ABU-Lehrplan : Abschluss Projekt «Allgemeinbildung 2030»
Im Sommer 2026 starten alle Berufsfachschulen der Schweiz mit einem neuen Lehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht (ABU). Daniel Degen, Leiter des Zentrums Berufs- und Erwachsenenbildung der PH Zürich, berichtet im Interview über das Projekt «Allgemeinbildung 2030». Er erzählt, wie die PH Zürich die Kantone und Berufsfachschulen bei der Entwicklung und Einführung der neuen Lehrpläne unterstützt hat und was in Zukunft geplant ist.
Daniel Degen, was ist das Projekt «Allgemeinbildung 2030»?
«Allgemeinbildung 2030» ist ein Projekt des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation. Ziel war und ist es, den allgemeinbildenden Unterricht noch konsequenter auf die zukünftigen Anforderungen von Gesellschaft und Arbeitsmarkt auszurichten. Im Rahmen des Projekts wurden die Bildungsinhalte, das Ausbildungskonzept, der Unterrichtsumfang sowie das Qualifikationsverfahren umfassend überprüft und weiterentwickelt. Die revidierte Verordnung mit dem neuen Rahmenlehrplan ist am 1. Januar 2026 in Kraft getreten. Viele Kantone erarbeiteten auf dieser Basis einen einheitlichen, kantonalen Lehrplan. Seit dem Schuljahr 2026/2027 setzen sämtliche Berufsfachschulen der Schweiz die neuen ABU-Lehrpläne um.
Wie hat die PH Zürich die Kantone und Berufsfachschulen in diesem Prozess unterstützt?
Wir durften acht Deutschschweizer Kantone und gut 20 Berufsfachschulen auf mehreren Ebenen durch diesen Entwicklungsprozess begleiten. Bei der Erarbeitung der kantonalen Lehrpläne setzten wir bewusst auf eine Arbeitsteilung: Die inhaltliche Expertise lag bei den beteiligten ABU-Lehrpersonen. Sie brachten ihre Erfahrung ein und sorgten dafür, dass die Anforderungen des Rahmenlehrplans mit der Lebenswelt ihrer Lernenden verknüpft und die Ergebnisse für die Schulen anschlussfähig sind. Unsere Rolle bestand darin, den Prozess aus pädagogisch-didaktischer Perspektive zu begleiten und lebensweltliche Anforderungen in konkrete Kompetenzen zu überführen. Mit gezielten Coachings und Prozessberatungen konnten wir pädagogisch-didaktische Fragestellungen frühzeitig klären und so eine zielgerichtete Weiterarbeit der Autor:innen ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf praxisnahen Weiterbildungen für ABU-Lehrpersonen. Dabei stand nicht allein das Verständnis der Neuerungen im Vordergrund, sondern vor allem auch deren konkrete Umsetzung im Unterricht, beispielsweise bei der Entwicklung kompetenzorientierter Unterrichtseinheiten, Prüfungen oder Beurteilungskriterien. So konnten wir in zahlreichen Kantonen und Berufsfachschulen von der Entwicklung der kantonalen Lehrpläne über die Weiterbildung der Lehrpersonen bis zur konkreten Umsetzung im Unterricht einen Beitrag leisten.
Was ist künftig geplant?
Die Einführung des neuen Lehrplans ist erst der Anfang. Nun gilt es, die erarbeiteten Unterrichtseinheiten und Prüfungen entlang der Erfahrungen aus dem Schulalltag weiterzuentwickeln und da zu verankern. Zentral ist zudem, die Neuerungen im Kommunikationsbereich sinnvoll mit gesellschaftlichen Aspekten zu verbinden und in die Unterrichtspraxis einzubinden. Dazu gehören auch die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz und der Einfluss auf Lesen, Schreiben und Kommunizieren. Dafür entwickeln wir praxistaugliche Hilfsmittel und Weiterbildungsangebote, die Lehrpersonen dabei unterstützen, diese Entwicklungen kompetent und reflektiert im Unterricht einzusetzen. Darüber hinaus bringen wir unsere pädagogisch-didaktische Expertise in die Qualitätssicherung ein. Wir bleiben mit den Berufsfachschulen und Lehrpersonen also in engem Austausch und unterstützen dort, wo sich Entwicklungs- und Supportbedarf zeigt.


