Nachhaltigkeit und Gesundheitsförderung : «Gesundheit und Bildung stehen in engem Zusammenhang»
In Zusammenarbeit mit dem Schulnetz 21 hat die PH Zürich fünf Podcasts zum Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) und Gesundheitsförderung produziert. Diese werden ab Mitte April bis Mitte Mai veröffentlicht.
BNE beschäftigt das Schulfeld auf vielen Ebenen. Das Schulnetz 21 – das schweizerische Netzwerk gesundheitsfördernder und nachhaltiger Schulen – unterstützt Schulen seit über 25 Jahren in deren langfristiger Umsetzung von Gesundheitsförderung und seit 2017 im Bereich BNE, wie es auch im Lehrplan 21 vorgegeben wird. Das Schulnetz 21 umfasst aktuell ungefähr 2200 Schulen in allen vier Sprachregionen.
Larissa Hauser, Koordinatorin des Schulnetz 21 im Kanton Zürich und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der PH Zürich, erklärt, warum Gesundheitsförderung an Schulen wichtig ist.
Larissa Hauser, was genau ist das Schulnetz 21? Wie ist es organisiert und welche Rolle spielt die PH Zürich?
Das Schulnetz 21 ist ein Netzwerk, dem Schulen freiwillig und kostenlos beitreten können, wenn sie einen Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung beziehungsweise Bildung für Nachhaltige Entwicklung legen möchten. Bedingung ist, dass die Schule eine Lehr- oder Fachperson stellt, die sich durch eine Weiterbildung an der PH Zürich zur Kontaktperson qualifiziert und zusammen mit der Schulleitung das Thema vorantreibt. Vom Schulnetz 21 erhält die Schule dann Unterstützung durch eine begleitende Fachperson bei der Planung und Umsetzung von Projekten oder bei der Verankerung des Themas im Schulprogramm. Die Schule profitiert mehrmals jährlich von kostenlosen Weiterbildungsangeboten und Austauschtreffen mit anderen Schulen. Im Kanton Zürich liegt die Trägerschaft des Schulnetz 21 bei der PH Zürich und dem Verbund der regionalen Suchtpräventionsstellen. National wird das Schulnetz 21 getragen von Éducation 21, dem Kompetenz- und Leistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung.
Vom 13. bis 17. Mai finden die ersten Aktionstage des Schulnetz 21 statt. Was ist das Ziel und welche «Aktionen» werden gezeigt?
Das Ziel dieser Aktionstage ist es, die Arbeit der Netzwerkschulen in allen Deutschschweizer Kantonen sichtbar zu machen. Es gibt Schulen, die gehören schon über 20 Jahre zum Netzwerk, andere sind erst gerade beigetreten. Sie alle vereint, dass sie sich einsetzen, an ihren Schulen Gesundheit und Nachhaltigkeit umzusetzen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Das braucht Überzeugungskraft, Ausdauer und eine gute Zusammenarbeit – alles keine Selbstverständlichkeit. Wir möchten diese Schulen sichtbar machen, sie würdigen in ihrer Arbeit und eine Plattform bieten. Die Aktionstage sollen die Schulen dazu motivieren, vergangene, laufende oder neu initiierte Projekte und Vorhaben in irgendeiner Form zu kommunizieren. Sei es durch ein Schulhausfest, einen Film zur Projektwoche oder einen Artikel in der Lokalzeitung. Schliesslich werden alle Beiträge auf der nationalen Website gesammelt. Im Kanton Zürich haben wir eine fünfteilige Podcastreihe erstellt, in der verschiedene Personen von den Erfolgen und Herausforderungen in ihren Schulen berichten.
Nennen Sie drei Gründe, warum Gesundheitsförderung an Schulen wichtig ist.
Kurz gesagt: Gesundheit und Bildung stehen in engem Zusammenhang. Bildung trägt zur Gesundheit bei und Gesundheit stärkt den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen. Gesundheitsförderung kann auf verschiedenen Ebenen ansetzen und hat verschiedene Wirkungsrichtungen. Zum einen sind es die Führungspersonen, die eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehört, dass sie zur eigenen Gesundheit Sorge tragen und als gutes Vorbild vorangehen. Psychisch stabile Führungspersonen können ihre Funktion besser wahrnehmen und haben die Kraft, in Beziehung zu treten. Das steigert die Arbeitszufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Genauso wichtig ist natürlich die Gesundheit der Lehr- und Fachpersonen. Verschiedene Studien konnten den Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden der Lehrpersonen und dem Wohlbefinden der Schüler:innen feststellen. Die Gesundheit der Lehrpersonen steht ausserdem in direktem Zusammenhang mit der Qualität des Unterrichts und somit auch der Lernleistung der Schüler:innen. Und schliesslich lohnt es sich auch, die psychische und physische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen direkt zu fördern, zum Beispiel durch die Stärkung emotionaler und sozialer Kompetenzen oder durch Bewegungsförderung. Schliesslich wünschen wir uns nebst dem Bildungserfolg ja auch eine gesunde Entwicklung der Heranwachsenden.
Weitere Informationen
- Bildung für Nachhaltige Entwicklung an der PH Zürich
- Podcasts zum Thema BNE
- Aktionstage 21 2024 des Schulnetz 21


