Arbeitsmittel : Minimalist Manifesto: Mit vorhandenen Mitteln den digitalen Wandel gestalten
Eine Webseite, ein Würfel, Reflexionsfragen und Handlungsimpulse: Das ist der Kern des «Minimalist Manifesto». Damit kommen Schulteams in zehn Minuten ins Gespräch. Es geht nicht nur um digitale Mittel, sondern auch um Zusammenarbeit, Wissen, gemeinsame Ziele und Entscheidungen im Schulalltag.
Das Minimalist Manifesto entstand im Rahmen des Projekts «Digital Interfacing» der Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH). Die PH Zürich und die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) haben es gemeinsam entwickelt. Eliane Burri, Leiterin Zentrum Medienbildung und Informatik, war am Projekt beteiligt und erklärt, wie Schulen das Minimalist Manifesto nutzen können.
Eliane Burri, was ist das Minimalist Manifesto?
Das Minimalist Manifesto lädt Schulteams dazu ein, innezuhalten und gemeinsam zu überlegen, wie sie mit dem digitalen Wandel umgehen. Es basiert auf Interviews mit Lehrpersonen, Schulleitungen, PICTS und weiteren schulischen Akteur. Daraus sind sechs Slogans entstanden, etwa «Vernetzt euch!» oder «Entwickelt eine gemeinsame Vision!». Zu jedem Slogan gehören Reflexionsfragen und konkrete Handlungsimpulse. Sie machen sichtbar, was bereits funktioniert, und geben Anstösse, Bestehendes besser zu nutzen.

Wie können Lehrpersonen und Schulleitungen das Minimalist Manifesto einsetzen?
Es lässt sich unkompliziert in bestehende Sitzungen integrieren. Ein Team wählt einen Slogan und diskutiert zehn Minuten lang eine der Fragen. Oder es würfelt einen Slogan aus und lässt sich von den Impulsen inspirieren. So zeigt sich, wo sich die Zusammenarbeit verbessern lässt oder welches Wissen im Team breiter geteilt werden sollte. Zusätzliche technische Ausstattung braucht es dafür nicht.
Worin liegt der Ansatz des Minimalist Manifesto?
Fertige Lösungen gibt das Minimalist Manifesto nicht vor. Es verlangt auch nicht, dass Schulen möglichst viel Neues einführen. Stattdessen setzt es bei dem an, was Schulen bereits haben: Wissen, Beziehungen und Erfahrungen. Oft braucht es nicht mehr Kanäle, Tools oder Geräte, sondern eine bessere Abstimmung: Zeit für den Austausch, gemeinsame Absprachen und Wissen, das leicht auffindbar ist. Der digitale Wandel ist nicht nur ein technischer, sondern auch ein sozialer und gestaltbarer Prozess. Das Minimalist Manifesto bietet einen Ausgangspunkt, um den digitalen Wandel als Teil der Schulentwicklung zu gestalten.
Wie können Schulen starten?
Am besten beginnt ein Team mit einer Frage, die im Schulalltag gerade relevant ist. Zum Beispiel: Welche digitalen Werkzeuge nutzen wir bereits, und welche davon brauchen wir wirklich? Oder: Wie können wir unser Wissen im Team besser teilen? Wichtig ist, dass aus der Diskussion ein kleiner, umsetzbarer Schritt entsteht, der zur Situation an der eigenen Schule passt.


