Elterngespräche : KI-Avatare trainieren angehende Lehrpersonen
Um herausfordernde Gespräche mit Erziehungsberechtigten authentisch zu üben und zu reflektieren, entwickelt und evaluiert die PH Zürich zurzeit ein virtuelles Training für angehende Lehrpersonen. Die Studierenden trainieren die Gespräche in einem KI-gestützten Setting, das praxisnahe Übungssituationen mit gezielter Reflexion verbindet.
Verantwortlich für das Projekt ist PHZH-Dozent Martin Berger, der dieses im Rahmen des Projekts IMMERSE der Digitalisierungsinitiative gemeinsam mit den PHZH-Dozierenden Simone Herzog und Tobias Schifferle sowie Marcial Koch umsetzt.
Training mit KI-Avataren
In einer ersten Evaluation Anfang Februar wurde das virtuelle Training von Studierenden der Sekundarstufe I ein erstes Mal getestet. Sie nutzten entweder eine Virtual-Reality-Brille oder ihren Laptop, um mit zwei KI-Avataren zu interagieren: einem ersten Avatar für realistische Gesprächssimulationen und einem zweiten Coach-Avatar für eine strukturierte Nachbesprechung.
Das Training beginnt mit einer Einführung durch den Coach-Avatar, gefolgt von der Gesprächssimulation und einem Reflexionsgespräch. Die Gespräche mit den Erziehungsberechtigten behandeln praxisnahe Szenarien wie Übertrittsthematik, Schulangst oder Cybermobbing, basierend auf dem Konzept der gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg.
Deutlicher Lerngewinn
Erste Ergebnisse weisen auf einen hohen Effekt auf die kommunikative Selbstwirksamkeit der Studierenden hin. Das Training ermöglicht, realistische Gesprächssituationen zu üben und Hemmungen zu reduzieren, sobald man sich an die exponierte Situation gewagt und ein wenig ausprobiert hat. Die Studierenden schätzten die unvorhersehbaren Reaktionen der KI-Avatare und die Reflexionsphase, die ihre Formulierungen verbessert. Der Coach-Avatar greift konkrete und persönliche Formulierungen auf, analysiert diese und schlägt auch alternative Formulierungen vor. Kritisiert wurden die Qualität des Feedbacks und die Varianz der Fragen.
Die Rückmeldungen fliessen nun in die Weiterentwicklung des Prototyps ein, mit dem Ziel, das Training in die berufspraktische Ausbildung der Sekundarstufe I zu integrieren. Die nächsten Tests mit rund 80 Studierenden finden im März statt.
