Interview : Erste DAS-Diplome an Schulleitungen übergeben
Im Frühling 2023 startete der erste DAS Schulleitung und löste damit die Ära der Schulleitungsausbildung im CAS-Format ab. Nun, zwei Jahre später, schlossen die ersten Schulleitungen ihre DAS-Ausbildung ab. Die Studiengangsleitenden Stefanie Michel-Loher und Ivo Kamm ziehen anlässlich der ersten Absolvent:innen Bilanz.

Das modulare Konzept der Schulleitungsausbildung bietet individuelle Wahlmöglichkeiten. Welche Rückmeldungen haben Sie dazu im ersten Durchgang des neuen DAS erhalten?
Ivo Kamm: Die Modularisierung hat sich bewährt. Mit dem DAS können sich die Teilnehmenden mehr als die Hälfte der Module selbst zusammenstellen. Bereits erworbene Kompetenzen werden berücksichtigt. Die Teilnehmenden berichten uns, dass sie die Möglichkeit schätzen, selbst entscheiden zu können, welches Thema sie gemäss ihren Bedürfnissen vertiefen möchten. Natürlich gibt es auch Standortgespräche, in denen die zuständige Lehrgangsleitung mit der Person erörtert, wo sie steht und welche Entwicklungsschritte als Nächstes angegangen werden können. Diese Standortbestimmungen finden in regelmässigen Abständen während der Ausbildung statt und werden von vielen Teilnehmenden sehr geschätzt.
Seit 2023 gibt es unterschiedliche Einstiege in die Schulleitung. Wie hat sich das im ersten Durchgang des DAS niedergeschlagen?
Stefanie Michel-Loher: Ein zentrales Anliegen des neuen Gesamtkonzepts war es, die Schulführung auf Basis des Zürcher Schulführungsmodells weiter zu professionalisieren und gleichzeitig die grösstmögliche Personalisierung in der Schulleitungsausbildung zu ermöglichen. Dies ist nur möglich, wenn den unterschiedlichen Voraussetzungen der Personen Raum gegeben wird. Ob ich als erfahrene Lehrperson oder als quereinsteigende Führungsperson aus der Wirtschaft in die Funktion der Schulleitung einsteige, erfordert unterschiedliche Kompetenzen, die es noch zu erwerben gilt. Unser Ansatz ist daher: die Auseinandersetzung mit der Schulleitungsrolle aus verschiedenen Perspektiven für alle und eine individuelle fachliche Vertiefung je nach mitgebrachtem Profil. Der Mix der bisherigen beruflichen Erfahrungen der Teilnehmenden hat sich für alle als sehr gewinnbringend erwiesen. Die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen sind für den Austausch und das gemeinsame Lernen enorm wertvoll, was uns auch immer wieder bestätigt wurde.
58 Absolvent:innen nach zwei Jahren – haben alle denselben Lehrgang durchlaufen?
Ivo Kamm: Nein. Wir haben parallel mit drei Lehrgangsgruppen begonnen. Durch die Individualisierung und Flexibilisierung des Lehrgangs mischen sich die Teilnehmenden in den Wahlpflichtmodulen, sodass immer wieder neue Konstellationen entstehen und ein Netzwerk über die eigene Lehrgangsgruppe hinaus aufgebaut werden kann. Die Teilnehmenden schliessen aufgrund ihrer unterschiedlichen Planung dann zu unterschiedlichen Zeitpunkten ab.
Neue Module, mindestens zwei Jahre Dauer, 30 ECTS-Punkte – was nehmen diese neuen Schulleitungen nun mit in die Praxis, was frühere CAS-Absolvent:innen nicht mitgenommen haben?
Stefanie Michel-Loher: Mit dem DAS Schulleitung erwirbt man das Rüstzeug für die verantwortungsvolle Rolle als Schulleitung in der heutigen Zeit. Die berufsbegleitende Ausbildung basiert auf einem komplexen Verständnis gesellschaftlicher, sozialer und pädagogischer Zusammenhänge und bereitet mit einem fundierten Handlungsspektrum auf entsprechende Praxissituationen vor. Die Ausbildung unterstützt zudem bei der Übernahme der Schulleitungsrolle und hilft bei der Gestaltung einer «guten Schule».


