Internationale Lernvikariate : Studierende sammeln Erfahrungen im Ausland

Studierende der Kindergarten- und Unterstufe der PH Zürich können ihr obligatorisches Lernvikariat neu an Schweizerschulen im Ausland absolvieren. Sie können damit ihre pädagogischen Fähigkeiten erweitern und sich auf eine vielfältige und interkulturelle Bildungslandschaft vorbereiten.

Mittwoch, 25. Februar 2026

Studierende der Kindergarten- und Unterstufe absolvieren im Rahmen ihres Studiums ein obligatorisches Lernvikariat: Sie übernehmen während dreier Wochen selbst eine Klasse – bislang ausschliesslich im Kanton Zürich. Neu können sie ihr Lernvikariat auch im Ausland absolvieren, aktuell an den Schweizerschulen in Bergamo oder Mailand. Sie erhalten dafür über das NaLe-Programm von Movetia (Nationales Praktikum für angehende Lehrpersonen) ein Stipendium.

Barbara Nafzger, stellvertretende Leiterin des International Office, und Seraina Montanari, Zuständige für die Lernvikariate, betonen die Bedeutung dieser Auslandserfahrung. «Ein Lernvikariat dient dazu, fachliche und persönliche Erfahrungen zu sammeln, die eigene Unterrichtsmethodik weiterzuentwickeln und Einblick in eine andere Institution zu erhalten. Auslandsvikariate bieten den Studierenden zudem die Möglichkeit, ihre interkulturelle Kompetenzen zu verbessern und ein berufliches Netzwerk aufzubauen», sagt Barbara Nafzger. Und Seraina Montanari ergänzt: «Auch die Schweizerschulen profitieren: Sie stärken den Kontakt zu einer Pädagogischen Hochschule und ihre Bekanntheit als Arbeitgeberin steigt.»

Wertvolle Einblicke und Erfahrungen

«Besonders wertvoll war für mich die Erfahrung, selbst einmal in der Rolle einer Person zu sein, die die Sprache und viele Abläufe nicht kennt. Diese Erfahrungen können später gezielt in den eigenen Unterricht einfliessen», erzählt Sara Bertschinger. Sie ist eine der ersten Studentinnen, die von diesem Angebot profitiert haben, und unterrichtete drei Wochen in einer Klasse in Bergamo. «Da ich die italienische Sprache kaum verstand, konnte ich gut nachempfinden, wie es Kindern geht, die neu in einen Kindergarten kommen und die Sprache noch nicht beherrschen.» Diese Herausforderung hat ihr geholfen, ein besseres Verständnis für sprachliche Barrieren und kulturelle Unterschiede zu entwickeln, was sie in ihrem zukünftigen Unterricht nutzen kann.

Yanick Lang, der in Mailand unterrichtete, hebt die Vorteile der Ganztagesstruktur hervor, die er dort kennengelernt hat. «Da diese Struktur in der Stadt Zürich bald überall eingeführt sein wird, konnte ich jetzt schon Erfahrungen sammeln, die mir später helfen werden.» Zudem schätzte er die kulturelle Mischung aus Schweizer und italienischem Lebensstil.

Die internationalen Lernvikariate bieten den Studierenden der Kindergarten- und Unterstufe der PH Zürich eine einzigartige Gelegenheit, ihre pädagogischen Fähigkeiten zu erweitern und sich auf eine vielfältige und interkulturelle Bildungslandschaft vorzubereiten. Die Erfahrungen, die sie dabei sammeln, sind nicht nur für ihre persönliche Entwicklung wertvoll, sondern auch für ihre zukünftige Karriere als Lehrpersonen.