FOKUS LIFE SKILLSAusgabe 1/2026 : Bereit für die Zu­kunft

Bildung findet heute in einer dynamischen und digitalen Welt statt. Schule und Ausbildung vermitteln dabei Wissen und fördern spezifische Kompetenzen. Life Skills gewinnen hier zunehmend an Bedeutung, um erfolgreich zu lernen und eine gesunde Entwicklung zu unterstützen.

Text: Natalie Avanzino, Illustrationen: Andrea Pfister

Die Illustration auf rosa Hintergrund zeigt verschiedene Symbole, die einen Lernprozess darstellen. Im Zentrum steht ein grosser, dunkelrosa Kreis, über den eine weisse Zickzack-Linie mit drei kleinen gelben Flaggen nach oben führt und in einem gelben Kreis mit einem kreisförmigen Pfeilsymbol endet. Flankiert wird diese zentrale Route von verschiedenen Elementen: Oben links schwebt eine weiss-graue Wolke, während oben rechts ein grüner Kreis mit einem weissen Frage- und Ausrufezeichen sowie zwei kleineren grünen Punkten zu sehen ist. Im unteren Bereich befinden sich links zwei vertikal ineinandergreifende grüne Puzzleteile und rechts daneben eine Checkliste mit fünf Feldern; die obersten zwei sind bereits mit grünen Häkchen markiert, während ein feiner schwarzer Pfeil von unten nach oben an der Liste entlangweist.

Digitale Dauerverfügbarkeit, Desinformation, politische Polarisierung und soziale Vergleiche prägen den Alltag von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Welt ist komplexer und widersprüchlicher als noch vor wenigen Jahren. Leistungsdruck und digitale Herausforderungen sind im Bildungsalltag omnipräsent. Schule und Ausbildung stehen damit vor erweiterten Anforderungen: Kompetenzen, die über Fachwissen hinausgehen, gewinnen im Unterricht stärker an Gewicht. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD weist seit Jahren auf die wachsende Bedeutung von Life Skills hin, diese wurden in den 1990er Jahren durch die Weltgesundheitsorganisation WHO geprägt, um Kindern und Jugendlichen Werkzeuge für ein gesundes und erfolgreiches Leben zu vermitteln. Doch wie können Lehrpersonen Lernende auf eine von Unsicherheit und Wandel geprägte Welt vorbereiten und sie fit für Berufsleben und Gesellschaft machen?

Fundament des Lernens

Die Anforderungen an Lehrpersonen sind hoch: Lehrpläne sollen erfüllt, Leistungen beurteilt und Übergänge gestaltet werden – dies in Abwägung mit Erwartungen der Eltern, der Politik sowie der Wirtschaft. Gleichzeitig steigt der Anspruch, junge Menschen für ein immer anspruchsvolleres Leben zu rüsten. Life Skills gelten dabei als Schlüssel für Bildungserfolg und gesundes Aufwachsen. Darunter werden psychosoziale Fertigkeiten verstanden, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene befähigen, mit Anforderungen und Schwierigkeiten des täglichen Lebens aus eigener Kraft erfolgreich umzugehen. Dafür braucht es Kompetenzen, die lange als Soft Skills galten, heute jedoch als zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen, gesunde Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe anerkannt sind. Die Förderung überfachlicher Kompetenzen ist somit weder fakultativ noch ein Randprojekt des Unterrichts – nicht an der Volksschule und genauso wenig auf dem späteren individuellen Ausbildungsweg.

Die Illustration zeigt eine stilisierte Glühbirne auf weissem Hintergrund, deren Glaskörper als rosa Fläche dargestellt ist, in der sich ein kreisförmiges, grünes Labyrinth befindet. Ein kleiner dunkelrosa Kreis mit einem weissen Pfeil am oberen linken Rand weist auf den Eingang des Labyrinths hin, von dem aus eine feine, weisse Zickzack-Linie direkt durch die Barrieren bis ins Zentrum führt. Dort markiert eine kleine gelbe Flagge das Ziel. Kurze schwarze Striche umgeben den oberen Teil der Glühbirne wie Strahlen, während der Sockel in einem grau-weiss schattierten Farbverlauf dargestellt ist.

Je nach Kontext werden unterschiedliche Modelle verwendet: Die bereits erwähnten durch die WHO definierten zehn Life Skills stärken vor allem die Gesundheitsförderung und ‑prävention. Das «4K-Modell» mit den Schwerpunkten auf kritischem Denken, Kommunikation, Kooperation und Kreativität betont vorwiegend soziale und methodische Kompetenzen. Über diese beiden Modelle hinaus gehen die «Six Cs of Positive Youth Development» mit dem Fokus auf «Connection, Competence, Confidence, Character, Caring, Contribution». Dieses Modell bezieht zusätzlich die personalen Kompetenzen mit ein, also etwa Emotions- und Stressregulation, Selbstkonzept, Handlungsplanung, ‑steuerung und ‑kontrolle. Bezeichnungen und Schwerpunkte der Modelle variieren, der Kern bleibt hingegen der gleiche: personale, soziale und methodische Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Lernende befähigen, konstruktiv mit sich selbst, mit anderen und mit Herausforderungen umzugehen. Dazu zählen Selbstregulation, Emotionskompetenz, Empathie, Perspektivenwechsel, kritisches Denken, Medien- und Urteilskompetenz ebenso wie Resilienz, Verantwortungsübernahme und Selbstwirksamkeit. Es handelt sich also um Kompetenzen, die im schulischen Alltag permanent gefordert sind, aber selten gezielt gefördert werden. Bereits im Studium an der PH müssen die Studierenden bei jeder Unterrichtsplanung die überfachlichen Kompetenzen benennen und reflektieren. Für Lehrpersonen bedeutet dies also vor allem eine andere Gewichtung im Unterricht und keine neue Mehrarbeit.

Roger Keller, Leiter des Forschungszentrums Inklusion und Gesundheit in der Schule der PH Zürich, bezeichnet Life Skills als Fundament erfolgreichen Lernens und einer gesunden Entwicklung: «Wer nicht gelernt hat, mit negativen Emotionen und Stress umzugehen – oder wer keine Strategien zur Zielerreichung besitzt –, bleibt bei anspruchsvollen Aufgaben schnell stehen.» Fehlende Fähigkeit zur Empathie erschwere zudem den Aufbau tragfähiger Beziehungen zu anderen. Heterogene Klassen, Integration, Elternzusammenarbeit und administrative Aufgaben prägen den Schulalltag. Damit Life Skills darin wirksam gefördert werden könnten, brauche es Zeit, eine Begleitung durch Lehrpersonen, die sich an den Interessen der Lernenden orientieren, sowie eine Schulkultur, die vertrauensvolle Beziehungen, Kooperation aller Beteiligten und gegenseitige Unterstützung in den Vordergrund stelle. «Dort, wo Lehrpersonen und Lernende unter hoher Dauerbelastung stehen, lassen sich solche Kompetenzen kaum fördern», konstatiert Roger Keller.

Die Illustration zeigt zwei Hände, die sich vor einem grünen kreisförmigen Hintergrund zu einem «High Five» berühren. Die linke Hand ist hellrosa mit gelben Fingernägeln und einem grau-weiss schattierten Ärmelbund mit Wellenmuster. Die rechte Hand ist dunkelrosa dargestellt, ihr Ärmelbund zeigt ein schwarz-weiss gestreiftes Muster. Rechts im Bild schwebt ein kleiner, hellrosa Kreis, in dem das weisse Umrisssymbol einer Auszeichnung mit Schleifen zu sehen ist.

Einflussfaktor Beziehung

Trotz aller technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen bleibt für die Expert:innen der PH Zürich eine Konstante unumstösslich: Einer der wichtigsten Einflussfaktoren für erfolgreiches Lernen und gesunde Entwicklung bleibt die Beziehung zwischen Lehrpersonen und Lernenden. Eine Haltung des Potenzialoptimismus – der Glaube an Entwicklungsfähigkeit – wirkt stärker als jede Methode. Kinder, Jugendliche und auch junge Erwachsene entwickeln Selbstvertrauen dort, wo sie sich gesehen fühlen. Lehrpersonen, die Fehler zulassen, Interesse zeigen und Autonomie ermöglichen, fördern Motivation, Lernfreude und gesunde Entwicklung. Wiltrud Weidinger spricht in diesem Zusammenhang von psychologischer Sicherheit: «Lernende müssen erleben, dass sie Fragen stellen, Fehler machen und anders denken dürfen, ohne Angst vor Abwertung. Erst dann wagen sie sich an anspruchsvolle Lernprozesse.»

Die Förderung von Life Skills ist letztlich der Kern schulischer Bildung: Die Schule darf junge Menschen dabei unterstützen, sich selbst, andere und die Welt zu verstehen – und handlungsfähig zu werden. Lehrpersonen können dies auch als Entlastung begreifen. Nicht alles muss messbar, standardisiert oder in 45 Minuten abgeschlossen sein. Bildung beginnt dort, wo Lernende nicht nur lernen, was richtig ist, sondern erfahren, dass sie etwas bewirken können – für sich selbst, für andere und für die Gesellschaft.

6 BAUSTEINE FÜR STARKE JUGENDLICHE

Der Ansatz der sogenannten 6 Cs of Positive Youth Development beschreibt sechs Kernkompetenzen, deren Förderung eine gesunde, stärkenorientierte Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen ermöglicht.

1. Connection (Beziehung)

Positive Beziehungen vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit.

2. Competence (Selbstwirksamkeit)

Eine positive Sicht auf die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln.

3. Confidence (Selbstvertrauen)

Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Vertrauen in die Zukunft ausbauen.

4. Character (Charakter)

Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen und Regeln einhalten.

5. Caring (Fürsorge)

Mitgefühl und Toleranz gegenüber anderen Menschen aufbauen. 

6. Contribution (Teilhabe)

An gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen, Führungsqualitäten entwickeln.

Quelle: Richard Lerner, 2017

Mehr Chancengerechtigkeit

Gerade in heterogenen Schulkontexten gewinnen Life Skills an Bedeutung, betont auch Wiltrud Weidinger, Professorin für Erziehungswissenschaften in der Abteilung Internationale Bildungsentwicklung an der PH Zürich. Migrationserfahrungen, unterschiedliche Wertvorstellungen, soziale Spannungen und globale Krisen wirken bis ins Klassenzimmer hinein. Die Fähigkeit, Emotionen zu regulieren, Perspektiven zu wechseln und Konflikte konstruktiv auszutragen, wird damit zur Voraussetzung für gemeinsames Lernen – und für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft. «Die Schule kann gesellschaftliche Entwicklungen zwar nicht lösen», sagt Wiltrud Weidinger, «übernimmt aber eine wichtige Ausgleichsfunktion, insbesondere im Hinblick auf Chancengerechtigkeit.» Für manche Kinder sei das Klassenzimmer der einzige Ort, an dem sie Verlässlichkeit, Struktur und Orientierung erführen. Die Förderung von Life Skills müsse deshalb als Teil der schulischen Grundversorgung verstanden werden. Auch internationale Bildungsprojekte, die Wiltrud Weidinger und ihr Team in der Ukraine, der Republik Moldau oder dem Libanon leiten, zeigen: «Trotz sehr unterschiedlicher Kontexte geht es bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch international gesehen im Wesentlichen immer um die Fähigkeit, Gelerntes zu übertragen und auf neue Herausforderungen anzuwenden», so die Bildungsexpertin. In diesem Zusammenhang verweist Wiltrud Weidinger auf das Konzept des Growth Mindset der amerikanischen Psychologin Carol Dweck. Die Vorstellung, dass Fähigkeiten entwickelbar sind, ermöglicht es Menschen, sich kompetent und selbstwirksam zu erleben – vorausgesetzt, sie glauben an ihre Lernfähigkeit. Lehrpersonen spielen hierbei eine zentrale Rolle als Vorbilder. Freiräume im Unterricht, projektorientiertes Lernen und Zusammenarbeit mit Gleichaltrigen fördern dabei nicht nur fachliches Lernen, sondern auch die Resilienz.

Die Entwicklung von Life Skills ist eng mit Chancengerechtigkeit verknüpft. Lernende bringen sehr unterschiedliche sprachliche, emotionale und soziale Voraussetzungen ins Klassenzimmer mit. Wer in einem stabilen Umfeld aufwächst, erwirbt viele überfachliche Kompetenzen beiläufig. Andere sind stärker auf unterstützende Lehrpersonen im Schul- oder Ausbildungskontext angewiesen.

Die Illustration zeigt eine Komposition verschiedener Sinnes- und Kommunikationssymbole auf weissem Hintergrund, die in und um eine dunkelrosa Sprechblase angeordnet sind. Im unteren rechten Bereich der Sprechblase dominiert ein grosses Auge mit einer grünen Iris und einer schwarzen Pupille, das von stilisierten Wimpern umgeben ist. Darüber schwebt eine kleinere, hellrosa quadratische Sprechblase mit drei weissen Punkten, die eine laufende Unterhaltung oder ein Nachdenken symbolisieren. Am linken Rand der Sprechblase befindet sich ein grüner Kreis mit dem weissen Umriss eines Ohrs, von dem feine schwarze Schallwellen ausgehen. Auf der rechten Seite ist ein gelber Kreis mit einem weissen Herz-Symbol platziert.

Roger Keller weist darauf hin, dass Kinder und Jugendliche durchaus mit Belastungen umgehen und daraus Strategien entwickeln können. «Gleichzeitig werden Lernende mit besonderem Unterstützungsbedarf in der Praxis häufig unterschätzt», ergänzt er. Eine Studie auf Kindergartenstufe zeigte etwa, dass Kinder mit DaZ-Unterricht im Bereich der überfachlichen Kompetenzen von Lehrpersonen oft zu schwach eingeschätzt wurden. Für Roger Keller ist deshalb ein vertieftes Verständnis von Lernen und Entwicklung zentral. Er bezieht sich auf die «Six Cs of Positive Youth Development» des amerikanischen Psychologen Richard Lerner: Connection, Competence, Confidence, Character, Caring und Contribution. Forschungsergebnisse zeigen, dass Wohlbefinden und Entwicklung insbesondere dann zunehmen, wenn diese sechs Dimensionen gezielt gefördert werden. Die PH Zürich untersuchte sie in unterschiedlichen Lernsettings, unter anderem im Bundeslager «mova» der Pfadibewegung Schweiz. 2022 nahmen in der Walliser Gemeinde Goms rund 30’000 Kinder und Jugendliche daran teil. Die begleitende Studie «Scout» zeigte signifikant positive Effekte auf überfachliche Kompetenzen und Wohlbefinden – insbesondere dort, wo Kinder und Jugendliche von hoher sozialer und emotionaler Unterstützung durch Leitungspersonen berichteten. «Interessierte und verlässliche Bezugspersonen sind eine zentrale Voraussetzung für die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen», ist Roger Keller überzeugt und fügt an: «Erfahrungen wie Klassenlager stärken Selbstwirksamkeit, Kooperation und Durchhaltevermögen nachhaltiger als jede theoretische Lektion über Teamfähigkeit.» Lernformate mit Möglichkeiten, selbstbestimmt Ideen zu entwickeln und gemeinsam umzusetzen, seien entsprechend keine pädagogischen Extras, sondern wichtige Lerngelegenheiten. Und: Konflikte, Unsicherheiten und Frustration gehörten dazu, denn Life Skills entstünden dort, wo Herausforderungen (gemeinsam) bewältigt würden.

Digitale Herausforderungen

Mit der Digitalisierung und künstlicher Intelligenz gewinnt die Förderung von Life Skills zusätzlich an Bedeutung. Informationen – und auch Desinformationen – sind jederzeit verfügbar. Kritisches Denken, Quellenbewertung und ethische Reflexion sind entsprechend als Kompetenzen heute unverzichtbar. Jugendliche sind besonders anfällig für Polarisierung, Vergleichsdruck und psychische Belastungen. Aktuelle Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der hiesigen Lernenden unter Stress leidet. Prüfungsdruck, Zukunftsängste und permanente Bewertung – verstärkt durch soziale Medien – prägen ihren Alltag. Gleichzeitig haben sich klassische Schutzräume verändert: Familienstrukturen sind vielfältiger, Erwerbsbiografien unsteter, soziale Netzwerke weniger stabil. Nicht alle Lernenden haben denselben Zugang zu ausserschulischen Erfahrungsräumen. Die Schule kann hier als Trainingsraum für Reflexion, Diskussion und Orientierung dienen. Medienkompetenz ist dabei mehr eine Haltungsfrage und weniger eine technische Herausforderung: kritisch hinterfragen, einordnen und Verantwortung übernehmen.

Wer nicht gelernt hat, mit ne­ga­ti­ven Emo­tio­nen und Stress um­zu­gehen – oder wer keine Stra­te­gien zur Ziel­er­rei­chung besitzt –, steht bei an­spruchs­vol­len Auf­ga­ben schnell einmal an.Roger Keller, Leiter des Forschungszentrums Inklusion und Gesundheit in der Schule der PH Zürich.

Kritisches Denken fördern

Manfred Pfiffner, Professor für Berufspädagogik an der PH Zürich, publiziert seit Jahren gemeinsam mit Kolleg:innen der Abteilung Berufsbildung zum «4K-Modell», das in den USA in der Bildungspolitik breit verankert ist und an vielen Schulen Eingang in die Leitbilder gefunden hat. Das Modell geht auf die «Partnership for 21st Century Learning» zurück, eine amerikanische Non-Profit-Organisation, in der sich Wirtschafts­ver­tre­ter:in­nen, Bildungsfachleute und ‑politiker:innen seit 2002 für Bildung im digitalen Kontext einsetzen. Manfred Pfiffner setzt zusammen mit Saskia Sterel das von ihnen an der PH Zürich für die Sekundarstufe II entwickelte «4K-Modell» in der Ausbildung ihrer Studierenden ein und betont: «Mit der rasanten Integration von künstlicher Intelligenz haben diese Schlüsselkompetenzen eine neue Dimension erhalten.» KI verändere nicht nur Arbeits- und Lernprozesse, sondern beeinflusse auch klar Denken, Kreativität und Zusammenarbeit. Kritisches Denken sei dabei zentral, um KI-Ergebnisse einzuordnen, zu überprüfen und verantwortungsvoll nutzen zu können.

«In der Berufsbildung gilt der kompetente Umgang mit KI in vielen Bereichen inzwischen als Voraussetzung: Auszubildende müssen lernen, präzise Prompts zu formulieren und Resultate kritisch zu bewerten. KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Wahrheiten», macht Manfred Pfiffner deutlich. Berufsfachschulen erweitern derweil laufend ihre Handlungsfelder – auch unter dem Einfluss wirtschaftlicher Anforderungen. «Entscheidend ist, dass Lehrpersonen fachlich und didaktisch Schritt halten und ihrer Vorbildfunktion gerecht werden», so Manfred Pfiffner, «insbesondere im Umgang mit ethischen und rechtlichen Fragestellungen.»