Digitalität in der Geografie-Ausbildung an der PH Zürich (GeoDigIT)
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Inhalt dieser Seite
Steckbrief
- Projektleitung
- Monika Reuschenbach (PHZH)
- Projektteam
- Tobias M. Schifferle (PHZH)
- Organisationseinheit
- F-FD (Fachdidaktische Forschung)
- Projektphase
- Abgeschlossen (1.1.2022 – 30.6.2025)
- Projekttyp
- Forschungs- und Entwicklungsprojekt
- Finanzierung
- Forschungsfonds (PH Zürich)
Beschreibung
Der digitale Wandel erfordert neue fachdidaktische Zugänge in Schule, Hochschule und in der Erwachsenenbildung. Denn wie eine Kultur der Digitalität systematisch, mit welchen Formaten und basierend auf welchen digitalen Kompetenzen konkret in die Lehrer:innen-Bildung integriert werden kann, ist im deutschsprachigen Raum noch nirgends explizit geklärt.
Daher untersucht das Forschungsprojekt Möglichkeiten, digitale Kompetenzen in die Ausbildung von Geografie-Lehrpersonen zu integrieren. Dies beinhaltet auch die Überprüfung von Lehrmethoden, das Erkennen und Verändern von Haltungen und die Untersuchung, wie sich entsprechende Lehr-Lern-Settings auf die Geografie-Ausbildung auswirken. Dafür gilt es, eine Schnittmenge zwischen geografischen und mediendidaktischen Kompetenzformulierungen zu finden. Zudem sind Lehr-Lern-Settings nötig, die das räumlich und zeitlich flexible, individualisierende, problem- und handlungsorientierte Lernen sowie kooperative und kollaborative Lernformen wie auch die kognitive Aktivierung der Lernenden unterstützen.
Projektergebnisse
Beim Projekt GeoDigIT der PH Zürich (2022–2025) handelte es sich um ein forschungsbasiertes Entwicklungsprojekt. Dabei wurde untersucht und entwickelt, welche digitale Kompetenzen auf welche Weise zukünftig auch in der Geografieausbildung von Studierenden der Sekundarstufe I gefördert werden können. Ein wesentlicher Arbeitsschritt bestand in der literaturbasierten Herleitung von digitalen fachbezogenen Medienkompetenzen, die für die Geografieausbildung an der PHZH relevant sind. Der Anspruch ergibt sich sowohl aus gesellschaftlichen Gründen als auch aus der Forderung des Lehrplans 21, digitale Anwendungskompetenzen in den verschiedenen Fächern zu fördern.
Umgesetzt wurde das Anliegen, indem allgemeine digitale Medienkompetenzen zunächst definiert und dann für die Geografieausbildung an der Pädagogischen Hochschule spezifiziert wurden. Diese allgemeinen digitalen Medienkompetenzen könnten (in der Schweiz) auch für andere Fächer übernommen werden, da sie grundsätzlich allgemeine Gültigkeit für den entsprechenden Kompetenzerwerb in der Lehrer:innenbildung haben. Danach ist aber eine Spezifizierung auf die jeweiligen fachlichen Rahmenbedingungen nötig, insbesondere, wenn keine substanziellen curricularen Veränderungen realisierbar sind. In der Regel ist dies an Schweizerischen Pädagogischen Hochschule nur episodisch der Fall, die Ausbildung basiert auf verbindlichen Vereinbarungen, die nur bei grösseren Reformen (im Rahmen von 10 bis 15 Jahren) geändert werden.
Mit den weiteren Projektschritten gelang es, eine Semesterveranstaltung der geografiedidaktischen Ausbildung exemplarisch um digitale Kompetenzen in spezifisch entwickelten Lehr-/Lernsettings zu ergänzen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Voraussetzungen bei den Lernenden sehr gut sind und das Anliegen wohlwollend aufgenommen sowie als sinnvoll bewertet wird. Mit der Adaption bestehender Lehr-/Lernsettings um digitale Kompetenzen wird gewährleistet, dass das verfolgte Anliegen nicht exemplarisch und singulär bleibt, sondern in verschiedenen Formen während der ganzen Ausbildung breit abgestützt ist. Der aus den Untersuchungen abgeleitete Handlungsbedarf wird fortlaufend bearbeitet, sodass sich alle Ausbildungsgefässe mit der Förderung digitaler fachbezogener Medienkompetenzen befassen und sich ein gemeinsames Verständnis dafür etabliert.
Insofern leistet das Projekt GeoDigIT einen Beitrag zur geografischen Bildung im Zeitalter der Digitalität, weil es den digitalen Kompetenzerwerb spezifisch für die Geografieausbildung an der PH Zürich konkretisiert und für jede Veranstaltung explizit in passenden Lehr-/Lernsettings ausweist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Anpassung von aktuellen gesellschaftsrelevanten Entwicklungen auch in der Hochschuldidaktik nicht nur vom Vorwissen und der Bereitschaft der Studierenden (und der Dozent:innen) abhängt, sondern auch von Ausbildungsstrukturen, Zeitfenstern und technischen oder personellen Ressourcen.
Bezüglich der formalen Rahmenbedingungen an der PH Zürich hat sich aber auch gezeigt, dass die Integration fachbezogener digitaler Medienkompetenzen in bestehenden Strukturen möglich ist, sie kann mit exemplarischen, aber wohl durchdachten und konzipierten Lernsequenzen erfolgen. Diese spezifisch entwickelten Lehr-/Lernarrangements stellen eine realistische, gewinnbringende und im Hinblick auf die zukünftige Unterrichtstätigkeit der Studierenden auch erfolgreiche Möglichkeit dar, um fachbezogener digitaler Medienkompetenzen zu fördern – und die Bereitschaft sowie Fähigkeit der Lernenden, sie in ihrem Unterrichtsalltag umzusetzen, zu erhöhen. Sie befähigen die Studierenden in vielfältiger Weise, sodass gemachte Erfahrungen, gewonnene Erkenntnisse und erworbene Fähigkeiten in die Schulpraxis übertragen werden können und so dazu beitragen, dass die Förderung fachbezogener digitaler Medienkompetenzen der Hochschulen auch in der Schulpraxis ankommt. Damit dies gelingt und dem Anliegen gegenüber eine wohlwollende Haltung und Einstellung entwickelt werden kann, sind spezifische Reflexionsphasen nötig, die Klärung offener Fragen und die Befähigung von Studierenden, selbst verschiedene Lehr-/Lernsettings zu entwickeln, die digitale fachbezogene Medienkompetenzen auch bei Lernenden in Schulklassen fördern können.
Die erhobenen Daten sind als Open Research Data auf SWISSUbase mit beschränktem Zugriff registriert.
Publikationen
Monika Reuschenbach, Pascal Tschudi, Tobias M. Schifferle (2025)
Digitalität in der Geografie-Ausbildung an der PH Zürich (GeoDigIT).
Abschlussbericht.