Hochschultag 2024 : Deutschkompetenz: Es zählt das differenzierte sprachliche Handeln

Wie steht es um die Deutschkompetenz der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz und wie ist Sprachförderung in den Schulen und an der Pädagogischen Hochschule Zürich verankert? Mit diesen Fragen befasste sich der Hochschultag 2024 der PH Zürich.

Donnerstag, 14. November 2024

Der Hochschultag 2024 der PH Zürich richtete den Fokus auf das Thema Deutschkompetenz in einer zunehmend multikulturellen, multimedialen und digitalen Gesellschaft. Hauptreferentin Johanna Bleiker, Professorin für Deutschdidaktik an der PH Zürich, ging der Frage nach, wie sich Sprachkompetenzen im digitalen Zeitalter verändert haben und welche Kenntnisse und Fertigkeiten für die Kinder und Jugendlichen heute entscheidender sind als andere. «Schülerinnen und Schüler können nicht einfach weniger als früher. Nein, die Anforderungen haben sich verändert. Wenn wir sprachliche Interaktionen von Jugendlichen beobachten, dann fällt ihre Beweglichkeit auf», so Johanna Bleiker.

Weiter ging sie auf die zentrale Rolle der Lehrpersonen ein, die als Multiplikator:innen mit ihrem sprachlichen Verhalten und ihrer Sprachkompetenz die Sprachentwicklung der Schülerinnen und Schüler entscheidend mitprägten. Nicht zuletzt sei auch die Pädagogische Hochschule gefordert, mit dem Schulfeld Möglichkeiten zu finden, wie Schülerinnen und Schüler beim Erwerb der nötigen Kompetenzen optimal unterstützt werden können. Dies sei ein fächerübergreifendes Ziel von Forschung und Lehre an der PH Zürich.

Der Hochschultag 2024 der PH Zürich im Video

Bildungssprache bleibt zentral

Auf dem Podium zum Thema «Durchgängige Sprachbildung in den Schulen: Sprache zählt in allen Fächern» diskutierten Barbara Kohlstock, Prorektorin Weiterbildung und Dienstleistungen der PH Zürich, PHZH-Dozentin Claudia Neugebauer sowie Flavio Manetsch, Schulleiter der Primarschule Spitz in Kloten. Sie tauschten sich über die Bedeutung der Sprachkompetenz, insbesondere der Bildungssprache in der heutigen Gesellschaft aus. Dazu Barbara Kohlstock: «Sprache ist der Schlüssel zur Welt.» Die PH Zürich habe in ihrer Strategie verankert, dass sie für ein Chancen förderndes Umfeld aller Beteiligten einstehe. «Man kommt an der Sprache nicht vorbei, wenn wir Chancenförderung und Chancengleichheit betreiben wollen», so Kohlstock weiter. Für Flavio Manetsch ist Sprachförderung immer ein Thema, sei es im Unterricht, auf dem Pausenplatz oder im Hort. «Wir bieten einen Unterricht an, der Sprache stets mitdenkt.» Claudia Neugebauer betonte, es sei zentral, dass ein differenzierter Wortschatz und genauer Ausdruck in allen Fächern – nicht nur im Fach Deutsch – und auf allen Schulstufen eingeübt werde. «Am besten beginnt man schon im Hort», so Neugebauer.

Der fachliche Teil des Abends endete mit dem Poetry-Slam «jung sein» von Anouk Meyer. Sie war Preisträgerin des Schreibwettbewerbs 2023 der PH Zürich. Im zweiten Teil des Hochschultags wurden die Studienpreise und der Bildungspreis der PH Zürich und der Stiftung Pestalozzianum verliehen.