Jubiläum : 20 Jahre Schreibzentrum PH Zürich

Seit der Gründung des Schreibzentrums der PH Zürich vor 20 Jahren hat sich viel bewegt: Das Team hat Schreibprozesse von Studierenden und Mitarbeitenden begleitet, Tutor:innen ausgebildet und ist wissenschaftlich aktiv. Alex Rickert, Leiter des Zentrums, blickt zurück und nach vorne.

Donnerstag, 5. Oktober 2023

Alex Rickert, was hat das Schreibzentrum in den vergangenen 20 Jahren alles geleistet und erreicht?
Die Errungenschaft des Schreibzentrums ist, dass es an der PH Zürich ein etabliertes und vernetztes Kompetenzzentrum für das Schreiben und Lesen gibt, an dem Studierende zu Schreibtutor:innen ausgebildet werden. Unsere Schreibberatung ist niederschwellig, hierarchiefrei und professionell. Die letzten fünf Jahre in Zahlen zudem: Wir haben über 2200 Personen beraten und rund 120 Workshops für 1300 Personen durchgeführt. Wir haben 53 Tutor:innen zu Schreibberater:innen ausgebildet, die ihr Wissen über Schreibprozesse und Beratung auch in die Schulen tragen. Wir investieren überdies in aussercurriculare Schreibförderung und ‑animation. Jährlich veranstalten wir einen Schreibwettbewerb mit einem Slam-Final, an dem die besten acht Autor:innen gegeneinander antreten.

Wo liegt heute der Fokus des Schreibzentrums?
Aktuell beschäftigt uns die Frage, wie KI-Modelle das Schreiben und Lesen verändern. Wir fördern einen reflektierten Umgang mit solchen Systemen – mit dem Ziel, das Schreiben als Medium zur Entfaltung von Lern- und Erkenntnisprozessen zu nutzen. Dazu bieten wir Dozierenden und Studierenden Hand. Weitere Schwerpunkte bleiben das wissenschaftliche und das literarische Schreiben. Im Schreibzentrum wird zudem zu Schreib- und Leseprozessen geforscht.

Was ist geplant für die Zukunft des Schreibzentrums?
In jüngster Zeit haben wir CAS-Module entwickelt und akquirieren verstärkt Drittmittelprojekte. Damit treiben wir Innovation und Entwicklung voran. Wir entwickeln unter anderem gerade selbst ein KI-basiertes Tool, das automatisiert Feedback auf Einleitungstexte gibt. KI-Systeme werden unsere Zunft auch in Zukunft herausfordern und ein renoviertes Verständnis von Lese- und Schreibförderung hervorbringen. Der Wert der persönlichen Schreibberatung bleibt indes hoch, denn eine kompetente Schreibberaterin geht personalisierter und empathischer und auf Schwierigkeiten beim Schreiben ein als ein Algorithmus, was die Akzeptanz des Feedbacks nachweislich erhöht. Persönliche Schreibberatung ist daher ein Modell mit Zukunft.

Zur Person

Porträtfoto von Dr. Alex Rickert

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