Forschung : SNF fördert zwei Forschungsprojekte der PH Zürich

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) unterstützt zwei neue Forschungsprojekte der PH Zürich mit Förderzusagen im Umfang von über 287’000 Franken.

Dienstag, 1. April 2025

Zwei neue Forschungsprojekte der PH Zürich werden vom Schweizerischen Nationalfonds mit über 287’000 Franken gefördert. Die beiden Projekte befassen sich mit der Geschlechterthematik aus Sicht der Lehrpersonen und mit Alltagsgesprächen als Bildungschance.

Geschlechter-Reflexivität von Lehr­per­so­nen

Wahrnehmung von und Umgang mit Ambivalenzen und Ungewissheiten in einem dynamischen Themenfeld

Die Geschlechterthematik ist von einer grossen Dynamik geprägt und wird auch mit Blick auf die Schule kontrovers diskutiert; gleichzeitig sind Lehrpersonen gefordert, einen professionellen Umgang damit zu entwickeln. Im Forschungsprojekt «Geschlechter-Reflexivität von Lehr­per­so­nen» wird die Bedeutung der Geschlechterthematik im schulischen Kontext aus Sicht von Lehrpersonen nachgezeichnet.

Ausgegangen wird von einer Konzeption von Geschlechter-Reflexivität, die die Verknüpfung von Fachwissen mit dem Erkennen und Verhandeln von Ambivalenzen und Ungewissheiten zum Ausgangspunkt macht. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt der PH Zürich unter der Leitung von Christa Kappler startet im Oktober 2025.

Alltagsgespräche als Bildungschancen auf der Unterstufe

Eine qualitativ-rekonstruktive Videostudie zum kommunikativen Alltag in 1./​2. Klassen

Damit alle Kinder die schulischen Bildungsangebote von Anfang an nutzen können, müssen sie mit bildungssprachlichen Praktiken wie Berichten, Erzählen, Erklären oder Argumentieren vertraut sein. In einem Vorgängerprojekt zum geförderten Projekt, das den Erwerb mündlicher Textfähigkeiten im Kindergarten untersuchte, zeigte sich, dass Alltagsgespräche einen wichtigen Erwerbskontext für solche «mündlichen Textfähigkeiten» bilden und dass Lehrpersonen ihre Erwerbsunterstützung wirksam weiterentwickeln können.

Im Projekt «Alltagsgespräche als Bildungschancen auf der Unterstufe» soll nun das Bildungspotenzial von Alltagsgesprächen unter den Bedingungen der Unterstufe untersucht werden. Das Projekt in Form einer rekonstruktiven Videostudie wird von der PH Thurgau (Leading House) mit der PH Zürich durchgeführt. Das Projekt startet im August 2025, die Laufzeit beträgt vier Jahre.