Von KI bis Kuhglocke : Rückblick auf die PH Zurich Summer School
«In diesen zwei Wochen habe ich erkundet, wie künstliche Intelligenz und Gamification den Unterricht bereichern können – und mit Studierenden aus der ganzen Welt Gespräche geführt, die meine Sicht auf Lehren und Lernen verändert haben», erzählte eine Studentin aus dem Baskenland. Und eine Zürcher Studentin fügte lachend hinzu: «Eine Kollegin meinte, sie gehe im Sommer doch nicht zusätzlich in die Schule. Sie hat sich getäuscht – es hat sich mehr als gelohnt.»
Die PH Zurich Summer School findet jeweils in der letzten Juni- und ersten Juliwoche statt. Sie richtet sich an Studierende der rund 100 Partnerhochschulen der PH Zürich sowie an die eigenen Studierenden. Damit bietet sie eine Alternative für all jene, für die ein Semesteraustausch nicht möglich ist. Die Studierenden der PH Zürich wiederum kommen in den Genuss eines internationalen Austausches, ohne zu verreisen. Die Summer School hat bereits zum achten Mal stattgefunden. In diesem Jahr wurde sie erstmals als Blended Intensive Programme organisiert und von Movetia gefördert, der nationalen Agentur für Austausch und Mobilität: Ergänzt wurde der Aufenthalt in Zürich durch ein virtuelles Vorbereitungsseminar.
Zwischen KI und Konfliktprävention
In Woche eins wählten die Studierenden zwischen KI im Klassenzimmer und Schule in Zeiten von Konflikt. Besonders geschätzt hat eine schwedische Studentin den Schulbesuch im Ämtler-Schulhaus in Zürich. «Es war spannend, vom Diskutieren und Vergleichen verschiedener Lehrpläne dazu überzugehen, tatsächlich eine Schule zu besuchen und den Lehrplan in Aktion im Klassenzimmer und bei den Lehrpersonen zu erleben.» Ihre zypriotische Kollegin zeigte sich beeindruckt vom externen Gewaltpräventionsprogramm, das die Schule einsetzt. Ein Vertreter des Programms erklärte, dass die Organisation seit rund einem Jahr mit derselben Klasse arbeite. Ziel sei es, die Schüler:innen, Lehrpersonen und die Schulgemeinschaft dabei zu unterstützen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und Eskalationen zu verhindern. «Die Kontinuität dieser Praxis und die starken Beziehungen, die im Laufe der Zeit aufgebaut wurden, haben mich sehr beeindruckt, so etwas habe ich zu Hause noch nie erlebt», stellte sie fest.
Spielerisch und performativ lernen
Woche zwei gestaltete sich noch praxisorientierter. Gamification und performatives Lehren und Lernen standen zur Auswahl. «Die spielerischen Aktivitäten waren genial und ich verfüge nun über eine breite Auswahl an Spielen und Websites, die mir beim Gestalten des Unterrichts helfen», berichtete ein Schweizer Student. Eine chinesische Studentin hätte sich gerne noch mehr Zeit gewünscht: «Ich habe so viel gelernt und mir war überhaupt nicht bewusst, dass wir so vieles gemeinsam haben, auch wenn wir aus ganz unterschiedlichen Kulturen kommen. Auch hätte ich nie gedacht, dass ich tatsächlich die Spiele auf meinem Handy spielen würde.»
Zum Abschluss der Woche gab es ein Cross-over der beiden Kurse im Tagungszentrum Schloss Au. Gemeinsam erstellten die beiden Gruppen zwei Personas. Die Gamification-Studierenden entwickelten daraus verschiedene Games, während die Dramaklasse mit Process Drama verschiedene Perspektiven von Fake News erspielte: Das Eintauchen in die verschiedenen Rollen machte eindrücklich sichtbar, wie Fake News entstehen, sich verbreiten und ihre Wirkung entfalten.
Mehr als nur Seminarraum
Es waren zwei heisse Wochen. Viele Überseestudierende staunten über die fehlenden Klimaanlagen in der Schweiz. Umso mehr wurde die Abkühlung im See und Fluss geschätzt. Bereits beim Picknick vor Kursstart badeten die ersten Studierenden am Zürihorn, einem beliebten Badespot am Zürcher Seeufer. Der Besuch des Lindt-Schokoladenmuseums liess sich mit einer kühlenden Schifffahrt verknüpfen. Auf der Rigi genossen die Studierenden das Rundum-Bergpanorama und schwammen anschliessend im Vierwaldstättersee. Und in Urnäsch im Appenzellerland wurde unter Anleitung des einheimischen Sämi gejodelt und später beim Kronberg gerodelt.
Momente wie diese machten den interkulturellen Austausch erst richtig greifbar: Beim gemeinsamen Erleben und Entdecken entstanden Gespräche über Bildungssysteme und Lebensrealitäten, die im Seminarraum so nicht zustande gekommen wären. «Es waren die Wanderungen durch die Schweizer Alpen, das Schwimmen in den Seen nach dem Unterricht, das Lachen mit Menschen aus verschiedenen Ländern – und die dabei entstandenen Freundschaften, an die ich mich immer erinnern werde», so die baskische Studentin.
Ausblick 2027
Die nächste Ausgabe der PH Zurich Summer School findet vom 28. Juni bis 9. Juli 2027 statt. Nominierungen sind ab 1. November 2026 bis 15. April 2027 möglich, Anmeldeschluss ist der 30. April 2027. Das Programm ist ab September 2026 unter phzh.ch/international/summer-school verfügbar.


