Kooperation : Internationales Bildungsangebot für Schulen
Judith Lanka ist regionale Vertreterin von «Globe», einem internationalen Bildungsangebot für die naturwissenschaftliche Grundbildung, und Dozentin für Fachdidaktik Biologie an der PH Zürich. Im Rahmen einer Kooperation zwischen «Globe» und der PH Zürich unterstützt sie Lehrpersonen mit Weiterbildungsangeboten und individueller Beratung. Im Interview gibt sie Auskunft zum Programm.
Judith Lanka, was macht das Angebot von «Globe» so besonders?
«Globe» bietet gut ausgearbeitete, praxisnahe und lehrplankonforme Unterrichtsangebote für Lehrpersonen, um eine naturwissenschaftliche Grundbildung an ausserschulischen Lernorten zu fördern. Ein Schwerpunkt der Angebote liegt auf Science-Outreach, das heisst Schüler:innen gewinnen einen Einblick in aktuelle Forschung zum Klimawandel, zum Thema Biodiversität oder zu den Einflüssen des Menschen auf die Natur. In das «Globe»-Programm sind viele renommierte Wissenschaftlerinnen eingebunden. Im Programm «LERNfeld» erforschen Schulklassen die Themen Biodiversität und Klimawandel direkt auf einem schulnahen Bauernhof, der von «Globe» vermittelt wurde. Dabei üben sie, begleitet von jungen Forschenden, wissenschaftliche Methoden ein. Die Schüler:innen analysieren und diskutieren ihre eigenen Resultate gemeinsam mit den Landwirt:innen und den Forschenden. Sie können auf dem Bauernhof Primärerfahrungen machen und naturwissenschaftliche Kompetenzen aufbauen. Die Lehrperson begleitet das Lernen der Schülerinnen und Schüler und wird fachlich von den Landwirt:innen und Forschenden unterstützt.
Was bedeutet es, als Lehrperson am «Globe»-Programm teilzunehmen? Die Nutzung der «Globe»-Materialien ist kostenlos. Auch die Beratungs- und Weiterbildungsangebote des Programms sind für Lehrpersonen und Schulteams kostenlos. Inhalte und Dauer können nach individuellem Bedarf angepasst werden. Interessierte Schulen können sich zudem als «Globe»-Schule registrieren und haben so Zugang zu einer Menge spannender Daten. Als «Globe»-Schule kann man sich ausserdem international vernetzen und mit internationalen Wissenschaftler:innen, zum Beispiel der Nasa, Kontakte pflegen. Im Juni 2025 findet sodann in der Schweiz der zweite «Globe»-Contest statt, ein Wettbewerb, an dem alle Schweizer Schulen teilnehmen können. Interessierte Schüler:innen erforschen mithilfe der «Globe»-Methoden aktuelle Umweltthemen und gestalten ein Poster zu ihrem Forschungsprojekt. Die besten Forschungsarbeiten werden an eine nationale Konferenz nach Bern eingeladen. Für Lehrpersonen ist der Contest eine Möglichkeit, Schüler:innen für Umweltthemen zu motivieren und sich mit Kolleg:innen aus der ganzen Schweiz auszutauschen.
Inwiefern profitieren die Schüler:innen vom «Globe»-Angebot?
Schüler:innen können im Rahmen der «Globe»-Angebote schweiz- und weltweit Daten erheben, Erfahrungen und Beobachtungen austauschen und die komplexen Veränderungen auf der Erde verstehen lernen. So bauen sie Kompetenzen in den Naturwissenschaften, im Umgang mit neuen Medien und zur Nachhaltigkeit des eigenen Handelns auf. Das «Globe»-Programm fördert durch die problembezogenen, erkundend-erforschenden Ansätze auf jeder Schulstufe sach- und handlungsorientierte Kompetenzen (Knowledge, Skills, Attitudes) und ist damit im Umweltbereich in der Schweiz einzigartig. Es trägt durch die Stärkung wichtiger überfachlicher Kompetenzen auch zum systemischen Denken und zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung bei.


