Ludic Culture Hub:  Leveraging Play for Innovation, Education and Transformative Futures

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Der «Ludic Culture Hub» verbindet die vier Zürcher Hochschulen rund um Spiele als kulturelle, pädagogische, technologische und künstlerische Praxis. Die PHZH leitet die Dimension «Ludic Education» mit Flagship-Projekten in Forschung und Schule.

Inhalt dieser Seite

Steckbrief

Projektleitung
Hiloko Kato (ZHdK)
Projektteam
Bernadette Spieler (PHZH), Adrian Degonda (PHZH), Janine Trütsch (PHZH), Larissa Meyer-Baron (PHZH), Christian Mathis (PHZH), Andri Gerber, Stefan Schmidlin (ZHdK)
Organisationseinheit
F-BW-BDW (Bildung und Digitaler Wandel)
Projektphase
Laufend (1.10.2026 – 30.9.2029)
Projekttyp
Forschungs- und Entwicklungsprojekt
Finanzierung
Digitalisierungsinitiative
Beteiligte Institutionen
Universität Zürich; ZHdK; ZHAW

Beschreibung

Spielen als Forschungs- und Innovationsraum

Der Ludic Culture Hub schafft eine gemeinsame Struktur für Forschung, Bildung, Gestaltung und Wissenstransfer rund um Spiel, Games und interaktive Medien. Beteiligt sind die Universität Zürich, die Zürcher Hochschule der Künste, die Pädagogische Hochschule Zürich und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Gemeinsam mit Schulen, Bildungsbehörden, der Game Branche, Kulturinstitutionen und weiteren Praxispartnern untersuchen und gestalten sie die Bedeutung ludischer Praktiken für Bildung, Gesellschaft, Technologie und nachhaltige Entwicklung.

«Ludic Culture» wird dabei bewusst breit verstanden. Im Zentrum stehen nicht nur digitale Spiele, sondern auch Simulationen, spielerisches Experimentieren, das Erproben möglicher Zukunftsszenarien und die kreative Auseinandersetzung mit komplexen Systemen. Spielen ermöglicht es, Annahmen zu überprüfen, alternative Handlungsweisen zu erkunden und neue Zugänge zu gesellschaftlichen, technologischen und kulturellen Fragen zu entwickeln. Ein gemeinsamer Arbeitsort im Swiss Game Hub in Zürich Oerlikon verbindet die Hochschulen mit der Schweizer Game Branche und schafft Raum für Forschung, Co-Creation, Veranstaltungen und den kontinuierlichen Austausch mit Praxispartnern.

Vier Dimensionen ludischer Kultur

Die Aktivitäten des Ludic Culture Hub sind in vier miteinander verbundenen Dimensionen organisiert:

  • «Ludic Social Analysis» unter Leitung der Universität Zürich untersucht Games als kulturelle und gesellschaftliche Praktiken.
  • «Ludic Experience and Experiments» unter Leitung der Zürcher Hochschule der Künste erforscht spielerische Methoden für Gestaltung, Kunst und experimentelle Forschung.
  • «Ludic Education» unter Leitung der PH Zürich überträgt Erkenntnisse zu Games und Spiel in Schule, Unterricht, Weiterbildung und Schulentwicklung.
  • «Ludic Sustainability» unter Leitung der ZHAW untersucht sowohl den Einsatz von Games für Nachhaltigkeitsbildung als auch die nachhaltige Entwicklung der Game Branche.
  • Digital Literacy, künstliche Intelligenz, Inklusion, Diversität sowie ökologische und technologische Nachhaltigkeit werden dimensionsübergreifend berücksichtigt.

Ludic Education an der PH Zürich

Kinder und Jugendliche wachsen in einer von Games und interaktiven Medien geprägten Kultur auf. Schulen stehen deshalb vor der Aufgabe, diese Erfahrungen pädagogisch fundiert, kritisch und kreativ aufzugreifen. Die Dimension «Ludic Education» entwickelt dafür wissenschaftlich begründete und langfristig nutzbare Modelle. Die inhaltliche Grundlage bildet das Dagstuhl Dreieck. Es betrachtet Games aus drei miteinander verbundenen Perspektiven: Games als Lernangebote, Games als kulturelle Phänomene und Game Design als kreative und konstruktive Praxis. Lernende sollen Games deshalb nicht nur spielen oder als Lernmedien nutzen. Sie sollen Spiele auch gestalten, verändern, analysieren und als regelbasierte Systeme reflektieren können. Die PH Zürich verbindet diesen Ansatz mit Unterrichtsentwicklung, Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sowie Schulentwicklung. Die entwickelten Modelle und Materialien werden mit Schulen und Praxispartnern (zum Beispiel Volksschulamt Zürich, Inlusio Interactive, Sekundarschule Seehalde) erprobt und weiterentwickelt und auf den Lehrplan sowie auf kantonale Strategien in den Bereichen Bildung, Digitalisierung und Medien und Informatik abgestimmt. Folgende Flagship-Projekte sind in dieser Dimension geplant.

Flagship 1: Games in Education Framework

Gemeinsam mit dem Volksschulamt des Kantons Zürich entwickelt die PH Zürich einen Orientierungsrahmen für den pädagogisch fundierten Umgang mit Games in der Volksschule. Dazu werden bestehende Unterrichtspraktiken erfasst, Lücken und Entwicklungsbedarfe identifiziert und konkrete Modelle für unterschiedliche Schulstufen entwickelt. Geplant sind exemplarische Unterrichtseinheiten, Weiterbildungsangebote, schulbezogene Anwendungsszenarien und ausgewählte Pilotprojekte. Der Orientierungsrahmen soll die drei Perspektiven des Dagstuhl Dreiecks systematisch miteinander verbinden und eine Grundlage für Unterricht, Weiterbildung und Schulentwicklung schaffen. Ziel ist eine langfristig tragfähige und kantonal anschlussfähige Orientierung für Games in der Bildung.

Flagship 2: Game Design Festival for Schools

Das «Game Design Festival for Schools» ermöglicht Schüler:innen und Lehrpersonen der Primar und Sekundarstufe, eigene analoge oder digitale Spiele zu entwickeln und öffentlich zu präsentieren. Die Entwicklungsarbeit findet im Unterricht statt und wird durch Workshops, Online Ressourcen, fachliche Inputs und Formate wie Game Jams unterstützt. Die entstandenen Spiele werden an einem jährlich stattfindenden Festival ausgestellt, gespielt und gemeinsam mit Fachpersonen aus Schule, Hochschule, Game Design und Kreativwirtschaft diskutiert. Eine Jury, Auszeichnungen und öffentliche Präsentationen würdigen die Arbeiten der Schüler:innen. Das Festival fördert Kreativität, Storytelling, Game Design, systemisches Denken und Problemlösekompetenzen. Gleichzeitig entsteht ein nachhaltiges Format, das Schulen, Lehrpersonenbildung, Hochschulen und die Zürcher Game Branche miteinander verbindet.

Flagship 3: IMPACT+

IMPACT+ untersucht, wie Kinder zentrale Programmierkonzepte zunächst spielerisch und ohne Computer kennenlernen und dieses Wissen später auf visuelle Programmierumgebungen übertragen können. Das Projekt baut auf einen bereits entwickelten analogen und digitalen Prototypen auf und soll Game Design, Unterrichtsentwicklung und empirische Bildungsforschung verbinden. In der aktuellen dritten Projektphase werden Schulen über einen längeren Zeitraum begleitet. In der 3. und 4. Klasse stehen gamebasierte und unplugged Aktivitäten mit IMPACT+ im Zentrum. In der 5. und 6. Klasse folgt der strukturierte Übergang zum visuellen Programmieren. Dabei wird untersucht, wie sich das frühe spielerische Lernen auf das Verständnis von Programmierkonzepten, den Lerntransfer, die Motivation und die Einstellungen gegenüber Informatik auswirkt. Die Prototypen, Unterrichtsmaterialien und Weiterbildungsangebote werden gemeinsam mit Schulen und Gestaltungspartnern weiterentwickelt, erprobt und evaluiert. Daraus entstehen wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für Lehrmittel, Unterricht und die langfristige Gestaltung informatischer Bildung.

Hochschulübergreifende Zusammenarbeit: Games, Geschichte und politische Bildung

Ein weiteres Projekt bringt Expertise in den Bereichen Gesellschaftswissenschaften, Geschichte und politische Bildung ein. Im Zentrum stehen die Denkprozesse von Lernenden, das freie Spiel von Kindern sowie die Integration von Storytelling und ludischen Elementen in Unterrichtsmaterialien.

Beitrag der PH Zürich zum Gesamtprojekt

Neben der Leitung der Dimension «Ludic Education» stärkt die PH Zürich insbesondere die Verbindung zwischen Forschung und Praxis. Sie bringt Schulen, Bildungsbehörden, Hochschulen, die Game-Branche und weitere öffentliche Institutionen in einen kontinuierlichen Austausch und unterstützt die gemeinsame Entwicklung, Erprobung und Verbreitung neuer Ansätze. Darüber hinaus trägt die PH Zürich zur Qualität und Weiterentwicklung des Ludic Culture Hub bei. Gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen begleitet sie die Aktivitäten des Hubs, wertet Erfahrungen aus und schafft Grundlagen für eine langfristige, nachhaltige und praxisnahe Zusammenarbeit.

Kontakt

Porträtfoto von Prof. Dr. Bernadette Spieler

+41 43 305 68 31

Porträtfoto von Prof. Dr. Christian Mathis

+41 43 305 54 77