Geschichte(n) für eine globale Gegenwart: Digitale Co-Creation in Schule und Museum
Also available in English
Inhalt dieser Seite
Steckbrief
- Projektleitung
- Michael Geiss (PHZH), Sophia Prinz (ZHdK)
- Projektteam
- Alexandra Krebs (KU Eichstätt-Ingolstadt), Jose Luis Caceres Mardones (PHZH, ehemaliger Mitarbeiter)
- Organisationseinheit
- F-BW-BDW (Bildung und Digitaler Wandel)
- Projektphase
- Abgeschlossen (1.9.2023 – 30.6.2026)
- Projekttyp
- Forschungs- und Entwicklungsprojekt
- Finanzierung
- Digitalisierungsinitiative
- Beteiligte Institutionen
- ZHdK; Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG
Beschreibung
In Schweizer Museums- und Privatsammlungen finden sich unzählige Alltagsdinge mit globalen Biographien: Tafelservice mit Zuckerzangen und Teetassen, bedruckte Blechdosen für Schokolade, baumwollene «Indiennes», Kämme aus Kautschuk oder Brieföffner mit Elfenbeinverzierungen. Sie alle zeugen davon, dass die Schweiz durch Handel, Kolonialismus und Migration seit Jahrhunderten mit der ganzen Welt in Verbindung steht.
Für Schulen und Museen stellt sich die Frage, wie diese globalen Verflechtungen vermittelt werden können: Wie kann man Schüler:innen an die komplexen Zusammenhänge heranführen? Was verbindet die Sammlungsobjekte mit unserer postmigrantischen Gegenwart? Und welche Expertisen bringen die Schüler:innen selbst mit?
Das Forschungsprojekt entwickelt eine App für alternative Formen der Geschichtsvermittlung in Museum und Schule. Anhand von ausgewählten Sammlungsobjekten der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte in Winterthur setzen sich Schüler:innen der Sekundarstufe I mit den globalen und (post-)kolonialen Herkünften ihrer eigenen Lebenswelten auseinander.
Anstatt die Geschichte in «modern» und «vormodern» bzw. den «Westen» und den «Rest der Welt» einzuteilen, werden die komplexen globalen Verflechtungen der Moderne und ihre gegenwärtigen Effekte nachvollziehbar gemacht.
Die Schüler:innen werden aktiv als Forschende bzw. Kurator:innen eingebunden: Mithilfe der App gehen sie den globalen Biographien der Objekte auf den Grund und ergänzen diese mit eigenen Rechercheergebnissen. Anschliessend schauen die Schüler:innen, wie all dies mit ihrem Alltag zusammenhängt.
Um die komplexen historischen Herkünfte unserer globalen Gegenwart zu vermitteln, braucht es neue didaktische Herangehensweisen und Werkzeuge. Historische Alltagsobjekte aus Museumssammlungen liefern dafür anschauliches Arbeitsmaterial. Allerdings müssen sie in einer zeitgemässen Weise aufbereitet werden, damit sich ihre historische und aktuelle Relevanz auch für Schüler:innen der Sekundarstufe I erschliesst. Digitale Medien können dabei gezielt eingesetzt werden: Virtuelle Ausstellungen, 3D-Modelle, multimediale Präsentationen und interaktive Recherchetools ermöglichen es den Lernenden, die Objekte aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und ihr Verständnis für globalgeschichtliche Kontexte spielerisch zu vertiefen.
Die Schüler:innen lernen anhand konkreter Beispiele, dominante Sichtweisen zu hinterfragen und verschiedene Standpunkte einzunehmen. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiges und mehrstimmiges Geschichtsbild. Es wird deutlich, wie globale und lokale Prozesse ineinandergreifen.
Die Entwicklung einer solchen App, mit deren Hilfe Schüler:innen der Sekundarstufe I eine globalhistorische Perspektive einüben können, bringt sowohl gestalterische als auch didaktische Herausforderungen mit sich. Die App muss einerseits benutzer:innenfreundlich und attraktiv gestaltet sein und zur aktiven Mitarbeit einladen. Andererseits müssen die Inhalte sorgfältig recherchiert und didaktisch aufbereitet werden. Die Mechanismen der App müssen ausserdem auf die schulischen Lernziele abgestimmt werden.
Das Forschungsprojekt wird gemeinsam von der der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), der PH Zürich und der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte in Winterthur verantwortet. Die Gesamtleitung liegt bei Prof. Dr. Sophia Prinz von der ZHdK.