Fachtagung : Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Schulsetting: Grundlagen und erste Massnahmen

Am 6. November 2024 lädt die PH Zürich zur Fachtagung «Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Schulsetting – Grundlagen und erste Massnahmen» ein. Christa Kappler, Mitorganisatorin der Tagung, stellt das kostenlose Weiterbildungsangebot vor.

Montag, 7. Oktober 2024

Die Fachtagung «Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Schulsetting – Grundlagen und erste Massnahmen» am 6. November 2024 bildet den Abschluss des dreijährigen Projekts «SOGUS – Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule», einer Kooperation der PH Zürich, der PH Bern und der Universität Bern, die massgeblich von der Stiftung Mercator Schweiz finanziert wurde. Christa Kappler vom Zentrum Lehrberufe und pädagogische Professionalität ist Mitorganisatorin der Tagung und erklärt, weshalb die Fachtagung wichtig ist und was die Teilnehmenden erwartet.

Worum geht es bei der Fachtagung und an wen richtet sie sich?
Wir möchten mit der Veranstaltung einen Beitrag zu einer Schule leisten, die geschlechtliche und sexuelle Vielfalt akzeptiert und wertschätzt. Zwar haben viele pädagogische Fachkräfte im Schulfeld bereits Kenntnisse zu LGBTQA+-Themen und stehen diesen offen gegenüber. Jedoch bleiben diese Themen in Schulen oft unsichtbar oder aber sie sind negativ behaftet. Hier setzen wir an: Was können Schulen und die pädagogischen Akteur:innen tun, um eine gesunde und lernförderliche Umgebung für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen, auch für diejenigen, die sich ausserhalb der geschlechtlichen und sexuellen Norm befinden? Wir legen den Fokus bewusst auf die Grundlagen: Wir sprechen also gezielt Personen an, die bisher eher wenig Kenntnisse zum Thema haben und sich über Grundlagen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie einfache Massnahmen zur Förderung einer LGBTQA+-wertschätzenden Schulumgebung informieren möchten. Angesprochen sind in erster Linie die pädagogischen Fachkräfte im Schulfeld, das heisst vor allem Lehrpersonen, PH-Studierende und Schulleitungen. Der Schwerpunkt liegt auf der Sekundarstufe I; natürlich sind auch jüngere Kinder von der Thematik betroffen, aber unsere Inhalte fokussieren vor allem auf die Jugendzeit.

Was erwartet die Teilnehmenden inhaltlich?
Nach einer Begrüssung und thematischen Einordnung können alle Teilnehmenden zwei von insgesamt vier Workshops besuchen. In einem Workshop wird Basiswissen zu LGBTQIA+-Themen vermittelt, in einem anderen nehmen wir konkrete Situationen im Schulalltag und Handlungsmöglichkeiten unter die Lupe. Ein weiterer Workshop legt den Fokus auf «trans» und dessen Bedeutung für die Praxis, und schliesslich präsentieren wir in einem Workshop das Unterrichtsmaterial inklusive Podcast, das wir im Projekt SOGUS zusammen mit einer Sekundarschule entwickelt haben. Abschliessend stellen sich im Plenum vier wichtige LGBTQA+-Organisationen vor, die viel Unterstützung im Schulfeld bieten können, sei es durch Schulbesuche, Infomaterial oder Fachveranstaltungen.

Warum ist das Thema wichtig und welches ist der Nutzen für die Teilnehmenden?
Die Schule ist nicht nur ein Lernort, sondern auch ein wichtiger Lebensraum, wo Kinder und Jugendliche prägende Erfahrungen für ihre persönliche und soziale Entwicklung machen. Dazu gehört auch, dass sie ohne Angst und frei von Stereotypen ihre Identität und ihre Bedürfnisse entdecken können. Für queere Kinder und Jugendliche kann dies besonders herausfordernd sein, da Themen der geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt häufig negativ erlebt und vermittelt werden oder gar nicht sichtbar sind. Viele erleben Abwertungen und Übergriffe, und ihnen fehlen Vorbilder. Und weil das Thema auch medial und politisch sehr kontrovers diskutiert wird, trauen sich viele Schulen nicht, es aufzugreifen. Mit unserer Fachtagung und mit dem gesamten SOGUS-Projekt möchten wir eine unaufgeregte Diskussion fördern und die Schulen bei ihrem Bildungsauftrag unterstützen. Denn geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist eine Realität, und Vielfalt als Bereicherung ist auch im Lehrplan 21 verankert. Die Teilnehmenden können eine kostenlose Weiterbildungsmöglichkeit zum Thema besuchen, Grundlagen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt sowie einfache Massnahmen für eine wertschätzende Schulkultur kennenlernen und sich niederschwellig mit Fachpersonen und Kolleg:innen dazu austauschen.

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Porträtfoto von Dr. Christa Kappler

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