NaturenKindheiten in Verhandlung: Eine Ethnographie von Umwelt- und Naturbeziehungen im Kindergarten des Anthropozäns
Also available in English
Inhalt dieser Seite
Steckbrief
- Projektleitung
- Anja Sieber Egger (PHZH), Gisela Unterweger (PHZH)
- Projektteam
- Felizitas Juen (PHZH), Georg Rissler (PHZH)
- Organisationseinheit
- F-BW-KSG (Kindheiten in Schule und Gesellschaft)
- Projektphase
- Abgeschlossen (1.5.2022 – 30.4.2026)
- Projekttyp
- Forschungs- und Entwicklungsprojekt
- Finanzierung
- Schweizerischer Nationalfonds
Beschreibung
Insbesondere interessiert sich das Projektteam für die kindheitstheoretische Frage, wie sich Handlungsfähigkeiten (Agency) entwickeln, wenn Kinder mit ihrer belebten und unbelebten Umwelt interagieren, aber auch, wie genau Kinder diese Beziehungen gestalten und selbst verstehen. Aus kulturanalytischer Sicht wird insbesondere die Rolle von Materialität und von nicht-menschlichen Lebewesen bei der Gestaltung von Umweltbeziehungen in so genannten «common worlds» (den von menschlichen und nicht-menschlichen Lebewesen sowie Dingen gemeinsam hervorgebrachten Welten) genauer betrachtet. Das Kind kommt so als nicht alleinig handelnd in den Blick. Damit wird die in jüngster Zeit kritisierte scharfe Trennung zwischen Natur und Kultur infrage gestellt. Als Rahmung wird im Projekt mituntersucht, wie – und welche – gesellschaftliche Bilder und Vorstellungen rund um Natur und Kindheit im Alltag des Kindergartens wirksam werden.
Mit der ethnografischen Erforschung, Beschreibung und Analyse der Ausgestaltung von Kind-Umwelt-Verhältnissen im institutionellen Kontext des Kindergartens leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu den wissenschaftlichen Debatten rund um das Anthropozän. Aus gesellschaftlicher Perspektive ist insbesondere die ethische Dimension des (nachhaltigen) Handelns im Kontext von Umweltfragen und der Klimakrise relevant.