Buchvernissage : Wissenschaftlich erzählen – literarisch überzeugen
Beim literarischen und wissenschaftlichen Schreiben sind Regeln wichtig, aber vielmehr noch Kreativität. Im 13. Band aus der Reihe Forum Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung «Wissenschaftlich erzählen – literarisch überzeugen» geben namhafte Schreibexpert:innen aus Bildung, Medien und Kultur Einblick in ihre Schreiberfahrung. Dabei zeigen sie Potenziale und Wechselwirkungen des kreativen und wissenschaftlichen Schreibens auf.
Alex Rickert, Mitherausgeber und Leiter des Schreibzentrums an der PH Zürich, gibt Auskunft zum neuen Werk.
Was ist Ihr Anliegen mit dem Buch?
Wissenschaftliches Schreiben ist viel weniger starr, als es den Anschein macht, und kreatives Schreiben ist viel mehr als intuitives Drauflosschreiben. Der Sammelband lotet aus, wie Verfahren des wissenschaftlichen und kreativen Schreibens für das Schreiben an Hochschulen kombiniert werden können. Lehrende an Hochschulen, Wissenschaftler:innen, Journalist:innen und Lektor:innen sowie Schriftsteller:innen beleuchten darin, worauf es ankommt.
Kann wissenschaftliches Schreiben überhaupt literarisch sein? Welche Rezepte gibt es hierzu?
Diese Frage hat die Kulturhistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Saidiya Hartman so beantwortet: «I do the research of a scholar, but I want the work to read with the beauty of a novel.» Unser Buchtitel ist Programm: Wie können wir wissenschaftlich erzählen und literarisch überzeugen?
Der Einsatz künstlicher Intelligenz beim Schreiben kann dazu führen, dass wir unsere eigenen Schreibkompetenzen weniger nutzen und entwickeln. Erhält kreatives Schreiben gerade in diesem Kontext eine neue Relevanz?
Bei allen Herausforderungen, die generative KI mit sich bringt, ist diese Technologie für das Lernen durch Schreiben eine grosse Chance. Sowohl beim wissenschaftlichen als auch beim kreativen Schreiben rücken hierarchiehöhere Prozesse des Schreibens – etwa das Planen, Evaluieren und Überarbeiten – noch stärken in den Fokus. Beide Formen sollten wir nutzen, um das Lernen und Problemlösen zu fördern und Leser:innen zu erreichen.



