Studierendenmobilität : Austausch im Schweizer Klassenzimmer

Im Rahmen der Winter School der PH Zürich hospitierten im Januar 2025 Studierende aus Melbourne, Tasmanien und Denver an Zürcher und Bündner Schulen. Ihr Fazit: In der Schweiz legen die Lehrpersonen einen starken Fokus auf selbstständiges Lernen.

Mittwoch, 12. Februar 2025

Die Nervosität ist gross: Wie es sich wohl anfühlt, wenn ich im Unterricht kein Wort verstehe? Wie baue ich die Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern auf? So lauten einige der Fragen, die sich die angehenden Lehrpersonen aus Melbourne, Tasmanien und Denver zu Beginn ihres mehrwöchigen Austausches im Rahmen der Winter School an der PH Zürich stellen. Um den Kulturschock etwas zu dämpfen, starten die Austauschstudierenden mit einem zweitägigen Workshop zu Englischdidaktik an der PH Zürich. PHZH-Dozentin Laura Loder-Büchel führt mit vielen praktischen Beispielen ins Thema ein und am zweiten Tag werden diese bereits an einer Zürcher Primarschule ausprobiert. «Der Workshop mit Laura bereitete uns optimal auf die Hospitation vor, und wir erhielten hilfreiche Werkzeuge, um Unsicherheit und Stress zu vermeiden», erzählt eine Studentin aus Denver.

In den Schweizer (Schul-)Alltag eintauchen

Die Winter School der PH Zürich findet jeweils während drei Wochen im Januar statt. Nach einem gemeinsamen Start verteilen sich die Studierenden auf Primar- und Sekundarschulen in Zürich und im Kanton Graubünden. Sie wohnen bei Gastfamilien, um während der kurzen Zeit möglichst schnell in den Schweizer Alltag einzutauchen. «Es war eine unglaubliche Erfahrung, bei meiner Mentorin und ihrer Familie zu wohnen. Sie haben mich mit offenen Armen in ihrem Zuhause aufgenommen und mich wie ein Familienmitglied behandelt», erzählt eine australische Studentin. Dass sich die Studierenden schnell in der Schweiz wohlfühlen, hat aber auch mit den Schweizer Buddys – Studierende der PH Zürich – zu tun. «Mein Buddy war toll. Mitte Dezember hatten wir einen zweistündigen Zoomanruf, bei dem wir uns ein wenig kennenlernten», berichtet eine Studentin aus Tasmanien. «Wir sprachen über soziale und kulturelle Unterschiede zwischen der Schweiz und Australien, was mir half, den Kulturschock zu überwinden.»

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Buddys als Unterstützung

Insgesamt sechs Studierende der PH Zürich kümmern sich um die Austauschstudierenden. Sie holen die Gäste vom Flughafen ab, organisieren ein Willkommensessen, vermitteln zwischen Lehrpersonen und Gastfamilien und besuchen die Austauschstudierenden an ihren Schulen. Auch beim gemeinsamen Wochenende in Scuol sind sie dabei. Die Freude am Schnee ist vor allem bei den Austauschstudierenden sehr gross. «Das Wochenende mit den anderen Studierenden und den Buddys war sehr cool. Auch hat mir die Dorfführung am Sonntag sehr gut gefallen, es war spannend, mehr über die Architektur und Geschichte von Scuol zu erfahren», so eine Studentin aus Denver.

Take-aways aus dem Klassen­zimmer

Es sind drei volle Wochen für die Studierenden aus Übersee, die Eindrücke im und ausserhalb des Klassenzimmers haben viel in Bewegung gesetzt. Eine Studentin erzählt begeistert: «Ich habe eine Vielzahl von Unterrichtsstunden in der vierten Klasse beobachtet. Einer meiner Lieblingsmomente war, als die Schüler:innen Kahoot spielten, um sich auf ihren Naturkundetest über das Wetter vorzubereiten. Sie waren so engagiert und es war deutlich zu sehen, wie viel Eigenständigkeit den Schülern vermittelt wird.» Einer Kollegin ist der Fokus auf die Selbstständigkeit ebenfalls positiv aufgefallen: «Die bei den Schüler:innen geförderte Unabhängigkeit hat mir die Augen geöffnet und mich inspiriert, in meinem Unterricht auch mehr Selbstständigkeit zu fördern. Die Lehrer:innen arbeiten ausserdem eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig, wodurch eine kooperative und kollegiale Atmosphäre entsteht.»

Auch die anfänglich befürchtete Schwierigkeit mit der Verständigung stellt sich als machbare Herausforderung heraus. «Durch Warm-ups zu Beginn jeder Unterrichtsstunde konnten sich die Schüler:innen besser auf den Unterricht in Englisch einstellen», berichtet eine Studentin, «und ich fand, dass dies den Raum für Spass und Neugierde öffnet.» Sie sei mit dieser Herangehensweise an den Unterricht gut gefahren und habe das Gefühl, dass sie genauso viel von den Schülerinnen und Schülern lernen konnte, wie diese hoffentlich von ihr.

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