Karate, Handball, American Football, Unihockey. Vier Studierende der PH Zürich erzählen von ihrer Leidenschaft – und geben Einblick, wie sie Sport und Studium unter einen Hut bringen.
Texte: Noemi Kellenberger und Christoph Hotz, Fotos: Sophie Stieger
MAYA SCHÄRER «Das Athletische, Physische, Taktische – das kann sich jeder antrainieren. Was die Spitze ausmacht, ist, wer den Kopf im Griff hat», sagt Maya Schärer. Die 28-jährige Primarlehrerin begann mit sechs Jahren mit Karate und war vom ersten Training an begeistert. Heute reist sie als Spitzenkarateka auf internationalem Niveau von Wettkampf zu Wettkampf, ist Universitäts-Vize-Europameisterin 2025 und mehrfache Weltcup-Medaillistin. Karate hat ihren Lebensweg geprägt. Ein Entscheidungsgrund für das Studium zur Lehrperson war die gute Vereinbarkeit mit dem Leistungssport. Was ihr der Sport mitgab – Disziplin, Flexibilität, Umgang mit Kritik –, hilft ihr auch im Klassenzimmer. Sie unterrichtet zudem Kinder und Jugendliche in Karate. Eltern fragen sie dort regelmässig: «Bist du Lehrerin?», und wenn sie bejaht, kommt prompt: «Man merkt es.» Schärer studiert aktuell in Teilzeit Fachdidaktik Naturwissenschaften an der PH Zürich und ist als wissenschaftliche Assistentin an zwei Forschungsprojekten beteiligt. Sie ist ehrgeizig, kennt aber auch ihre Grenzen: «Meine mentale Gesundheit geht vor.» TIMO HAGER «Ich war beim ersten Mal auch ein bisschen überrascht. Da kommt schon ein Geschoss auf dich zu.» PHZH-Student Timo Hager spielt American Football bei den Winterthur Warriors und in der Schweizer Nationalmannschaft. Mit 20 Jahren kam er eher zufällig zum Sport. Er suchte eine neue sportliche Herausforderung und schrieb einen American-Football-Club und einen Basketballclub an. Der Basketballclub hatte sich schlicht nicht gemeldet. Was von aussen nach roher Kraft aussieht, ist taktisch hochkomplex. «Es ist ein wenig wie brutales Schach.» Über 60 verschiedene Spielzüge muss er beherrschen. An der PH Zürich studiert der 26-Jährige im Studiengang Primarstufe. Die Doppelbelastung stemmt er mit einer straffen Wochenplanung, Training über Mittag und wenig Freizeit. Die Disziplin, die ihn im Sport auszeichnet, hilft ihm auch im Studium. Das Interesse für den Lehrerberuf weckte der Zivildiensteinsatz in einer Schule. Sein Plan nach dem Studium: vielleicht eine Saison im Ausland spielen, dann unterrichten.
LAILA EDIZ PHZH-Studentin Laila Ediz war Teil des Schweizer Unihockeyteams, das im vergangenen Dezember den Weltmeistertitel holte. Vom Trubel danach bekam sie jedoch wenig mit. «Ich absolvierte damals ein Mobilitätssemester in Schweden und spielte beim Verein Warberg IC. Nach dem Sieg musste ich umgehend zurückreisen», sagt die Studentin auf der Kindergarten- und Unterstufe, die bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr Unihockey spielt und aktuell bei den Kloten-Dietlikon Jets engagiert ist. Dank guter Organisation bringt die gebürtige Bündnerin Studium und tägliches Training unter einen Hut. «Bei den Praktika wurde es teilweise schwierig. Ich erhielt seitens Schulen und Studiengangsleitung aber stets Unterstützung.» Am Unihockey faszinieren sie vor allem das hohe Tempo und dass der Ausgang der Spiele oft lange offenbleibt. Im Sommer schliesst die 24-Jährige ihre Ausbildung ab und blickt zuversichtlich auf ihre künftige Tätigkeit als Kindergartenlehrperson: «Unihockey ist ein ausgesprochener Teamsport. Da in der Schule Zusammenarbeit sehr wichtig ist, werde ich davon sicher profitieren.» CÉDRIC ZIMMERMANN Es sind das Tempo, die Dynamik und der hohe Körpereinsatz, die Cédric Zimmermann am Handball faszinieren. «Es läuft immer etwas und ist nie langweilig», sagt der Student auf der Sekundarstufe I. Zum ersten Mal in der Halle stand er mit sieben Jahren beim TV Uster. Seit bald zehn Jahren spielt er nun bei Handball Stäfa in der ersten Mannschaft. Auf diese Saison hin ist das Team in die oberste Schweizer Liga aufgestiegen. Cédric Zimmermanns Tage sind intensiv und vollgepackt. Fünf Mal pro Woche trainiert er, daneben Studieren und Arbeiten. «Es braucht eine gute Organisation», so der 27-Jährige, der seit letztem Sommer in einem 40-Prozent- Pensum unterrichtet und seine Ausbildung im nächsten Jahr abschliessen wird. «Ich verbringe meine Tage im Dreieck Uster-Stäfa-Zürich», sagt er und lacht. Wohnen und arbeiten in Uster, Sport in Stäfa, studieren in Zürich. Mit Blick auf die Schule profitiert er vom Handball in vielerlei Hinsicht: «Ich habe gelernt, Verantwortung zu tragen und gemeinsam im Team zu funktionieren. Und als Kind fand ich sportliche Lehrpersonen immer besonders cool – vielleicht geht es meinen Schülerinnen und Schülern heute genauso.»