In Beziehung treten : Tag der Lehre 2023
An die 200 Mitarbeitende nahmen am diesjährigen Tag der Lehre der PH Zürich unter dem Titel «In Beziehung treten – Anerkennung und Resonanz in der Hochschullehre» teil. Den Auftakt am Vorabend machte Bernadette Dilger, Professorin für Wirtschaftspädagogik an der Universität St. Gallen. In ihrem Gastreferat hob sie die Bedeutung guter Beziehungen unter und zwischen Studierenden und Dozierenden hervor und plädierte dafür, dass Hochschulen diese mit methodischen und räumlichen Massnahmen vermehrt fördern.
Tags darauf konnten die Mitarbeitenden der PH Zürich aus 18 Workshops auswählen, die ihre Kolleg:innen für sie vorbereitet hatten und die sich dem diesjährigen Thema aus unterschiedlichen Perspektiven näherten. In engagierten Diskussionen wurden die vielfältigen Beziehungen an der PH Zürich diskutiert, Handlungsfelder ausgelotet und Ideen für konkrete Umsetzungen entwickelt.
«In Beziehung treten war Programm und wurde gelebt»
Die Co-Organisatoren Tobias Röhl und David Gavin blicken im Interview auf den Tag zurück und geben Auskunft über die Ziele der Veranstaltung.
Der Tag der Lehre wurde 2021 ins Leben gerufen. Was bezweckt er?
Tobias Röhl: Der Tag der Lehre fördert den Austausch unter den Lehrenden unserer Hochschule und soll die Entwicklung unserer Lehre vorantreiben. Er bringt Leute zusammen, die in ihrem Arbeitsalltag vielleicht wenig miteinander zu tun haben und ermöglicht den Teilnehmenden einen Einblick, woran andere arbeiten und wo es Kooperations- und Synergiepotenziale gibt. Der Tag der Lehre bietet Lehrenden die Gelegenheit, innezuhalten und im Austausch mit Kolleg:innen gemeinsam über vernünftige Lehre und Weiterentwicklungen nachzudenken.
David Gavin: Die Veranstaltung nimmt jeweils unsere Praxis in einem bestimmten Themenbereich in den Fokus. Nach Digitalität (2021) und den Herausforderungen des Remote-Lehrens und -Lernens (2022) konzentrierten wir uns in diesem Jahr auf die Beziehungen an der PH Zürich. Für das gemeinsame Reflektieren, Diskutieren und Weiterentwickeln stehen am Tag der Lehre die entsprechenden Formate bereit. Das Ziel bleibt unabhängig vom Thema dasselbe: unsere Lehre weiterzubringen und die Mitarbeitenden einzubinden und mitzunehmen.
Weshalb ist die Wahl in diesem Jahr auf das Thema «Beziehungen» gefallen?
Tobias Röhl: In guten Beziehungen eingebettet lehrt und lernt es sich effizienter und effektiver. Diese Zusammenhänge sind gut erforscht und werden in den meisten Bildungsbereichen berücksichtigt und umgesetzt. An Hochschulen ist die diesbezügliche Diskussion hingegen noch nicht so richtig in Gang gekommen. Deshalb liegt hier noch viel Potenzial brach, das in den Beziehungen unter und zwischen Dozierenden und Studierenden schlummert. Hier wollten wir ein Zeichen setzen.
Auf welche Highlights blickt ihr zurück am diesjährigen Tag der Lehre?
Tobias Röhl: Für mich war das Auftaktreferat von Bernadette Dilger am Donnerstagabend ein Glanzlicht. Mit ihrem Vortrag «Lehren und Lernen in Ökosystemen – Auf die Beziehungen kommt es an» inspirierte sie die Teilnehmer:innen, über die bestehenden Rollen, Grenzen und Hierarchien hinauszudenken und zeigte auf, wie viel Potenzial in Lehr-Lern-Beziehungen steckt. Gefreut hat mich auch das grosse Engagement der Mitarbeitenden: Über 30 Mitarbeitende haben spannende Workshops für ihre Kolleg:innen vorbereitet, und die Diskussionen unter den Teilnehmenden wurden engagiert geführt.
David Gavin: Der engagierte Geist war wirklich einzigartig und zeigte, dass das Thema die Lehrenden beschäftigt. Nachdem der Tag der Lehre in den letzten beiden Jahren pandemiebedingt nur online durchgeführt werden konnte, haben die Teilnehmenden den direkten Austausch heuer geschätzt. Das Thema «In Beziehung treten» war nicht nur Programm, sondern wurde auch gelebt.
Was wird sich hinsichtlich Beziehungen an der PH Zürich ändern?
David Gavin: Der Anlass hat hochschulweit Sensibilität für dieses wichtige Thema geschaffen. Er hat Energie freigesetzt und Leute sowie komplementäre Wissensbestände zusammengebracht. Nun liegt der Ball bei den Führungspersonen und Mitarbeitenden, das Thema in ihrem Lehralltag oder in Projekten aufzugreifen und die Hochschule hinsichtlich Beziehungen weiterzuentwickeln.
Tobias Röhl: Der Förderpreis der Lehre der PH Zürich schliesst thematisch an den Tag der Lehre an und wird in diesem Jahr für innovative Entwicklungsprojekte vergeben, die Beziehungen nach innen und aussen fördern. Bis im Frühjahr können Studierende und Mitarbeitende ihre Projektideen einreichen. Ich bin sicher, dass diese Umsetzungsvorhaben dem Thema nachhaltig zur Geltung verhelfen an der PH Zürich.


