Gesellschaft : Gewaltprävention: Schulen brauchen weniger Hürden

Eine Studie der PH Zürich und der FHNW zeigt: Für wirksame Gewaltprävention an Schulen braucht es genügend Ressourcen und weniger administrative und zeitliche Hürden.

Mittwoch, 4. Mai 2022

Eine repräsentative Online-Befragung der PH Zürich und der Fachhochschule Nordwestschweiz von Mitarbeitenden aller Schulstufen und -typen sowie vertiefende Interviews zeigen: Psychische Gewalt und Mobbing gegen Schüler:innen beschäftigen Lehrpersonen von allen Gewaltformen am meisten, dies sowohl an der Volksschule als auch auf der Sekundarstufe II. In der Volksschule werden Gewaltvorfälle häufiger beobachtet als auf der Sekundarstufe II. Dabei handelt es sich um Formen von emotionalen Schädigungen und Verletzungen, etwa Beschimpfungen, Beleidigungen, Drohungen, Erpressungen oder Missachtungen aller Art.

Verlagerung in digitalen Raum

Die grosse Mehrheit der Lehrpersonen auf allen Stufen ist für Gewaltvorkommnisse zwar sensibilisiert. Doch Gewalt an Schulen hat verschiedene Gesichter und zeigt sich nicht immer offen. Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen gehören neben körperlichen Angriffen zum Alltag vieler Schülerinnen und Schüler. Psychische Gewalt findet im direkten Kontakt, aber auch zunehmend im digitalen Raum (Internet, soziale Medien, Games) statt. Gerade im digitalen Raum steigt das Risiko von Gewalterfahrungen für Kinder und Jugendliche, wie die Ergebnisse des Forschungsprojekts zeigen.

Im Bereich der Gewaltprävention gibt es zahlreiche Angebote. Deren Zugang wird von den befragten schulischen Mitarbeitenden aber häufig als erschwert erlebt. Damit die unterschiedlichen Stellen und Angebote einfacher genutzt werden können, müssten gemäss Forschungsteam administrative und zeitliche Hürden abgebaut werden. Für eine wirksame Gewaltprävention an Schulen brauche es zudem genügend Ressourcen, damit rasch und fachlich kompetent gehandelt werden könne.

Positives Schulklima unterstützt Gewalt­prävention

Weiter empfiehlt das Forschungsteam aufgrund der Aussagen der befragten Lehrpersonen, dass die psychische Gesundheit der Schüler:innen sowie der schulischen Mitarbeiter:innen gestärkt wird, da dies zu einem positiven Schulklima beiträgt. Ein gutes Schulklima wiederum stärkt die Beziehungen, fördert einen fairen Umgang miteinander und unterstützt die Gesundheitsförderung und die Gewaltprävention.

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