QUIMS : Überfachliche Kompetenzen an QUIMS-Schulen fördern
Das Programm Qualität in multikulturellen Schulen (QUIMS) fördert Schulen in den Handlungsfeldern Sprachförderung, Schulerfolg und Integration und soll so Bildungsbenachteiligungen reduzieren. Rund 160 Schulen nehmen im Kanton Zürich am Programm teil. Seit 2014 arbeiten diese mit obligatorischen Schwerpunkten: von 2014 bis 2018 an den Schwerpunkten «Schreiben auf allen Schulstufen» und «Sprache und Elterneinbezug im Kindergarten» und von 2019 bis 2026 am Schwerpunkt «Beurteilen und Fördern mit Fokus auf Sprache». Der Kanton bietet allen QUIMS-Schulen fachliche Unterstützung bei der Umsetzung an – dazu gehören unter anderem Beratungen, Veranstaltungen und Weiterbildungen der PH Zürich.
Nun hat das Volksschulamt des Kantons Zürich den neuen Schwerpunkt «Überfachliche Kompetenzen fördern» und mit diesem die neue Plattform quims.ch lanciert. Der Schwerpunkt wird von 2027 bis 2030 die Arbeit der QUIMS-Schulen prägen; die vollständige Online-Plattform wird voraussichtlich vor den Sommerferien aufgeschaltet.
Im April fanden zwei Treffen mit rund 200 Vertreter:innen von QUIMS-Schulen statt, an denen der neue Schwerpunkt und die Plattform vorgestellt wurden. Zusätzlich wurden alle teilnehmenden Schulen eingeladen, eine Standortbestimmung vorzunehmen und aus einer breiten Palette an schulinternen Weiterbildungen (Schilw) ein für sie passendes Angebot auszuwählen. Die Schilw wurden von der PH Zürich in Zusammenarbeit mit der PH FHNW entwickelt und umfassen zentrale Aspekte überfachlicher Kompetenzen: Growth-Mindset, selbstreguliertes Lernen und sozial-emotionales Lernen. Die Angebote richten sich an ganze Schulteams und sollen eine nachhaltige Verankerung dieser Aspekte im Schulalltag unterstützen.
Im Gespräch ordnet Claudia Neugebauer, Dozentin an der PH Zürich, den neuen Schwerpunkt ein. Sie war an der Entwicklung der Angebote beteiligt.
Claudia Neugebauer, wo sehen Sie – wenn es um die überfachlichen Kompetenzen geht – aktuell den grössten Handlungsbedarf an QUIMS-Schulen?
Die Förderung von überfachlichen Kompetenzen ist in sprachlich heterogenen Klassen besonders wichtig, weil diese Kompetenzen entscheidend dazu beitragen, Lernbarrieren zu reduzieren und Partizipation zu ermöglichen. Wenn ich mit einzelnen Lehrpersonen spreche, sagen viele, dass sie überfachliche Kompetenzen fördern – und tatsächlich finden sich dazu ja auch Elemente in verschiedenen Lehrmitteln. Was jedoch häufig fehlt, ist der Austausch auf Schulebene und eine koordinierte, gemeinsame Arbeit am Thema. Die Schulentwicklungsforschung zeigt aber: Schulen sind erfolgreicher, wenn sie auf einer gemeinsamen Grundlage aufbauen und ein kollektives Verständnis entwickeln. Der neue QUIMS-Schwerpunkt stellt den Schulen unterschiedliche Zugänge zur Förderung überfachlicher Kompetenzen zur Verfügung. Wichtig ist dabei weniger die Wahl des Zugangs als vielmehr, dass ein Schulteam diesen Weg gemeinsam beschreitet und sich genügend Zeit für die Umsetzung nimmt. Ein gemeinsames Verständnis und ein koordinierter Prozess sind wesentliche Voraussetzungen für wirksame Schulentwicklung.
Wie nehmen Sie die Stimmung im Schulfeld wahr, wenn es darum geht, überfachliche Kompetenzen zusätzlich zu fördern?
Bisher habe ich viele positive Reaktionen gehört. Es wird geschätzt, dass für die Arbeit am Thema ein vielfältiges Angebot mit verschiedenen Zugängen geschaffen wurde.
Welche Rolle übernimmt die PH Zürich konkret bei der Umsetzung des neuen Schwerpunkts – und wie unterstützen die Weiterbildungen die Schulen im Alltag?
Wir haben fünf Angebote für schulinterne Weiterbildungen entwickelt, die bei Bedarf angepasst an die Voraussetzungen der einzelnen Schule ausgebaut werden können. Zusätzlich bietet die PH Zürich umfangreiche Möglichkeiten für einzelne Lehrpersonen, die sich individuell mit dem Thema befassen wollen, so beispielsweise der CAS Selbstreguliertes Lernen, der im Sommer startet. Auf unserer Website sind alle Informationen zu unseren QUIMS-Angeboten verfügbar.


