Hochschultag 2025 : Bewegung, Tanz und Sport im Fokus
«Still sitzen war gestern – Bewegung und Sport im Lebensraum Schule» – unter diesem Titel fand der Hochschultag 2025 der PH Zürich statt. Der Abend begann sogleich sportlich, mit einer Hommage an das Handballspiel. Regierungsrätin Silvia Steiner und Rektorin Andrea Schweizer gaben beide Einblick in ihre persönliche Vergangenheit auf dem Handballfeld beziehungsweise im Handballtor. Die Fähigkeit, Bälle zu halten, sich Bälle zuzuspielen oder schlicht am Ball zu bleiben, kommt beiden Führungspersonen bis heute zugute.

Bewegung als gesamtschulisches Thema
Studien zeigen auf, dass Kinder und Jugendliche in der Schweiz einen grossen Teil ihres Tages sitzend verbringen. Welchen Beitrag können Schulen zu mehr Bewegung leisten? Wie steht es um die Bewegungskompetenzen der Kinder im Schulalter? Mit diesen Fragen befassten sich die Fachbeiträge von Ilaria Ferrari und Christian Herrmann. Ferrari zeigte in ihrem Referat vier Bereiche auf, in denen Bewegung und Sport im Lebensraum Schule gefördert werden kann: im Sportunterricht, im Klassenzimmer, in den schulischen Tagestrukturen sowie auf dem Pausenplatz.
«Bewegungsförderung ist ein Thema für die ganze Schule und nicht allein Aufgabe des Sportunterrichts. Für eine ganzheitliche Bewegungsförderung sind denn auch vielfältige Angebote nötig: von angeleiteten über partizipative bis hin zu freien Bewegungsaktivitäten», so das Fazit von Ilaria Ferrari, Professorin für Bewegungsförderung und Sportdidaktik an der PH Zürich. Patricia Schuler Braunschweig, PHZH-Professorin für Lehrberufe und pädagogische Profession, und Romy Müller, Schulleiterin der Schule Aegerten in Zürich, diskutierten im Anschluss die Frage, was die Bedürfnisse der Kinder sind und wie Bewegungsangebote in Tagesschulen aussehen können.
Grosse Unterschiede in den Bewegungskompetenzen
Christian Herrmann erläuterte in seinem Fachbeitrag den Stand der motorischen Basiskompetenzen von Schulkindern. Eine breit angelegte Studie mit rund 7000 Kindern zeigte auf, dass rund 80 Prozent der Kinder diesbezüglich zufriedenstellend bis gut abschneiden, während 15 bis 20 Prozent grosse Schwierigkeiten haben, aktiv an Bewegung, Spiel und Sport teilzunehmen. «Es zeigt sich, dass bereits im Kindergarten und in der Primarschule zwischen den Kindern grosse Unterschiede im Bewegungskönnen bestehen – eine Herausforderung, mit der Lehrpersonen im Sportunterricht umgehen müssen», so Christian Herrmann, PHZH-Professor für Didaktik Bewegung und Sport. Er stellte ausserdem die von der PH Zürich mitentwickelte Mobak-App vor, die über 100 Lernaufgaben enthält, mit denen die motorischen Basiskompetenzen von Kindern trainiert werden können.

Tanz öffnet Räume
Im zweiten Teil des Abends wurde der Bildungspreis 2025 der PH Zürich und der Stiftung Pestalozzianum an die Tänzerin und Tanzpädagogin Elfi Schäfer-Schafroth verliehen. Karin Mairitsch, Rektorin der Zürcher Hochschule der Künste und Jury-Mitglied, würdigte das Schaffen von Elfi Schäfer-Schafroth mit den Worten: «Wir ehren heute eine Persönlichkeit, die wie kaum eine andere zeigt, was Bildung vermag, wenn sie Körper, Geist und Seele ernst nimmt. Eine Pädagogin, Künstlerin, Wegbereiterin – und eine Frau, die mit Tanz nicht nur Räume, sondern Leben öffnet. Danke für eine Kunst und eine Pädagogik, die niemanden ausschliesst. Danke für ein Lebenswerk, das weitergeht – mit jedem Schritt, der in Schulen getanzt wird.»
Elfi Schäfer-Schafroth bedankte sich mit einer eigens für den Anlass konzipierten Tanzperformance der Tanzgruppe Rämibühl, die von ihr geleitet wird.