Zürcher Schulführungsmodell

Das Zürcher Schulführungsmodell bildet die Grundlage für die Aus- und Weiterbildung von Führungspersonen an der PH Zürich. Das Modell umfasst die verschiedenen Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Führung von Schulen notwendig sind.

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Das Zürcher Schulführungsmodell gibt Schulleiterinnen und Schulleitern – und in angepasster Form auch anderen Führungspersonen – eine Orientierung bei ihren Aufgaben und in der persönlichen Kompetenzentwicklung. Es bildet die Grundlage für die Schulleitungsausbildung und die anderen Angebote des Zentrums Management und Leadership der PH Zürich.

Das Zürcher Schulführungsmodell zeigt zeigt die Handlungsfelder, Ansprüche und Ebenen der Gestaltung in der Schulführung.
Zürcher Schulführungsmodell, entwickelt durch die PH Zürich

Die fünf Handlungsfelder Personal, Pädagogik, Entwicklung, System und Management spiegeln sich in der Gliederung der Wahlmodule der Schulleitungsausbildung, die auch amtierenden Schulleiter:innen für eine aufbauende Qualifikation offenstehen.

Führung als sozialer Prozess

Grundlage des Zürcher Schulführungsmodells ist das Verständnis von Führung als einem sozialen Prozess zwischen Personen in Situationen. Führende und geführte Personen nehmen in Situationen Einfluss aufeinander. Führung wird dadurch zu einer Praxis, die gestaltet werden muss.

Fünf Handlungsfelder

Führungspersonen in Bildungsorganisationen

  • nutzen strategische Instrumente zielgerichtet, um die Aufbau- und Prozessorganisation ihrer «guten Schule» zu gestalten;
  • setzen die vorhandenen Ressourcen effektiv, effizient und zielgerichtet ein;
  • kennen geltende Qualitätsmassstäbe und -ansprüche und nutzen diese sinnvoll und konsequent für die Gestaltung ihrer «guten Schule»;
  • sorgen für die Sicherung einer hohen Schul- und Unterrichtsqualität und überprüfen diese mit geeigneten Instrumenten und Verfahren systematisch und regelmässig.

Führungspersonen in Bildungsorganisationen

  • gestalten Personalprozesse vorausschauend, ressourcenorientiert und zielgerichtet;
  • kennen das Personalrecht und wenden dieses situationsangemessen an;
  • verwenden Konzepte der Personalentwicklung, um Ressourcen und Potenziale von Mitarbeitenden zu erkennen und deren Professionalisierung zu fördern;
  • nutzen Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung und fördern eine wertschätzende Organisationskultur, um die Arbeitszufriedenheit aller Beteiligten zu stärken.

Führungspersonen in Bildungsorganisationen

  • können sich und ihre Position innerhalb des Bildungssystems und der eigenen Organisationseinheit verorten, kennen ihre und andere Gestaltungsmöglichkeiten und nehmen rollengerecht Einfluss;
  • richten sich in ihrer Arbeit an den gesetzlichen Rahmenbedingungen auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene aus und nutzen ihren Handlungsspielraum konstruktiv;
  • kommunizieren und informieren sowohl intern als auch extern korrekt und adressatengerecht;
  • verstehen sich als wesentlichen Teil der Gesellschaft, setzen im lokalen Kontext strategische, strukturelle und kulturelle Schwerpunkte und pflegen Beziehungen mit den verschiedenen Anspruchsgruppen.

Führungspersonen in Bildungsorganisationen

  • setzen sich mit dem Bildungsauftrag der Schule, gesellschaftlichen Trends und wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinander und führen diese in ihrer persönlichen Vorstellung von «guter Schule» zusammen;
  • nutzen unterschiedliche Lernbegriffe und Unterrichtskonzepte als Grundlage für eine altersgerechte, personalisierte und lernförderliche Gestaltung und Entwicklung von Unterricht und Schule;
  • reflektieren Zusammenhänge von Lernen, Führung und Organisation auf der Basis von ausgewählten Organisations- und Führungstheorien und -modellen und beziehen diese in ihre Führung ein;
  • etablieren eine Kultur gemeinschaftlicher Verantwortung für das Lernen der Schüler:innen.

Führungspersonen in Bildungsorganisationen

  • entwickeln ihre Schule partizipativ, wissenschafts- und datenbasiert unter Berücksichtigung einer gemeinschaftlichen Vorstellung einer «guten Schule»;
  • führen ihre Schule mit Blick auf die Diversität aller Beteiligten so, dass alle ihren Rollen entsprechend an der Schulgemeinschaft teilhaben;
  • gestalten Entwicklungen ausgehend von den Spannungsfeldern zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie Individuum und Gesellschaft;
  • ermöglichen und nutzen Lernprozesse auf organisationaler und individueller Ebene.

Zu den fünf Handlungsfeldern bietet die PH Zürich verschiedene Module für Führungspersonen an.

Ansprüche an Führung

Das kompetenzbasierte Handeln von Führungspersonen in Bildungsorganisationen gründet auf Ansprüchen, die von den Beteiligten, vom System, von der Gesellschaft und letztlich auch von den Führungspersonen selbst gestellt werden. Ansprüche sind keine Kompetenzen von Führungspersonen, sondern eine normative Grundlage für Führungshandeln in vier Bereichen: Sinn, Beziehungen, Lernen und Qualität.

Das kompetenzbasierte Handeln von Führungspersonen in Bildungsorganisationen gründet auf Ansprüchen, die von den Beteiligten, vom System, von der Gesellschaft und letztlich auch von den Führungspersonen selbst gestellt werden. Ansprüche sind keine Kompetenzen von Führungspersonen, sondern eine normative Grundlage für Führungshandeln in vier Bereichen: Sinn, Beziehungen, Lernen und Qualität.

Sinn als Anspruch an Führung bedeutet die individuelle und gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns.

Führungspersonen orientieren sich an einer Vision einer «guten Schule». Diese Vision gründet auf den gesetzlichen Grundlagen, wissenschaftlichen Erkenntnissen, gesellschaftlichen Anforderungen und eigenen Erfahrungen. Im Zentrum steht eine förderliche Gestaltung der pädagogischen Praxis für das Lernen der Schüler:innen durch alle Mitglieder der Schulgemeinschaft.

Das kompetenzbasierte Handeln von Führungspersonen in Bildungsorganisationen gründet auf Ansprüchen, die von den Beteiligten, vom System, von der Gesellschaft und letztlich auch von den Führungspersonen selbst gestellt werden. Ansprüche sind keine Kompetenzen von Führungspersonen, sondern eine normative Grundlage für Führungshandeln in vier Bereichen: Sinn, Beziehungen, Lernen und Qualität.

Führung ist ein sozialer Prozess, bei dem es um die Gestaltung von vielfältigen symmetrischen und asymmetrischen Beziehungen geht. Die Beziehungen zwischen Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen, Schulleitenden, Lehr- und Fachpersonen, Eltern sowie weiteren Beteiligten sind unterschiedlich in Hinblick auf Wissen und Erfahrung, Kompetenzen und Macht. Der Anspruch an Führung besteht in einer respektvollen, konstruktiven und wertschätzenden Kommunikation und rollengerechten Gestaltung dieser Beziehungen.

Führungspersonen pflegen ausserdem einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und Krisen und handeln professionell.

Das kompetenzbasierte Handeln von Führungspersonen in Bildungsorganisationen gründet auf Ansprüchen, die von den Beteiligten, vom System, von der Gesellschaft und letztlich auch von den Führungspersonen selbst gestellt werden. Ansprüche sind keine Kompetenzen von Führungspersonen, sondern eine normative Grundlage für Führungshandeln in vier Bereichen: Sinn, Beziehungen, Lernen und Qualität.

Führungspersonen reflektieren ihr eigenes Handeln, verstehen sich selbst als Lernende im Rahmen ihrer Professionalisierung und bilden sich systematisch weiter. Sie haben hohe Erwartungen an sich selbst und an die Kompetenzentwicklung und das Lernen aller Beteiligten, unterstützen dieses beziehungsweise fordern dieses ein.

Das kompetenzbasierte Handeln von Führungspersonen in Bildungsorganisationen gründet auf Ansprüchen, die von den Beteiligten, vom System, von der Gesellschaft und letztlich auch von den Führungspersonen selbst gestellt werden. Ansprüche sind keine Kompetenzen von Führungspersonen, sondern eine normative Grundlage für Führungshandeln in vier Bereichen: Sinn, Beziehungen, Lernen und Qualität.

Das Ziel von Führung in Bildungsorganisationen ist das Erreichen einer hohen Qualität von Schule und Unterricht. Führungspersonen orientieren sich dabei an transparenten und verbindlichen Qualitätsmassstäben und beziehen sich in ihrem Führungshandeln konsequent darauf. Zudem überprüfen und sichern sie die Qualität datenbasiert und systematisch.

Gestandene Schulleitungen können im Rahmen der Module für Füh­rungs­per­so­nen der PH Zürich ihre Kom­pe­ten­zen erweitern. Eine solche Wei­ter­bil­dung unterstützt sie in den wachsenden Aufgaben als Schulleitung. Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz

Gestaltung von Führung

Eine professionelle Gestaltung von Führung beruht auf einer funktionalen, relationalen und strategischen Ebene. Je nach Situation und Führungskonstellation sind diese unterschiedlich gewichtet, jedoch immer relevant. Die Basis bildet ein gemeinschaftliches Verständnis von Führung, bei dem innerhalb einer Schule verschiedene Personen formell und informell führen und Verantwortung übernehmen. Dabei agieren die Personen mit unterschiedlichen Funktionen und Rollen und gestalten diese aktiv und adäquat.

Die funktionale Ebene in der Gestaltung von Führung bezieht sich auf die Strukturen und Hierarchien von Führung und die Funktionen derjenigen, die an Führung beteiligt sind. In Schulen gibt es unterschiedliche Funktionen in Bezug auf die Verantwortung für Organisationseinheiten, Themenbereiche oder Aufgaben, die nur teilweise hierarchisch funktionieren wie etwa Schulleitungen.

Funktionsträger:innen gestalten ihre Funktion gezielt und bewusst, verstehen sich als Führungsperson und nehmen diese Rolle aktiv wahr. Sie können Entscheidungen fällen und sozialverträglich durchsetzen.

Eine professionelle Gestaltung von Führung beruht auf einer funktionalen, relationalen und strategischen Ebene. Je nach Situation und Führungskonstellation sind diese unterschiedlich gewichtet, jedoch immer relevant. Die Basis bildet ein gemeinschaftliches Verständnis von Führung, bei dem innerhalb einer Schule verschiedene Personen formell und informell führen und Verantwortung übernehmen. Dabei agieren die Personen mit unterschiedlichen Funktionen und Rollen und gestalten diese aktiv und adäquat.

Die relationale Ebene von Führung betont das netzwerkartige Geflecht von Beziehungen, in das Führungspersonen eingebettet sind. Führung ist ein sozialer Prozess zwischen Führungspersonen und Geführten in gegenseitiger Abhängigkeit.

Führungspersonen gestalten Führung als gemeinschaftliche Aufgabe, welche die unterschiedlichen Kompetenzen der Beteiligten einbeziehen und funktions- und rollenadäquat gestalten.

Führungspersonen beziehen andere Personen bewusst in Führungsaufgaben ein. Sie initiieren gemeinsame Erfahrungen, die vertrauensvollen Beziehungen fördern, und ermöglichen bei allen Beteiligten eine Identifikation mit der Organisation und der Aufgabe.

Eine professionelle Gestaltung von Führung beruht auf einer funktionalen, relationalen und strategischen Ebene. Je nach Situation und Führungskonstellation sind diese unterschiedlich gewichtet, jedoch immer relevant. Die Basis bildet ein gemeinschaftliches Verständnis von Führung, bei dem innerhalb einer Schule verschiedene Personen formell und informell führen und Verantwortung übernehmen. Dabei agieren die Personen mit unterschiedlichen Funktionen und Rollen und gestalten diese aktiv und adäquat.

Die strategische Ebene in der Gestaltung von Führung bezieht sich auf die Zielorientierung der Einflussnahme. Führungspersonen nehmen ausgehend von persönlichen und organisationalen Zielen Einfluss auf Lehr- und Fachpersonen, die Schulleitung, Schulbehörden und weitere schulische Akteur:innen. Oberstes Ziel ist es dabei, die pädagogische Praxis innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen zu stärken.

Leadership for Learning – gemeinsam Schulen lernwirksam gestalten
Band 2 der Buchreihe «Führung von und in Bildungs­or­ga­ni­sa­tio­nen», von Niels Anderegg, Angelika Knies, Livia Jesacher-Rössler und Johannes Breitschaft. Das Buch ist im Hep-Verlag erschienen.

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