

Zwischen Schülerjobs, Jugendkultur und Milieu – Kinder als Akteure von Kindergarten und Schule – fiel aufgrund von Krankheit aus

Hörsaal LAA-G001
17.45 Uhr Pause
18.00 Uhr

Vorstellung des PASUS-Projekts

Partizipative Schulentwicklung: Unterricht mit Schüler:innen gestalten

Hörsaal LAA-G001
19.00 Uhr Apéro riche Mensa

Freitag, 12. April 2024

Zeit Programmpunkt Raum
08.30 Uhr

Ankommen

Vorstellung der künstlerischen Partizipationslabore

Kaffee, Begrüssung

Eingangs­bereich Gebäude LAA

09.00 Uhr Parallel-Sessions I
10.30 Uhr Kaffee und Verpflegung Mensa
11.00 Uhr Parallel-Sessions II
13.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr

Keynote

Prof. Dr. Birgit Hüpping, PH Ludwigsburg

Kinder als Expert:innen ihrer Lebenswelt? Gestaltung schulischer Lern- und Lebensräume durch partizipative Forschung

Hörsaal LAA-G001

15.15 Uhr Parallel-Sessions III
16.20 Uhr

Abschluss im Plenum

Künstlerischer Rückblick

Hörsaal LAA-G001
17.00 Uhr Apéro Mensa

Keynotes

Zwischen Schülerjob, Jugendkultur und Milieu – Kinder als Akteure von Kindergarten und Schule

Prof. Dr. Sabine Bollig (Universität Trier); fiel aufgrund von Krankheit aus

Der Vortrag führte in Erkenntnisse der akteursorientierten Kindheitsforschung ein. Wie Kinder zu Akteuren werden, das heisst, ihr Leben und das um sie herum verändern, wurde hier über das Konzept einer relationalen Akteurschaft (agency) erschlossen. In den Fokus rückten entsprechend die sozialen Situationen, in denen Kinder je unterschiedlich zu Akteuren «gemacht» und wirksam werden. Welche Rolle dabei die Institutionen und Peer-Groups, in denen sich Kinder bewegen sowie gesellschaftliche Ungleichheitsordnungen (Alter, Klasse/​Milieu, Migration) spielen, wurde an Beispielen aus der Forschung zu Kindern als Akteuren von (Vor-) Schulen aufgezeigt.

Abstract lesen

Partizipative Schulentwicklung: Unterricht mit Schüler:innen gestalten

PASUS-Team: Schüler:innen sowie Lehrpersonen aus den Schulen Hedingen, Milchbuck, Riedtli und Uetikon am See; Zentrum für Schulentwicklung der PH Zürich

Im Projekt «Partizipative Schulentwicklung – Unterricht mit Schüler:innen gestalten» (PASUS) haben vier Sekundarschulen aus dem Kanton Zürich mit Forschenden des Zentrums für Schulentwicklung gemeinsam neue Praktiken der Partizipation entwickelt und ausprobiert, die über bewährte Formen wie Klassenrat oder Schulparlament hinausgehen. Die Leitfrage dabei war: Wie können Schulentwicklungsprozesse, die auf das schulische Lernen abzielen, mit Schüler:innen gestaltet werden? In der Kooperation wurden die Grenzen dessen, was als «normal» gilt, verschoben und ausgetestet.

Im Beitrag wurden Erfahrungen aus den verschiedenen Perspektiven – Schüler:innen, Lehrpersonen und Forschende – präsentiert.

Kinder als Expert:innen ihrer Lebenswelt? Gestaltung schulischer Lern- und Lebensräume durch partizipative Forschung

Prof. Dr. Birgit Hüpping (PH Ludwigsburg)

Die Relevanz von Partizipation in der Schule ist nicht neu, wie sich anhand von demokratischen, anerkennungstheoretischen, lern- und motivationspsychologischen Fundierungen von Partizipation skizzieren lässt, die mit einer rechtebasierten Umsetzung von Inklusion und der Wahrung der UN-Kinderrechte korrespondieren (vgl. Büker et al. 2021). Die Umsetzung in der Schule zeigt jedoch, dass sich Kinder und Jugendliche mehr Einfluss wünschen (Andresen et al. 2019, Ertl et al. 2022).

Partizipative Forschung bietet eine Anschlussmöglichkeit, auf Angelegenheiten einzugehen, die Schüler:innen betreffen. Dabei durchlaufen sie als Co-Forschende gemeinsam mit erwachsenen Forscher:innen einen Forschungsprozess (Spriggs & Gillam, von Unger 2014, Wöhrer et al. 2017). Ausgehend von ihren Anliegen ermöglicht dieser Ansatz Schüler:innen, den Lern- und Lebensraum Schule als Teil ihrer Lebenswelt forschend zu verstehen, zu gestalten und zu verändern.

Ziel des Vortrags war es, partizipative Forschung mit Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule zu entfalten und Potenziale sowie Fallstricke dieses «Forschungsstils» (Bergold & Thomas 2019) kritisch zu beleuchten. Der Vortrag rückte drei zentrale Punkte in den Fokus: das Verständnis partizipativer Forschung, die Gestaltung von Forschungsbeziehungen sowie die Berücksichtigung einer situativen Ethik.

Abstract lesen

Künstlerische Par­ti­zi­pa­tions­labore

Freitag, 9–10.30 Uhr, 11–12 Uhr und 15.15–16.15 Uhr, Raum LAA-J014

Was wäre Partizipation ohne Begegnung? Kann sie überhaupt stattfinden? Wie sollen Begegnungen gestaltet sein, um Partizipation zu ermöglichen? Lasst uns ein paar Schritte zurückgehen und gemeinsam schauen, auf welchem Grund wir uns bewegen. Die Performance-Künstlerin Marinka Limat gab Einblick in ihre «Kunst der Begegnung». Seit über 10 Jahren erforscht sie das Zwischenmenschliche. Mit ihr soll Begegnung durch Bewegung erprobt werden: ohne Worte, mit voller Präsenz und verankert im Körper. Marinka Limat entwickelte mit den Teilnehmer:innen einen neuen Zugang des Begegnens und kreierte eine Grundlage für partizipative Prozesse.

Freitag, 9–10 Uhr, 11–12 Uhr und 15.15–16.15 Uhr, Raum LAB-J055a

Zeichnen hat eine Unmittelbarkeit, die Kommunikation und Verbindung zwischen Menschen in partizipativen Prozessen verstärken kann. Der Künstler Mariano Gaich lud ein, mit Zeichnungsmaterialien vielfältige Wahrnehmungsmöglichkeiten in den Räumlichkeiten der PH Zürich zu erfahren. Mit angeleiteten Übungen und durch Reflexion wurden die Dialog- und Kontaktzonen der Teilnehmenden geöffnet. Die Erfahrung unterstützte alle Interessierten dabei, Unterricht und Schulkultur gemeinsam und partizipativ weiterzuentwickeln.

Gemeinsam setzen wir einen Teig an: den Teig der Partizipation. Welche Bestandteile brauchen wir? Wie können wir den Gärungsprozess unterstützen? Und welche Brote wollen wir formen? Die Kunstvermittlerin Laura Zachmann war während der Tagung mit einer mobilen Brotbackstation unterwegs und verarbeitete im Gespräch mit den Tagungsteilnehmer:innen den Teig und die Inhalte der Tagung. Wobei das Ringen mit dem Teig und die Absicht ihn in eine ansprechende Form zu bringen, sinnbildlich für partizipatives Arbeiten an Schulen stand. So vermochten die fertig gebackenen Brote uns vielleicht etwas über die Kunst der Partizipation verraten.

Sessions

Parallelsessions I – Freitag, 9 bis 10.30 Uhr

IA1

Miteinander lernen für eine nachhaltige Zukunft – Partizipation im inklusiven Unterricht

Sandra Fischer

In diesem Beitrag wurde ein Einblick in das Lehr-Lern-Projekt «So geht inklusiv» gegeben, das Möglichkeiten der Mitgestaltung von Schüler:innen im Rahmen inklusiver Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Blick nimmt.

Auf Projektebene werden den beteiligten Akteur:innen – Schüler:innen, Studierenden und Mitgliedern multiprofessioneller Teams – gemeinsame Handlungs- und Erfahrungsräume geboten. Die Schüler:innen sind als Expert:innen in eigener Sache adressiert, ihre Perspektive wird als relevantes Moment in Lehr-Lern-Prozessen betrachtet.

Leitend sollte der Fragestellung nachgegangen werden, wie Möglichkeitsräume für die Partizipation von Schüler:innen mit und ohne Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung eröffnet werden können.

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IA2

Partizipation in inklusionssensiblen Lehr- und Lernsituationen – ein Modulkonzept

Seline Soom und Simone Meili

Inklusion verstanden als ein menschenrechtlicher Ansatz, ist eng mit demokratischen Grundwerten verbunden. Das Recht der Partizipation bekommt in diesem Zusammenhang eine grosse Bedeutung. Beteiligung im Unterricht für alle Schüler:innen ist jedoch noch keine Selbstverständlichkeit.

Im Studienschwerpunkt «Heilpädagogik im Bereich Lernen» an der Hochschule für Heilpädagogik (HfH) beschäftigen sich Studierende mit der Unterrichtsgestaltung von inklusionssensiblen Lehr- und Lernsituationen.

Mit diesem Beitrag wurde anhand konkreter Unterrichtsbeispiele die Frage diskutiert, wie die erarbeiteten Aktionen im eigenen Unterricht weitergeführt werden können.

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IA3

Partizipation am gemeinsamen Lerngeschehen als zentraler Aspekt inklusiver Bildung

Christoph Suter

Ein partizipativ gestalteter Unterricht umfasst auch die Ebene der Teilhabe beim gemeinsamen Lernen im Unterricht. Dazu braucht es Unterrichtssettings, die dies berücksichtigen und fördern. Dies in kollaborativer Forschungs- und Entwicklungstätigkeit zu konzipieren und zu erproben stand im Zentrum des im Englischunterricht auf der Primarstufe angesiedelten Projekts, das in der Präsentation kontextualisiert, vorgestellt und diskutiert wurde.

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IB1

«Demokratie und Partizipation» im Schulkreis Waidberg

Gabriela Rothenfluh und Pascal Zwicky

Im Stadtzürcher Schulkreis Waidberg hat die Kreisschulbehörde (KSB) den 15 Schulen das Schwerpunktthema «Demokratie und Partizipation» vorgegeben. Während der laufenden Legislatur (2022–2026) müssen sich alle Schulen mit der Thematik beschäftigen – sie entscheiden aber selbst, worauf sie fokussieren und wie sie das Thema bearbeiten möchten. Zwischenfazit: Das Schwerpunktthema entfaltet Wirkung, bislang vor allem im Bereich der Schüler:innenpartizipation. An der Tagung wurde die Idee und den Prozess hinter dem Schwerpunktthema «Demokratie und Partizipation» genauer vorgestellt und das Ganze mit den anwesenden Fachleuten aus verschiedenen Bereichen diskutiert.

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IB2

Jugendparlament Kanton Luzern (JuKaLu)

Salima Strack und Thomas Kirchschläger

Das Jugendparlament des Kantons Luzern ermöglicht Jugendlichen im Alter von 14 bis 25 Jahren seit 2014 eine Möglichkeit, sich aktiv an der Alltagspolitik zu beteiligen. Unterstützt von der Pädagogischen Hochschule Luzern organisiert der Verein jährlich die Jugendsession, bei der Teilnehmer:innen als Kantonsräte agieren und Forderungen zu aktuellen Themen erarbeiten. Die jüngste Session setzte sich für die Einführung einer wöchentlichen politischen Bildungsstunde auf der Sekundarstufe I ein. In einer dialogischen Tagungsform wurden folgende Leitfragen diskutiert: Wie geschieht Beteiligung und Anerkennung bei Kindern und Jugendlichen in einem kantonalen Jugendparlament? Was gelingt? Was wäre hilfreich und wichtig?

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IB3

Sprechen und gehört werden!? Voraussetzungen für Partizipation in herausfordernder Lage aus Schüler:innen-Sicht

Nico Leonhardt

Die aktive Einbeziehung von Schüler:innen im Schulalltag ist ein wesentliches Ziel inklusiver Pädagogik. Offen bleibt zumeist, welche konkreten Fähigkeiten, Erfahrungen oder Lebenswelten in bisher üblichen partizipativen Formaten nahezu vorausgesetzt werden und inwieweit beispielsweise die soziale und/​oder kulturelle Herkunft der Schüler:innen Auswirkungen auf die Ausübung partizipationsorientierter Prozesse haben.

Der Beitrag zeigte auf, welche Herausforderungen/​Barrieren von Schüler:innen in einem Stadtteil in herausfordernder Lage gesehen werden. Dabei wurden anhand vielfältiger Erhebungsmomente im Forschungsprojekt InSide verschiedene Erkenntnisse zu Voraussetzungen für Partizipation vorgestellt.

Diskussionsfragen

Welche (weiteren) zentralen Voraussetzungen für Partizipation würden Sie aus Ihrer Arbeit heraus benennen?

Welche gelingenden Praxisbeispiele sind Ihnen bekannt, dass wirklich alle mitwirken können?

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IC1

Lerngespräche als partizipativer Ort – Wie werden Kinder als Akteure an Lerngesprächen beteiligt?

Damaris Knapp

Da Lerngespräche das Ziel haben mit Kindern über ihr Lernen zu sprechen und dieses zu reflektieren, werden sie zu einem Ort der Partizipation. Die im Rahmen einer qualitativ-rekonstruktiven Studie videografierten Lerngespräche an Grundschulen werden auf der Grundlage der Grounded Theory kodiert und ausgewertet. Dabei geht es vorrangig darum, wie und inwieweit Kinder als aktive Gesprächspartner:innen positioniert und aktiv beteiligt werden. Ebenso werden partizipationsförderliche und partizipationshemmende Faktoren extrahiert. Erste Ergebnisse wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

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IC2

Partizipationsmöglichkeiten im inklusiven Unterricht – wie geht das?

Elisabeth Jaksche-Hoffman, Vesna Kucher, Martina Damej

In diesem Beitrag wurde der Frage nachgegangen, wie Teilhabe und Mitbestimmung in einem inklusiven Schulsetting ermöglicht werden kann. Dabei wurde der Fokus auf die pädagogisch-didaktischen Gestaltungs­möglichkeiten von Lehr- und Lernprozessen im Unterricht gelegt: Eigenständiges Lernen und Arbeiten, Teamteaching, Kind-Eltern-Lehrer:innen-Gespräche und die Relevanz der Beziehungsebene.  Nach einer Darstellung der Studienergebnisse wurden folgende Fragen mit den Teilnehmer:innen diskutieren:

Wie kann Partizipation auf Unterrichtsebene gelingen und welche Herausforderungen sind damit verbunden?

Welche Möglichkeiten gibt es, mit strukturellen Barrieren und verschiedenen Erwartungshaltungen von Schüler:innen und Erziehungsberechtigten umzugehen?

Wie kann man in einer nicht partizipativ angelegten Struktur eine partizipative Kultur entwickeln?

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IC3

Zwischen Resonanz und Entfremdung: Partizipation von Schüler:innen an Lernentwicklungsgesprächen.

Sonja Wodnek

In diesem Beitrag wurde eine ethno-methodologische Studie zu Kind-Erziehungsberechtigte-Lehrpersonen-Gesprächen an Österreichischen Pflichtschulen vorgestellt. Die Thematisierung von Lernentwicklung, schulischem Wohlbefinden, Arbeitsverhalten sowie familiären Lernbedingungen in der triadischen Gesprächsform ist ein integrierter Bestandteil schulischer Praxis (Bonanati 2018, Häbig 2018). Die UN-Kinderrechtskonvention unterstreicht die Notwendigkeit der Teilnahme von Kindern an Diskussionen, die sie selbst betreffen.

Der Beitrag griff das Format des Dialogs mit Kindern im Primarschulalter im Kontext von Schulpraxis und Forschung auf, die Erhebungsmethode des Dialogs am Beispiel der Gruppendiskussion der Kinder vorstellen und mit weiteren Erkenntnissen verknüpfen. Die Teilnehmenden wurden ebenso dialogisch aktiv eingebunden.

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ID1 

Schüler:innen und Lehramtsstudierende als Akteur:innen in der Erforschung des Phänomens Cybermobbing

Kornelia Tischler, Vesna Kucher, Martina Damej

Das Kooperationsprojekt zwischen Universität und einer Schule widmet sich dem Thema Cybermobbing, um Daten zur Prävalenz, zum Begriffsverständnis, zur Wahrnehmung, Prävention und Intervention mehrperspektivisch zu erheben. Das Forschungsvorhaben, mittels Mixed-Methods-Ansatz umgesetzt, ist dem partizipativen Paradigma verpflichtet, das heisst, es wird gemeinsam mit allen (hoch-)schulischen Akteur:innen durchgeführt. Nach dem Vortrag wurden insbesondere folgende Fragen diskutiert:

Welche Chancen aber auch Herausforderungen ergeben sich im Verlauf des Forschungsprozesses?

Welche ethischen Aspekte müssen mitgedacht und reflektiert werden?

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ID2

Zwischen Lust und Frust: Wenn Lehrpersonen und Forschende zusammenarbeiten. Erfahrungen aus dem PASUS-Projekt

Daniela Müller-Kuhn

Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt PASUS bilden in jeder der vier am Projekt beteiligten Sekundarschulen eine Lehrperson sowie zwei Forschende ein Kernteam. Ziel des Kernteams ist es, die Projektinhalte partizipativ anzugehen und mit Einbezug der Schulgemeinschaft umzusetzen. Im Kernteam wurden erfolgte Projektschritte nachbesprochen und nächste Projektschritte geplant. In der vorgesehenen Präsentation wird die Zusammenarbeit der Lehrperson und der Forschenden im Kernteam vorgestellt. Hierfür wurden Sitzungsprotokolle inhaltsanalytisch ausgewertet und es wird Bezug genommen auf drei Konzepte aus der Literatur.

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ID3

«Wie fühlt sich Schule an?» Leitbildarbeit mit Schüler:innen als Element demokratischer Schulentwicklung

Katharina Weiand

«Wie fühlt sich Schule an?» Leitbildarbeit mit Schüler:innen als Element demokratischer Schulentwicklung.

Im Rahmen der Leitbildentwicklung waren im deutschlandweiten BMBF-Projekt «Leistung macht Schule» (LemaS 2018–2023) idealerweise alle Akteursgruppen einer Schule aktiv beteiligt – in der Realität war dies oftmals, jedoch nicht immer der Fall.

Im Beitrag wurden Schlaglichter auf in die partizipative Leitbildentwicklung mit Schülerinnen und Schülern als Element demokratischer Schulentwicklung an drei Schulen geworfen. Zudem wurden Erfahrungen von im Projekt beteiligten Schulleitungen und Lehrpersonen wiedergegeben, die rückblickend Bedingungen zum Gelingen der Leitbildentwicklung mit Schülerinnen und Schüler formuliert haben. In der Verknüpfung von Schulentwicklung und Demokratiebildung – so die Annahme dieses Beitrags – liegt ein wertvoller Impuls, der in der schulischen Praxis genutzt werden kann.

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IE1

Partizipative Gestaltung von Lernräumen

Michael Baumgartner, Ulrike Sandner und Schüler:innen

Die Sekundarschule Campus Glattal wurde in einem ehemaligen Büroturm errichtet. Zur Gestaltung der Lernräume fand ein Partizipationsprojekt statt, an dem alle Schüler:innen der ersten Sekundarklassen sowie ein Architektenteam beteiligt waren. Durch die Zusammenarbeit von Schüler:innen, Lehrpersonen, Schulleitung, Schulbehörden und Architekt:innen entstanden alternative Lernräume, die den Bedürfnissen der Schüler:innen entsprechen. 

Auf der Konferenz «Die Kunst der Partizipation in der Schule» stellten wir Ihnen die Vorgehensweise, Erfolge und Hindernisse des Projekts vor. In der Diskussion befassten wir uns mit Fragen zum Spannungsfeld zwischen dem Mitgestaltungsrecht von Schüler:innen, der Innovationskraft von Schulen und den Rahmenbedingungen der Stadtverwaltung. Ausserdem ging es um das Erleben der Schüler:innen hinsichtlich ihrer Möglichkeiten und Grenzen, sich einzubringen.

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IE2

Partizipation als Schlüsselelement zur Förderung von BNE an Schulen durch Schulleitungen

Irene Lampert

Trotz der Förderung von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) auf Bundes- und Kantonsebene wächst die Zahl der Schulen, die BNE implementiert haben, wenig. Im Rahmen eines systematischen Literaturreviews basierend auf den PRISMA-Richtlinien und der Methodik von Petticrew & Roberts (2006) soll erörtert werden, welche Rolle Schulleitungen bei der Implementierung von BNE an Schulen haben. Ziel ist es zu erörtern, was Schulleitungen brauchen, damit sie BNE nachhaltig in ihren Schulen implementieren können. Im Rahmen der Tagung «Die Kunst der Partizipation an Schulen» wurden erste Ergebnisse des systematischen Literaturreviews präsentiert und aus der Perspektive folgender These diskutiert: «Partizipation ist das Schlüsselelement für die nachhaltige Implementation von BNE an Schulen.»

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IF1

The role of students in digitality-oriented school development

Mathias Decuypere und Sigrid Hartong

This presentation provided insights into the SMASCH project (smasch.eu), which, for a duration of four years, has been working with schools in Germany and Belgium on integrating orientations towards digitality into school development contexts. We hereby specifically focused on the question of how the role of students in digital school development manifested in the schools prior to the project, which activities were designed to enhance and to reflect on students’ involvement, and which effects of these activities could be observed. Examples of such activities hereby range from digital learning material development, VR-based visioning, to the design of a school app.

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IF2

Digitale Schülermitbestimmung: Schulentwicklung in einer hybriden Öffentlichkeit

Ilka Maria Hameister

Digitalität verändert nicht nur Partizipationsgewohnheiten junger Menschen, sondern reichert auch die Formate und Strukturen der Schülermitwirkung an. Der Beitrag stellt das Schulentwicklungsprojekt «Digitale Partizipation und Schülervertretung» (DieP-SV) vor, das mit PraxispartnerInnen ein Fortbildungsformat für SV-BegleiterInnen erarbeitet. Der Beitrag verortete zunächst Schule als hybriden Partizipationsraum, diskutierte anschliessend dessen spannungsreichen Ansprüche, um aufbauend einen Einblick in die geplanten Fortbildungsmodule zu bieten. Zur Diskussion gestellt wurde die Frage nach konstruktiven Präventions- und Interventionsstrategien destruktiver digitaler Partizipationserscheinungen, wie etwa Shit- und Hatestorms, und (die Grenzen) einer verantwortungsvollen Entwicklung von digitaler Resilienz.

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IF3

Digitalisierung in der Schule: Eine Chance für eine partizipative Wende?

Rrivu Banerjee und Luisa Conti

In diesem Vortrag wurden die ersten Ergebnisse des BMBF-Projekts StrateDie (Strategische Digitalisierung für inklusive Schulentwicklung) vorgestellt. Er widmete sich den Hindernissen für eine gleichberechtigte Teilhabe und den Möglichkeiten, diese Hindernisse durch die Digitalisierung zu überwinden. Zur Beantwortung dieser Fragen wurde auf Daten aus Interviews mit Lehrkräften zurückgegriffen.

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IG1

Lernerseitige Partizipationsmöglichkeiten aus der Perspektive von Lernenden und Lehrenden

Michael Jüttler und Tobias Kärner

Partizipation, als soziale Teilhabe verstanden, spielt in ganz unterschiedlichen Begründungszusammenhängen und Handlungsfeldern eine zentrale Rolle und sie steht im Zentrum jeder Auseinandersetzung mit Konzepten und Realisierungsformen politischer, ökonomischer, aber auch bildungspraktischer Demokratie. Einen pädagogischen Ansatz, dem in diesem Zusammenhang konstruktives Potenzial zugeschrieben wird, stellen partizipative Lehr-Lern-Arrangements dar, im Rahmen derer Lernende Einfluss auf Entscheidungen nehmen können, die die externen Bedingungen ihres Lernens betreffen. Im Beitrag wurden das Partizipationskonzept sowie unterschiedliche Grade lernerseitiger Einflussnahme erläutert. Des Weiteren wurde ein Fragebogen vorgestellt, mit dem sich lernerseitige Partizipationsmöglichkeiten sowohl aus der Perspektive von Lernenden als auch aus der Perspektive von Lehrenden erfassen lassen.

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IG2

Zur Partizipation von Minderheiten – Alternative (soziokratische) Verfahren als Schlüssel?

Juliana Gras

Schulen sind aufgefordert, Schüler:innenpartizipation zu fördern. Lehrpersonen sehen diese vielfach über formale Gremien wie den Klassenrat realisiert. Dabei bleibt empirisch unbeleuchtet, in welcher Weise wer in diesen Gremien eine Stimme besitzt, insbesondere im Kontext inklusiver Settings. Die hier vorgestellte Studie «Demokratiepädagogik im Kontext von Inklusion» untersucht, inwiefern Lehrpersonen in inklusiven Settings Partizipation im Klassenrat umsetzen. Es werden Herausforderungen bei der Einbindung von Schüler:innen mit besonderen Bedürfnissen beleuchtet.

Gemeinsam mit den Teilnehmenden wurde diskutiert, inwiefern alternative Ansätze wie soziokratische oder demarchische Verfahren im Zusammenhang der Partizipation von Minderheiten stärker in den Blick und eine inklusionssensible Perspektive auf Partizipationsprozesse eingenommen werden muss/​kann.

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IG3

Aktionsforschung von Schüler:innen für eine partizipative Unterrichtspraxis

Elisa Lehnerer, Katharina Meusburger, Axinja Hachfeld, Gudrun Quenzel, Julia Ha, Thomas Rhyner

Schüler:innen äussern einen starken Wunsch nach mehr Mitbestimmung im Unterricht. Damit, wie dies konkret aussehen könnte, beschäftigt sich das trinationale Projekt DemoS – Gemeinsam Demokratie erleben. In Österreich, Deutschland und der Schweiz widmen sich jeweils drei Schüler:innen- oder Studierenden-Gruppen mittels Aktionsforschung der Unterrichtsgestaltung. Sie finden in ihrer Klasse respektive Seminargruppe ein Anliegen, bei dem sie mehr Mitbestimmung oder eine Veränderung möchten, sammeln Informationen zu möglichen Lösungen, einigen sich auf eine Lösung, probieren diese aus und reflektieren anschliessend darüber, welche Aspekte beibehalten, adaptiert, ergänzt werden könnten. Nach einer kurzen Projektvorstellung wurde darüber diskutiert, inwieweit Aktionsforschung eine Möglichkeit für partizipative Unterrichtspraxis darstellt.

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IH1

«Die andere Gruppe durfte teils die Musik auswählen, wir nichts» – Par­ti­zi­pa­tions­mög­lich­keiten in einem Tanzprojekt

Jelica Popović, Enikö Zala-Mezö

Der Beitrag gewährte einen Einblick in die Zwischenergebnisse des Projekts «Die Schule tanzt», das von der PHZH wissenschaftlich begleitet wird. Über einen Zeitraum von drei Jahren erleben Schüler:innen einer Sekundarschule verschiedene Begegnungen mit der Kunstform Tanz. Konkret wurden in der Präsentation Daten aus dem Projektteil «Erarbeiten einer Choreografie» vorgestellt, bei dem eine besonders hohe Partizipation gefragt ist. Die Präsentation umfasste Zwischenergebnisse der Analyse von Gruppendiskussionen und Beobachtungsprotokollen, die Widersprüche zwischen Leistungsdruck und Partizipation aufzeigen. Die Teilnehmenden waren eingeladen, die Ergebnisse zu diskutieren, insbesondere im Hinblick darauf, welche Erfahrungen sie im Umgang mit solchen Dilemmata in Schulen und Kunstprojekten gemacht haben.

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IH2

Wie kommt der Teig zur Hefe? 

Die Rolle der Partizipation in schulischen Kulturprojekten

Christine Petersen und Sinje Homann

Partizipation bedeutet, Entscheidungen zu teilen und gemeinsam Lösungen zu finden. Wir verbinden die politische Bedeutung des Begriffs mit der «Leiter der Partizipation» nach Arnstein/​Hart sowie den Vorgaben des Lehrplans 21. Richtig angewendet, unterstützt Partizipation ein lernförderliches Klima und ist in Schulprojekten ein Faktor für eine erfolgreiche Projektdurchführung.

Partizipation ist mehr als ein Buzzword, es ist eine gelebte Haltung. «Hefe» ist ein Symbol für dieses entscheidende «Extra», das ein Projekt zum Erfolg führen, aber auch zum Scheitern bringen kann. In der Diskussion stellten wir die Frage, wie Partizipation so umgesetzt werden kann, dass alle beteiligten Akteure in einer produktiven Weise zum Kulturprojekt beitragen.

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Parallelsessions II – Freitag, 11 bis 13 Uhr

IIA1

Partizipation im Alltag: Entdecke die Schule Hedingen!

Schüler:innen und Lehrpersonen der Schule Hedingen und Mitarbeitende der PH Zürich

Die Sekundarschule Hedingen, Partnerschule im Projekt PASUS, praktiziert alters- und niveaudurchmischtes Arbeiten in den Klassenstufen 7 bis 9. Seit 2021 analysieren Lehrpersonen und Schüler:innen gemeinsam die Arbeit ihrer Lerngruppenarbeit. Die Lerngruppen werden von Jugendlichen organisiert und geleitet.

Der Workshop, der von jugendlichen Lerngruppenleiter:innen geführt wurde, bot Einblicke in die Organisation, Durchführung und Auswertung einer Lerngruppensitzung.

Teilnehmende des Workshops wurden aktiv einbezogen, um die Erfahrungen selbst zu erleben. Diskussionen mit den Lerngruppenleitenden beleuchteten die Vorzüge und Herausforderungen selbstorganisierter Lerngruppen.

Zudem präsentierte der Workshop ausgewählte Forschungsdaten, um gemeinsam Erkenntnisse zu reflektieren und deren Verallgemeinerungspotenzial zu prüfen.

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IIA2

Individuelles Lernen – So geht das in der Schule Riedtli

Schüler:innen und Lehrpersonen der Schule Riedtli und Mitarbeitende der PH Zürich

Schüler:innen und Lehrpersonen aus der Schule Riedtli zeigten, wie individuelles Lernen in der Schule gestaltet wird. Sie beschrieben den Entwicklungsprozess und gaben konkrete Beispiele aus ihrem Alltag. Es wurden zusätzlich Ergebnisse aus der Begleitforschung gezeigt, die diese Entwicklung unterstützt haben. Es kam auch das Spielerische nicht zu kurz, sie zeigten, wie Bewegungspausen in ihrer Schule ablaufen. Der Workshop war interaktiv gestaltet und dabei waren die Teilnehmer:innen gebeten, ihre Erfahrungen mit ähnlichen Lernsettings zu schildern.

IIB1

Das Potential von Partizipation bei Schulprojekten und schulischen Anlässen mit SOLE ausschöpfen.

Schüler:innen der Primarschule Boppelsen, Barbara Liebhard und Annemarie Ruess

Schüler:innen der Primarschule Boppelsen präsentierten aus ihrer Perspektive, wie sie nach Bottom-up-Ansatz ein Schulprojekt geplant und umgesetzt haben. Die Schulleiterin berichtete von ihren Erfahrungen und Learnings. Die Fachperson SOLE (Programm für Soziales Lernen in der Schule zur Gestaltung der Schulkultur) fokussierte ausgewählte Qualitätskriterien der partizipativen Entwicklung und Umsetzung, die ein Schulprojekt oder ein schulischer Anlass erfüllen sollte. Dabei wurden neben Kriterien des Schaffens von Partizipationsverhältnissen auch Kriterien der Förderung von überfachlichen Kompetenzen, die Partizipation ermöglichen, unter die Lupe genommen.

Gemeinsame mit den Teilnehmenden des Workshops wurden Heraus­for­de­run­gen herausgeschält und Lösungsansätze entwickelt.

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IIB2

Unser Weg zum späteren Schulbeginn: Im Dialog mit der Schule Uetikon

Schüler:innen und Lehrpersonen der Schule Uetikon und Mitarbeitende der PH Zürich

Zwei Mal pro Woche später in die Schule gehen – genau das wurde an der Sekundarschule Uetikon zu Beginn des Schuljahres eingeführt. Im Sinn der Partizipation durften bei der Umsetzung die Schüler:innen mitentscheiden. Dieser Schritt wurde eingeleitet, um den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler besser gerecht zu werden und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Um die Auswirkungen dieser Veränderung zu evaluieren und mögliche Anpassungen zu diskutieren, luden die Teilnehmenden herzlich zu einer moderierten Diskussionsrunde ein. Diese bot die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Fragen zu klären und gemeinsam die weitere Gestaltung des Schulalltags zu erörtern.

IIC1

Von Mikrofonpuscheln und Klemmbrettern. Gemeinsam Forschen im Rahmen einer Projektwoche

Susanne Leitner und Paula Fromm

Vorgestellt wurde das Lehr-Forschungs-Projekt «Gemeinsam Forschen» von einer Pädagogischen Hochschule und einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum im sogenannten Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung, bei dem Schüler:innen und Lehramtsstudierende in einer Projektwoche gemeinsam und partizipativ orientiert geforscht haben. Ziel des Projekts ist es, auszuloten, wie Stimmen junger Menschen in sozial marginalisierten Positionen stärker in pädagogische Diskurse eingebracht werden und derartige Projekte so einen Beitrag zu Empowerment und Selbstbemächtigung leisten können. Handelt es sich dabei um Powersharing, Wissensproduktion und Forschung – oder doch nur um eine pädagogische Inszenierung? Anhand von Symbolen, die in der Projektwoche bedeutsam wurden, sollten diese Fragen gemeinsam reflektiert werden.

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IIC2

Queere Identitäten im DaZ-Unterricht: Ein autoethnographischer Ansatz

Rrivu Banerjee

Dieser Vortrag sollte es ermöglichen, Einblicke in mein Dissertationsprojekt zu gewinnen, das sich der Frage widmet, was passiert, wenn im schulische DaZ-Unterricht von einer queeren, migrantischen Lehrperson queere Identitäten thematisiert werden. Es wurden erste autoethnographische Analysen einzelner Unterrichtssequenzen diskutiert, die das von Heteronormativität und Weisssein geprägte Verständnis von GFL-Unterricht unter Rückgriff auf postkoloniale und poststrukturalistische Perspektiven hinterfragen. Der Fokus lag dabei auf der Frage, wie Aspekte postkolonialer Bildungsansätze, die Hierarchien aufbrechen und eine gleichberechtigte Mitsprache und Teilhabe sicherstellen wollen, genutzt wurden, um die Partizipation sowohl der SchülerInnen als auch der Lehrer:innen sicherzustellen.

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IIC3

Entwicklung von Lernzeit – Partizipative Forschung mit Schüler:innen und Lehramtsstudierenden

Marin Salda und Ellen Reuther

Vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstands zur Partizipation von Schülerinnen an Forschungsprojekten war es Ziel unseres Beitrags, unsere eigene Forschungs- und Kooperationspraxis (selbst)kritisch zu reflektieren. Dazu wollten wir ein gemeinsames Forschungsprojekt mit Studierenden der Universität zu Köln und Schüler:innen der Inklusiven Universitätsschule Köln zur Entwicklung von Lernzeit im Sommersemester 2023 vorstellen und abschliessend folgende Fragen mit dem Publikum diskutieren:

Wie müssen Forschungsprojekte gestaltet sein, damit eine möglichst umfassende Partizipation von Schüler:innen ermöglicht wird?

Was sind Potenziale und Grenzen der forschungsbezogenen Schüler:innenpartizipation für eine Partizipative Schulentwicklung?

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IIC4

«Wichtig ist auch, dass du uns bremst», Teamgespräche zwischen Forschenden und Lehrpersonen im PASUS-Projekt

Julia Häbig, Nils Bernardsson-Laros, Enikö Zala-Mezö

In diesem Beitrag wurden Teamgespräche zwischen Forschenden und Lehrpersonen analysiert, die im Rahmen eines Schulentwicklungsprojekts mit dem Ansatz der Design-Based-Research zur Förderung von Schüler:innen-Partizipation zusammenarbeiten. Anhand von mit der Dokumentarischen Methode ausgewerteten Gesprächen, die der Planung konkreter Prozesse im Projekt dienen, wurde vor dem Hintergrund praxistheoretischer Annahmen gefragt, wie sich die Gesprächsteilnehmenden im sozialen Raum des Diskurses positionieren. Es wurden Situationen in den Blick genommen, in denen die Lehrpersonen und Forschenden differierende Orientierungen aushandeln. Die Ergebnisse zeigten die Relationalität der diskursiven Praktiken auf und verdeutlichten die Herausforderung, zwischen den unterschiedlichen Logiken von Schulpraxis und Forschung zu vermitteln.

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IID1

Partizipation und die Einstellung von Leh­rer:innen – Flashcards zur Unterstützung von Haltungsprozessen

Sandra Limacher und Thomas Kirchschläger

Die Bereitschaft für Partizipation im Unterricht beginnt in den Köpfen der Erwachsenen – in den Köpfen der Lehrpersonen. Die im Rahmen einer Bachelorarbeit entstandenen Flashcards enthalten Fragen, Fakten, Aufgaben sowie Aussagen rund um das Thema Partizipation. Lehrpersonen können diese Karten allein und/​oder im Team bearbeiten, mit ihnen reflektieren und so über ihr eigenes Verständnis und ihre Praxis in Bezug auf Schüler:innenpartizipation auf Klassenebene nachdenken. 

Im vorliegenden Workshop erhielten Sie zu Beginn einen Einblick in den Entwicklungsprozess der Flashcards sowie erste Rückmeldungen aus der Praxis. Die Teilnehmenden durften im Anschluss die Flashcards vor Ort ausprobieren und sich zu den mitgebrachten Leitfragen Gedanken machen.

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IID2

Design Thinking als Beitrag zu einer Partizipationskultur an Schulen

Corinne Schärer und Iwan Reinhard

Welche Methoden gibt es, um Partizipation von Schülerinnen und Schüler im Unterricht zu ermöglichen? Design Thinking, eine kreative Problem­lö­sungs­me­thode ursprünglich im Bereich des Produktdesigns eingesetzt, findet zunehmend Anwendung im Bildungskontext. So hat éducation21 ein neues umfassendes BNE-Unterrichtsangebot – «ResponsAbilita» – mittels Design Thinking Workshops in Schulklassen partizipativ entwickelt und deren Ideen einfliessen lassen. Gleichzeitig enthält das Unterrichtsangebot ein Modul, das es Lehrpersonen ermöglicht, mit Hilfe im Unterricht einsetzbarer Medien selbst die Design Thinking Methode anzuwenden. Im beschriebenen Workshop wurden die Erfahrungen mit Design Thinking erläutert und dessen Potenzial für die Förderung von Partizipation im Schulkontext im Austausch mit den Teilnehmenden erörtert.

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IIE1

Partizipativ-transformative Schulprojekte realisieren – Das Beispiel «Verkehrswende gestalten»

Lisa Wieczorek

Der Vortrag beleuchtete die Konzeption und (erste) Durchführung eines partizipativ-transformativ orientierten Schulprojektes. Dieses soll teilnehmenden Jugendlichen die Möglichkeit eröffnen, sich aktiv in gesellschaftlichen Fragen, konkret in die Gestaltung der lokalen Verkehrswende, einzubringen. Zugleich erwerben sie durch die Projektteilnahme das dazu notwendige Handwerkszeug. Im Rahmen des Vortrags wurden zentrale Gestaltungs- und Strukturmerkmale des entwickelten Projektes theoriebasiert herausgestellt und die Umsetzung im Projekt skizziert. Weiterhin wurden erste Einblicke in die konkrete Projektarbeit mit den Schüler:innen gegeben. Auf Basis erster Ergebnisse der Begleitforschung standen folgende Fragen zur Diskussion:

Wie können partizipativ-transformativ orientierte Schulprojekte gestaltet werden?

Vor welchen Chancen und Herausforderungen stehen solche Projektformate?

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IIE2

Die Foodforscher:innen – Ein kollaboratives Citizen Science-Projekt an Duisburger Gesamtschulen

Jana Lintz, Tuğba Link, Stefan Walter

Citizen Science ist ein etablierter Forschungsansatz, der auch an Schulen zunehmend Eingang findet. Allerdings sind kollaborative Projekte eher selten. «Die Foodforscher:innen – Wie Essen Duisburg verbindet» ist ein kollaboratives Citizen-Science Projekt, bei dem gemeinsam Fragen zum komplexen Zusammenspiel von Ernährung und gesellschaftlichem Zusammenhalt mit einer (post-)migrantischen Perspektive erforscht werden. Im Beitrag wurden die theoretischen Grundlagen sowie die praktische Umsetzung des Projekts dargestellt und die Möglichkeiten und Grenzen kollaborativer Citizen Science-Projekte an Schulen diskutiert. Es wurde dargelegt, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Schüler:innen, Forschenden und Schulakteur:innen gestaltet. Am Beispiel des Projekts wurde aufgezeigt, wie kollaborative Projekte Veränderungsprozesse bei schulrelevanten Themen unterstützen können.

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IIE3

Lokale Ernährungspraktiken und deren Veränderungspotenziale: Partizipative Photovoice-Forschung

Daniela Lippe, Fabian Pettig, Karoline Stöcklmayr

Partizipative Forschungsformate besitzen Potenzial als transformative Bildungsangebote, gehen in institutionellen Kontexten aber mit Herausforderungen in der Umsetzung einher. Unser Beitrag diskutierte Gestaltungs- und Handlungsspielräume partizipativer Forschungsprojekte in der Schule am Beispiel des Projekts EAT+CHANGE, in dem wir gemeinsam mit Schüler:innen als Co-Forscher:innen mit der Methode Photovoice zu (nicht)nachhaltigen Ernährungspraktiken in deren Alltag und Umfeld forschen. Aus einer machtkritischen Perspektive treiben uns Fragen danach um, wie sich institutionell bedingte Rollenverhältnisse im Zuge partizipativer Forschung in Schulen über den gesamten Forschungsprozess hinweg reflexiv berücksichtigen lassen und ein produktiver Umgang mit diesem Spannungsverhältnis gefunden werden kann.

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IIF1

Ich darf auch «Nein» sagen: Das Kinderrecht auf informierte Einwilligung und dessen Implikationen

Petra Büker

Gemäss UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder auch in Forschungskontexten einen Anspruch auf altersangemessene Information, um eine bewusste Entscheidung bezüglich ihrer Mitwirkung treffen zu können (Mayne 2018; Büker et al 2018). In einer Schulbegleitstudie wurde ein Forschungskreislauf für Grundschulkinder entwickelt (Büker et al 2021), in einem Lernangebot erprobt, beobachtet und via Kinderinterviews evaluiert. Eltern und Kinder wurden im Sinne maximaler Transparenz informiert. «Melvin» (6 J.) (Hüpping/Büker/Mayne i.V.) fordert im Vorfeld der Interviewstudie differenzierte Informationen ein, bittet um Beispielfragen, beantwortet diese elaboriert – und entscheidet sich für eine Nichtteilnahme: Das Fallbeispiel verdeutlicht den Balanceakt zwischen Rechten, Ansprüchen und (vermeintlicher) Erwünschtheit in forschungsethischer und machtstruktureller Rahmung.

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IIF2

«Ich zeig euch mal was…!»

Heike Deckert-Peaceman

Der Beitrag diskutierte Möglichkeiten und Grenzen von partizipativer Forschung in der Grundschule am Beispiel einer Ethnographie zur Ganz­tags­schul­ent­wick­lung (Deckert-Peaceman 2005; 2006; 2009; 2019; 2023). Ein Teilprojekt war die Teilnahme an einem Wettbewerb mittels eines Films, der die veränderte Schulwirklichkeit aus der Perspektive von Kindern zeigen soll. Forschende waren Viertklässler einer Arbeitsgemeinschaft, die Räume zeigte und andere Kinder interviewte. Mit einer zweiten Kamera wurde der Prozess der Kinderforschung dokumentiert. Hier soll nun ein Raum thematisiert werden, der während des Prozesses überraschend relevant wurde und an dem deutlich wird, dass die Interessen der forschenden Kinder und der erwachsenen Forschenden different sind.

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IIF3

Kinderrechte und Handlungsfähigkeit in Schule und Forschung?! Fallstricke im Kontext partizipativer Forschungszugänge

Birgit Hüpping und Melanie Kubandt

Der Beitrag basierte auf der Studie «Perspektiven von Schulanfänger:innen auf den (veränderten) Schulalltag im Wechsel von Präsenzunterrichts- und Homeschoolingphasen im Kontext der Corona-Pandemie» (Hüpping, Kubandt & Kekeritz 2022). Die in einer Sachunterrichtseinheit zum Thema Ich und die Anderen durchgeführte Forschung mit einer Grundschulklasse zielte auf die Lern- und Bewältigungsstrategien der Kinder. Am Beispiel der kritischen Reflexion des eigenen methodischen Vorgehens im Projekt wurden insbesondere partizipative Zugänge im Rahmen der Datenerhebung (Interviews, Fragebogen, Kinderzeichnungen, Audiostatements) hinsichtlich der konfligierenden Erwartungen zwischen Kindern und Erwachsenen anhand ausgewählter Momente zur Diskussion gestellt, um damit zusammenhängende Fallstricke zu beleuchten.

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IIF4

Ein fast perfektes Schulentwicklungsprojekt mit forschenden Schülerinnen und Schülern – Was ist gelungen? Was nicht?

Enikö Zala-Mezö und PASUS-Team

Der Beitrag von Enikö Zala-Mezö et al. stellte einen ganzheitlichen Prozess der Schulentwicklung vor, bei dem eine Sekundarschule das Thema Hausaufgaben unter anderem durch forschendes Arbeiten bearbeitet hat. In der Präsentation wurden die verschiedenen partizipativen Settings vorgestellt, die im Verlauf des Prozesses genutzt wurden. Es wurden ausgewählte Momente des Prozesses kritisch betrachtet, und die Autor:innen diskutierten mit den Teilnehmenden darüber, welche Prozessmerkmale die Partizipation der Schüler:innen in allen Schritten hätten sicherstellen können. Somit machte der Beitrag die ethischen Herausforderungen und Dilemma sichtbar, wenn Forschende in Schulen Erwartungen wecken, die sie selbst nicht einlösen können.

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IIG1

Partizipation als Prinzip von Unterrichts- und Forschungspraxis am Beispiel des Klassenrates

Judith Kreuz, Stefan Hauser, Lee Ann Müller, Nina Gregori

Der Workshop befasste sich sowohl aus demokratiepädagogischer als auch gesprächslinguistischer Perspektive mit der Partizipation von Schüler:innen im Klassenrat. Die Teilnehmenden des Workshops hatten an «Kaffeetischen» die Möglichkeit, sich über verschiedene Aspekte des Themas zu informieren und auszutauschen. Es ging dabei a) um aktuelle Erkenntnisse gesprächsanalytischer Forschungen, zum Beispiel zu Interaktionsmodi und zum Rollenverständnis im Klassenrat, b) um den partizipativen Forschungsprozess durch den gemeinsamen Diskurs mit Lehrpersonen, c) um die Stimme der Schüler:innen, die in Interviews Auskunft über ihre Sichtweise auf den Klassenrat geben und d) den Transfer der Erkenntnisse in ein interdisziplinär entwickeltes Produkt in Form der Web-App «Let’s Talk!».

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IIG2

Schülervertretungsarbeit: Chancen und Herausforderungen der institutionalisierten Partizipation

Wiebke Maria Lohmann, Margit Stein, Benjamin Möbus

Im Rahmen eines Lehr-Lern-Praxis-Forschungsprojektes der Universität Vechta in Kooperation mit dem «Verein Schule ein Gesicht geben» wurden unter anderem Chancen, Herausforderungen und Gelingensbedingungen der Schülervertretungsarbeit an 55 deutschen Schulen im ländlichen und städtischen Bereich erforscht.

Nach einem Überblick unserer Ergebnisse stellten wir entstandene Materialien für die Praxis vor und gingen gemeinsam der Frage nach, wie Partizipationsgelegenheiten von dem Engagement einzelner Pädagog:innen entkoppelt werden kann.

Fragen

Wie kann die Gewährleistung von Partizipationsgelegenheiten in der «Blackbox Schule» sichergestellt werden? 

Könnte die Einführung eines Siegels – analog zu Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage – mehr Schulen bewegen, sich mit Partizipation auseinanderzusetzen und was sollte dies umfassen?

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IIH1

Partizipation in der Nachhaltigkeitsbildung – Gelingensbedingung für transformatives Lernen?

David Rott und Marcus Kohnen

Transformativem Lernen werden Methoden zugeordnet, die die Lernenden für Fächer und ihre spezifischen Inhalte nachhaltig begeistern. Auch die Lehrperson kann Begeisterung für die Inhalte wecken. Unsere Frage ist, inwiefern dieses Involvieren der Schüler:innen in die Lehr-Lern-Prozesse partizipativ ausgestaltet und nicht rein lehrpersonenzentriert initiiert werden kann. Dabei orientieren wir uns am Kontext der Nachhaltigkeit, um unsere Überlegungen zu konkretisieren.

Im Workshop wurde anhand konkreter Unterrichtsbeispielen wie zum Beispiel Dilemmata und Lernarchitekturen die Möglichkeiten partizipativer Praxis im Kontext von Nachhaltigkeitsbildung beleuchtet. Vorgestellt wurden erste Zugänge zur gemeinsamen Erarbeitung von Aufgabenformaten mit Schüler:innen. Gemeinsam entwickelten wir mit den Teilnehmenden weitere Ideen für Aufgabenformate.

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IIH2

Teilhabe lernen – Wie geht das?

Kathrin Müller und Agnes Pfrang

Der Workshop erkundete, wie Kinder und Jugendliche im inklusiven Unterricht eine gleichberechtigte Teilhabe erlernen können. Dazu wird Teilhabe theoretisch als Interaktionsprozess zwischen Teil-Gebenden und Teil-Nehmenden verortet. Es wurden didaktische Massnahmen und Unterrichtsmethoden vorgestellt, die das Potenzial haben, gleichberechtigte Interaktionsprozesse innerhalb der Klasse anzuregen und individuelles Lernen in der Gemeinschaft befördern. In Arbeitsgruppen wurden die Vorgehensweisen und Materialien auf ihre Anwendbarkeit reflektiert. Der praxisorientierte Workshop förderte den Erwerb konkreter Kenntnisse für einen chancengerechten Umgang mit Vielfalt im inklusiven Unterricht. Die Veranstaltung sollte die Vernetzung für zukünftige Zusammenarbeit und den Ressourcenaustausch im Bereich Teilhabe Lehren und Lernen im inklusiven Unterricht stärken.

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IIJ1

Die Regel sind wir! Praxisbericht mit partizipativer Einführung des performativen Kunstprojekts

Bettina Eberhard und Michael Eul

«Die Regel sind wir!» sagen die Schüler:innen. Ein von Schüler:innen, Lehrpersonen und Kunstschaffenden gemeinsam entwickelter Baukasten mit Begriffen ist die Grundlage für das interdisziplinäre Kunstvermittlungsprojekt. Bettina Eberhard und Michael Eul gaben Einblick in die Arbeit mit einer 3. Klasse in Koblenz AG, mit der sie «Die Regel sind wir!» umgesetzt haben. Der erste Projektschritt zur Findung der Begriffe wurde als Workshop angeleitet und bildete die Grundlage zur gemeinsamen Reflexion, wie die schöpferische Autonomie von Schüler:innen durch künstlerisch partizipative Projekte gestärkt werden kann.

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Parallelsessions III – Freitag, 15.15 bis 16.15 Uhr

IIIA

«Was ist gutes Lernen?» Perspektiven von Schüler:innen, Lehrpersonen und Forscher:innen aus dem PASUS-Projekt

Schüler:innen und Lehrpersonen der Schulen Hedingen und Uetikon sowie Mitarbeitende der PH Zürich

Die Zusammenarbeit zwischen der PH Zürich und den Partnerschulen war über die gesamte Projektdauer geprägt von einem Dialog. Immer wieder wurde über Themen beraten oder darüber, wie es gelingen kann, Team und Schüler:innen zu gewinnen oder wie Veranstaltungen evaluiert werden und welche Schlüsse gezogen werden können.

Die Dialogrunde nahm gemeinsam mit den Teilnehmer:innen verschiedene Perspektiven zur Partizipation ein, wägte diese ab und prüfte, wie diese zusammengebracht werden können.

Anhand von Fragen wurden die Teilnehmenden aufgefordert, sich aktiv zu beteiligen: «Was ist gutes Lernen?» «Wer hat welche Erwartungen?» oder «Was würdest du gerne noch lernen?»

Die Dialogrunde wurde von Schüler:innen moderiert.

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IIIB

Partizipation von Schülerinnen und Schülern – Chance für die Demokratie

Mona Meienberg

Trotz der Verankerung der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der UN-Kinderrechtskonvention sowie im Lehrplan 21, wird dieses wichtige Kinderrecht in der Schweiz nur ungenügend umgesetzt. Gründe dafür sind ein unterschiedliches und somit stark personenabhängiges Verständnis von Partizipation sowie unzureichende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrpersonen und Schulleitungen. Diese Dialogrunde richtete sich sowohl an Akteur:innen aus Schulen als auch an Gemeindevertreter:innen und ging der Fragestellung nach, welche Rolle und Verantwortung Schulen und Gemeinden in Bezug auf Erhalt und Stärkung der Demokratie tragen und weshalb es dafür ein Miteinander braucht.

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IIIC

Medienscouts – Produktive Irritationen schulischer Partizipations- und Kooperationskulturen

Claudia Kuttner

Der Workshop schrieb sich in drei Akten: (I) Aufbauend auf einer Bestandsaufnahme, wie die Ausbildung und Arbeit von Medienscouts deutschlandweit vielfältig konzipiert und umgesetzt wird, (II) wurden Perspektiven der Idee herausgearbeitet, denen das Potential innewohnt, bestehende Ordnungen schulischer Partizipations- und Kooperationskultur (im positivsten Sinne) zu stören. (III) Im Ansinnen, dieses Potential zu heben, war zu fragen, wie sich Medienscout-Projekte (und andere demokratiefördernde Initiativen) als tatsächlich alternative Experimentierfelder zur vertrauten pädagogischen Praxis des Schulischen positionieren lassen. Grundlagen der Diskussion und kollaborativen Next-Practice-Sammlung waren sowohl die praktischen Erfahrungen als auch die noch nicht in Praxis überführten Ideen der Workshop-Beteiligten.

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IIID

Fuel: Modellhafte Welten gemeinsam erleben und beeinflussen

Fabrizio Fracassi

Dieser anwendungsbezogene Workshop lud Teilnehmer:innen ein, im Rollenspiel-basierten Schreib-Netzwerk «Fuel» offene Drehbuchszenen zu lesen und im dialogischen Schreiben weiterzuspinnen. Die Lernplattform ist so konzipiert, dass sie zu einem kreativ-produktiven Umgang mit filmischen und literarischen Erzählungen anregt und damit spielerische Sprachgestaltung, Perspektivenübernahme und partizipatives Storytelling verbindet. Der Workshop war in drei Teile gegliedert: (1) die praktischen Erfahrungen auf Fuel mit einer kurzen Einführung in die Literaturform Drehbuch, (2) das Aufzeigen der wichtigsten Funktionen dieser Plattform und (3) die Gelegenheit zum Austausch und zur Auseinandersetzung darüber, wie eine eigenaktive, individuelle Wissenskonstruktion in der Zusammenarbeit mit anderen und mit der Lehrperson gelingt.

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IIIE

«Grundlagenkurs Partizipation» - ein Angebot für Schulen von ideenbuero.ch

Christiane Daepp und Timo Mosimann

Der Verein ideenbuero.ch bietet vor der Einführung eines Ideenbüros einen Grundlagenkurs zum Stand der Partizipation in der entsprechenden Schule an. Dabei wird sichtbar, was von den bestehenden Projekten wirklich partizipativ ist oder ob es bloss Alibi-Übungen sind.

Als Gradmesser und Orientierungshilfe dienen sechs Kriterien zum Gelingen von Partizipationsprojekten, so wie das Stufenmodell von Roger A. Hart.

Der Grundlagenkurs schafft den Boden, auf dem ein Ideenbüro oder andere Partizipationsprojekte aufgebaut werden können.

Im Workshop stellten wir unsere Erfahrungen aus dem Kurs vor und diskutierten die Frage: Was brauchen Schulen, damit sie Partizipation als Bereicherung (anstatt als Zusatzbelastung) erfahren?

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IIIF

Lernende als Mitgestaltende: Selbst­organisiertes Lernen als Schlüssel für Partizipation

Ingrid Geier, Alexander Kendlbacher, Karin Vilsecker

Die Integration von Partizipation als grundlegendes Prinzip in schulischen Lernprozessen fördert die Entwicklung engagierter, verantwortungsbewusster Bürger:innen. Selbstorganisiertes Lernen, basierend auf theoretischen Modellen der Selbststeuerung und Selbstorganisation, ermöglicht es Lernenden, ihre Lernprozesse eigenverantwortlich zu gestalten. Dieser Workshop stellte ein Konzept vor, das auf dem Lehr- und Lernsetting der Selbstorganisation beruht. Durch den theoretischen Hintergrund, Einblicke in empirische Studien und Praxisbeispiele wurden Chancen und Herausforderungen diskutiert. Die Schwerpunkte lagen auf der Förderung von Selbstkompetenz, Reflexion des Lernprozesses und der Übergang von passiver zu aktiver Verantwortungsrolle. Der Workshop förderte den Austausch über erfolgreiche Partizipation in schulischen Lernprozessen.

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IIIG

Partizipation – Ein Konzept zur Stärkung der Community Health in Schulen

Johanna Mahr-Slotawa

Ist die Partizipation der Schüler ein Konzept zur Förderung der «Community Health» (CH) in Schulen? Aktuelle Themen wie Klimawandel oder mentale Gesundheit betonen die Dringlichkeit, CH in Schulen zu fördern.

Inhaltlich wechseln a) Einblicke in durchgeführte partizipative Prozesse mit Grundschülern in Südtirol zu ihrer Lernumgebung mit b) theoretischen Inputs und c) strukturiertem Dialog ab. Der fachliche Austausch hält idealerweise über die Konferenz hinaus an.

Fragen der Dialogrunden waren zum Beispiel: Wie wird «CH in der Schule» verstanden? Hat CH in Schulen Potential, die Umsetzung der Partizipation zu fördern? Ist Partizipation ein grundlegendes Konzept zur Förderung von CH in Schulen? Gibt es Interesse an einem solchen Forschungsprojekt oder Ideen zu dessen Finanzierung?

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IIIH

Gemeinsam den Weg von Kita-Kindern zu Schul-Kindern beobachten, entwickeln, gestalten

Marion Müller

Zur Ermittlung der Kinderperspektive wurden Kinderbefragungen in Form von Gruppendiskussionen in Kita und Grundschule durchgeführt. Mit der Methode «Assoziationskreis» sollten ausgewählte Aussagen der Kinder aus den Gruppeninterviews in die Runde gegeben werden (Innen- und Aussenkreis mit jeweils zwei sich gegenübersitzenden Personen). Die Person im inneren Kreis äusserte ihre Assoziationen zum Interviewausschnitt, die von der Person im äusseren Kreis stichpunktartig auf Karteikarten festgehalten wurden.  Hinterher wurden die Karteikarten angepinnt und geclustert. Der Assoziationskreis diente in diesem Kontext einerseits zur Auseinandersetzung mit der Kinderperspektive im Übergangsprozess und andererseits als Einstieg in die inhaltliche Auswertung, welche Fragen Kinder im Übergangsprozess beschäftigen.

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Porträtfoto von Prof. Dr. Enikö Zala-Mezö

+41 43 305 68 76

Porträtfoto von Dr. Julia Häbig

+41 43 305 62 73

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