International : Ukrainische Bildungsdelegation an der PH Zürich
Eine Delegation von ukrainischen Parlamentarier:innen und Mitarbeitenden des Bildungsministeriums in Kyiv war Anfang Mai 2023 zu Gast an der PH Zürich. Der Besuch dieser Delegation hat eine lange Vorgeschichte, kooperiert doch die Abteilung Internationale Bildungsentwicklung der PH Zürich seit 2009 in Bildungsfragen mit der Ukraine.
Die Zusammenarbeit begann damals mit einem Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation, bei dem der Austausch über Bildung und Demokratisierung im Mittelpunkt stand.
Kurz nach dem Beginn der Kooperation durchlebte die Ukraine eine Periode der intensiven gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen, die im Euromaidan von 2014 ihren Ausdruck fanden. Schulen beschäftigten sich vermehrt mit Demokratie, nicht nur als Unterrichtsstoff, sondern auch als Thema in der Schulführung und der allgemeinen Lebensgestaltung.
Unterstützung und Zusammenarbeit
Auch die Schweizerische Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Deza) interessierte sich für das Thema und finanzierte zwei entsprechende Projekte: Development of Citizenship Competences in Ukraine (DOCCU, 2016–2018) und Decentralisation for Improved Democratic Education (DECIDE, 2020–2024). Durch die Zusammenarbeit mit einem professionellen Team aus Kyiv haben diese Projekte über die Jahre hinweg eine breite Wissens- und Erfahrungsbasis gelegt. Mit der mittlerweile selbständigen NGO DOCCU wurden hunderte von Lehrpersonen an pädagogischen Fakultäten weitergebildet und tausende von Lehrpersonen in die schülerzentrierten Unterrichtsmethoden eingeführt. Die Zusammenarbeit mit der PH Zürich hat selbst in kritischen Momenten wie der aktuellen Bildungsreform, der Covid-Pandemie oder dem gegenwärtigen Krieg nie nachgelassen.
Besuch in der Schweiz
Aufgrund dieser langjährigen Kooperation steht nun der Besuch einer hochrangigen Bildungsdelegation aus der Ukraine an. Fünf Parlamentarier, Mitarbeiter:innen des Bildungsministeriums sowie die Direktor:innen von DOCCU reisen in die Schweiz, um sich über die dezentralisierte Bildung und die duale Berufsbildung zu informieren. Die Delegation wird eine Woche in Zürich und Bern verbringen, um die PH Zürich, Volksschulen, Berufsschulen, Berufsausbildungsplätze und die öffentliche Berufsvorbereitung Tempus in Küsnacht zu besuchen. In Bern trifft sich die Delegation mit Vertreter:innen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und ‑direktoren, der Deza und des Schweizer Parlaments für einen Austausch.
Für die Abteilung Internationale Bildungsentwicklung ist der Besuch der Delegation ein Beweis dafür, wie langandauernde, partnerschaftliche und professionelle Kooperationen ungeahnten Erfolg zeigen und gerade in Krisenzeiten unterstützend sein können. Die Abteilung freut sich, dass sie die ukrainischen Kolleg:innen auch im Bereich der Berufsorientierung oder der Weiterbildung von Berufsschullehrpersonen unterstützen kann.

