Forschung : SNF fördert zwei neue Forschungsprojekte der PH Zürich
Die beiden Projekte untersuchen unterschiedliche Aspekte kindlicher Lebens- und Lernwelten: «Caring Matters» geht der Frage nach, wie Kinder Sorgebeziehungen mitgestalten, durch sie geprägt werden und wie Sorge mit sozialer Ungleichheit zusammenhängt. Das Projekt «Wirkmechanismen in Intelligenten Tutoriellen Systemen – AMITS» untersucht, welche Elemente adaptiver digitaler Lernumgebungen zum Lernerfolg beitragen.
«Caring Matters»
Eine ethnografische Studie zu relationaler Sorge und ungleichen Zugehörigkeiten in den Alltagswelten von Kindern im Anthropozän
Wie Sorge und Verantwortung in einer von sozialen und ökologischen Unsicherheiten geprägten Welt entstehen und verteilt sind, ist eine zentrale Frage sozialer Nachhaltigkeit. Hier setzt das vierjährige Forschungsprojekt «Caring Matters» an. Anja Sieber Egger und Gisela Unterweger untersuchen mit zwei Doktorand:innen, wie Sorgebeziehungen in schulischen und ausserschulischen Kontexten von Kindern entstehen und wer oder was daran beteiligt ist. Im Fokus stehen beispielsweise der Umgang mit Essen und Kleidung, mit Ängsten und Bedürfnissen sowie die Pflege von Dingen, Tieren und Pflanzen.
Das Projekt fragt, wie Kinder solche Sorgebeziehungen mitgestalten und zugleich durch sie geprägt werden. Dabei untersucht es auch, wie Sorge und soziale Ungleichheit miteinander verwoben sind: Wer erfährt Sorge und Aufmerksamkeit, und wie wirken sich diese aus? Von wem wird Sorge erwartet? Wer kann Verantwortung übernehmen und wer gehört selbstverständlich dazu – oder auch nicht?
Das Projekt wird vom SNF mit 580’000 Franken gefördert. Es verbindet die Untersuchung von Sorgebeziehungen in den Alltagswelten von Kindern mit Fragen sozialer Nachhaltigkeit und eröffnet damit neue Perspektiven für die Bildung für nachhaltige Entwicklung.
«Wirkmechanismen in Intelligenten Tutoriellen Systemen – AMITS»
Die Effekte von Aufgabensequenz, Hilfestellungen und Feedback auf den Lernerfolg
Digitale adaptive Lernumgebungen wie intelligente tutorielle Systeme (ITS) werden zunehmend eingesetzt. Sie kombinieren meist verschiedene adaptive Elemente, beispielsweise die Anpassung der Aufgabenschwierigkeit, der Hilfestellungen oder des Feedbacks. Dadurch bleibt unklar, welche dieser Elemente tatsächlich zum Lernerfolg beitragen.
Hier setzt das Projekt von Leonie Sibley und Thomas Schmalfeldt an: In drei Feldexperimenten mit Zweitklässler untersuchen sie gezielt die Effekte dieser adaptiven Elemente auf das Lernen im Mathematikunterricht. Das vom SNF mit rund 500’000 Franken geförderte Projekt startet 2027 und hat eine Laufzeit von vier Jahren.


