Elternengagement im Kontext von Bildungskindheiten: Formierungen und Aushandlungen in Migrationsverhältnissen (ELEN)
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Steckbrief
- Projektleitung
- Oxana Ivanova-Chessex (PHZH)
- Projektteam
- Lalitha Chamakalayil (Hochschule für Soziale Arbeit FHNW), Luisa Genovese (PHZH), Wiebke Scharathow (PH Freiburg), Felizitas Juen (PHZH)
- Organisationseinheit
- F-BW-KSG (Kindheiten in Schule und Gesellschaft)
- Projektphase
- Laufend (1.1.2024 – 31.12.2026)
- Projekttyp
- Forschungs- und Entwicklungsprojekt
- Finanzierung
- Schweizerischer Nationalfonds
- Beteiligte Institutionen
- Hochschule für Soziale Arbeit FHNW; PH Freiburg
Beschreibung
Bildung entwickelt sich aktuell immer mehr zu einem wichtigen Referenzpunkt von Kindheiten – nicht nur in schulischen, sondern auch in familialen und ausserschulischen Kontexten. An dieser Neuordnung von Kindheiten als Bildungskindheiten sind Eltern zentral beteiligt. Diese Beteiligung gestaltet sich allerdings nicht für alle gleich, denn sie findet in (migrations-)gesellschaftlichen Machtverhältnissen statt. Machtverhältnisse wie Rassismus, Klassismus, Sexismus oder Heteronormativität sind entscheidend dafür, welche und wessen Bildungsbemühungen mit welcher Selbstverständlichkeit (an-)erkannt werden.
Das Forschungsprojekt fokussiert auf das eigeninitiierte Bildungshandeln von Eltern, die Othering- und Rassismuserfahrungen machen und sich unter diesen Bedingungen für die Bildung ihrer Kinder einsetzen. In einer subjektivierungstheoretischen Perspektive wird untersucht, wie, in welchen biographischen, familialen und kollektiven Kontexten sowie unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen sich ihr eigensinniges Bildungshandeln diesseits und jenseits der Bildungsinstitutionen entfaltet. Elterliche bildungsbezogene Positionierungen und Aushandlungen werden in narrativen Interviews, Familieninterviews und Gruppendiskussionen erhoben und subjektivierungsanalytisch ausgewertet.
Das Projekt leistet einen zentralen Beitrag zur erziehungswissenschaftlichen Erforschung von machtvoll strukturierten Bildungsräumen durch die Analyse der Mechanismen der Formierung des eigensinnigen elterlichen Bildungsengagements im Kontext der Migrationsgesellschaft. Dieses Wissen hilft, die Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitutionen und Eltern migrationsgesellschaftlich angemessener zu gestalten. Im Projekt ist zudem eine Theoretisierung der bildungsbezogenen Handlungsfähigkeit von Eltern im Wechselspiel von Gesellschaftlichkeit, Kollektivität und Individualität zu erwarten.