PhysikSPIEL: Physik im Freispiel des Kindergartens fördern
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Inhalt dieser Seite
Steckbrief
- Projektleitung
- Sabine Campana (PHZH), Franziska Detken (PHZH)
- Projektteam
- Michaela Celeryn (PH Weingarten), Simone Lehrl (PH Weingarten), Susanne Metzger (FHNW), Stefanie Schnebel (PH Weingarten)
- Organisationseinheit
- F-FD (Fachdidaktische Forschung)
- Projektphase
- Laufend (1.11.2023 – 31.10.2026)
- Projekttyp
- Forschungs- und Entwicklungsprojekt
- Finanzierung
- Crescere Stiftung Thurgau (CH), Helmut Fischer und Annie Walther Stiftung (CH), Crescere Stiftung Bodensee (D), Helmut Fischer Stiftung (D)
- Beteiligte Institutionen
- PH FHNW / Universität Basel; PH Weingarten
Beschreibung
PhysikSPIEL unterstützt Kindergartenlehrpersonen dabei, physikhaltige Lerngelegenheiten im Freispiel anzubieten und zu begleiten. In Weiterbildungen und Coachings setzen sich die Lehrpersonen mit physikalischen Phänomenen wie Magnetismus oder Hebel auseinander und gewinnen Sicherheit bei der Spielbegleitung. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt kombiniert physikdidaktische und spielpädagogische Zugänge, entwickelt praktische Beispiele spielintergrierter Physikförderung und untersucht Kompetenzen und motivationale Überzeugungen der Lehrpersonen.
Naturwissenschaftliche Bildung von Anfang an
Kinder begegnen in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt bereits sehr früh physikalischen Phänomenen. Die dabei entwickelten Vorstellungen und das Interesse an diesen Phänomenen bilden eine wichtige Grundlage für die gesamte spätere naturwissenschaftliche Kompetenzentwicklung. Lehrpersonen haben den Auftrag, bereits im Kindergarten naturwissenschaftliche Lerngelegenheiten zu schaffen und gezielt zu begleiten. Die besondere Herausforderung bei der Förderung des physikalischen Denkens im Kindergarten besteht darin, nicht traditionellen geführten naturwissenschaftlichen Unterricht anzubieten, sondern in Spiel-Lernumgebungen relevante Aktivitäten der Kinder zu beobachten und gezielt zu fördern.
Die Begleitung macht den Unterschied
Eine Vielzahl von Studien belegt, dass eine hochwertige Lehrpersonen-Kind-Interaktion für die Spielqualität entscheidend ist. Dabei bewegt sich die Lehrperson im Spannungsfeld zwischen einer aktiven Spielbegleitung und einer rein beobachtenden Haltung. Forschungen zeigen, dass die Lehrpersonen die Exploration in Spiel-Lernumgebungen häufig entweder ganz an die Kinder delegieren und kaum interagieren oder umgekehrt das Spiel zu direktiv steuern. Für das Lernen im Spiel ist jedoch entscheidend, dass Lehrpersonen das Spiel zwar mitgestalten, aber nicht dominieren. So gilt es, reichhaltige Impulse zu setzen, in der Situation das Bildungspotenzial zu erkennen, mit den Kindern darüber ins (Fach-)gespräch zu kommen und gemeinsam mit ihnen über beobachtete Phänomene nachzudenken.
Eine komplexe Aufgabe für Lehrpersonen
Diese Form des Unterrichts stellt hohe Ansprüche an die Lehrpersonen. Die Spielsituationen im Kindergartenalltag sind häufig komplex, mehrdeutig und sie ändern sich ständig. Um das Lernpotential solcher Situationen auszuschöpfen, benötigen die Lehrpersonen fachliches, fachdidaktisches und spielpädagogisches Wissen. Sie müssen die physikalischen Phänomene selbst fachlich durchdringen, mit Denk- und Arbeitsweisen der Physik vertraut sein, über physikdidaktische Expertise verfügen und im Spiel gezielt Impulse (Materialimpulse, Anfangsimpulse, Begleitimpulse und Auswertungsimpulse) setzen, ohne die Führung im Spiel zu übernehmen.
Fakten und Leitfragen zum Forschungsprojekt
Vier Weiterbildungsgruppen in Deutschland und der Schweiz entwickeln ein Spielangebot zur Förderung des physikalischen Erlebens, Denkens und Handelns von 4- bis 6-jährigen Kindern. Ein interdisziplinäres Team von Physikdidaktikerinnen und Erziehungswissenschaftlerinnen unterstützt und begleitet sie dabei. Die Weiterbildung nimmt die vorhandenen Spielangeboten der Weiterbildungsteilnehmenden auf. Die Teilnehmenden reflektieren die Angebote in Bezug auf ihr Potenzial, reichern sie an und entwickeln sie weiter. Nach der Einführung an zwei Halbtagen ist ein Coaching am jeweiligen Praxisort geplant. In einer abschliessenden Veranstaltung stellen die Teilnehmenden einander ihre Angebote, Impulssetzungen und Erfahrungen vor.
In einem begleitenden Promotionsprojekt werden forschungsbezogene Daten erhoben. Die Dissemination in Praxis und Wissenschaft erfolgt über eine Webpage, Publikationen, Fachtagungen und daran anschliessende Aus- und Weiterbildungsgefässe.