Wie Erwachsene lernen - ein Lektürekurs
Menschliches Lernen zu unterstützen stellt den Kern der Herausforderungen pädagogischer Bemühungen dar, sei es im Rahmen von Unterricht, Angebotsplanung, Beratung oder auch bildungspolitischer Interventionen. Üblicherweise werden zum Verständnis, wie Menschen lernen, gängige psychologische Lerntheorien wie Behaviorismus oder Kognitivismus herangezogen. Diese werden allerdings – so die These des Kurses – der Komplexität und Besonderheit des Lernens Erwachsener nicht gerecht. Während das Lernen von Kindern und Jugendlichen noch stark überformt ist von den Erziehungs- und Bildungsabsichten anderer, vollzieht sich das Lernen Erwachsener eigensinniger und selbstbestimmter. Erwachsene lernen auf der Grundlage subjektiver Bedeutsamkeit, ihr Lernen ist emotional grundiert, rückgebunden an die Biografie und an die Absicht, die eigene Lebensqualität zu erhöhen. Zudem ist es eng eingebunden in berufliche, familiäre und soziale Kontexte.
Neuere lerntheoretische Ansätze rücken solche Aspekte des Lernens Erwachsener in den Vordergrund. Im Kurs sehen wir uns deshalb unter anderem biografietheoretische, subjektwissenschaftliche und phänomenologische Ansätze genauer an. Wir befragen sie daraufhin, inwiefern sie es uns ermöglichen, ein angemessenes Verständnis des Lernens zu entwickeln, das für die professionelle Bildungsarbeit mit Erwachsenen tragfähig ist. Wir kümmern uns dabei um Lernen als eine eigenständige Tätigkeit, die wir zunächst einmal unabhängig von pädagogischen Kontexten wie Unterricht thematisieren.
Inhalt dieser Seite
Steckbrief
- Datum
- 2. September – 18. November 2020
- Ort
- Campus PH Zürich
- Zielgruppe
- Dozierende, Erwachsenenbildende, Lehrpersonen Sekundarstufe II
- Kosten
- 900 CHF
- Anlass-Nr.
- E01.1.202_1
Ziele
Die Teilnehmenden - kennen ausgewählte lerntheoretische Ansätze, die gerade für die Erwachsenen- und Weiterbildung eine besondere Relevanz haben, z.B. für Aus- und Weiterbildende, Beratende (an Hochschulen) oder Erwachsenenbildner. - sind in der Lage, Lernen als eigenständige menschliche Handlungsform im sozialen Kontext zu fassen. - erarbeiten sich ein angemessenes Verständnis menschlichen Lernens. - reflektieren erste Transfermöglichkeiten in das eigene Tätigkeitsfeld. - entwickeln ihre Lesestrategien für das Erschliessen wissenschaftlicher Texte weiter.Zielgruppe
Aus- und Weiterbildner/innen, Erwachsenenbildner/innen, Dozent/innen, Kursleiter/innen, Berater/innen, Weiterbildungsfachleute etc. aus der Erwachsenen- und Weiterbildung sowie der HochschuleInhalt
- unterschiedliche neuere Theorien des Lernens (Erwachsener) - Diskussion eines angemessenen Verständnisses menschlichen Lernens - Reflexion von Transferpotenzialen in (erwachsenen-)pädagogische HandlungsfelderMethoden
Es handelt sich um einen Lektürekurs, der in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichem Wissen einen Raum für die Diskussion und Reflexion eigener Vorstellungen und Handlungen bietet. Als Teilnehmende sind Sie entsprechend bereit, sich auf die Lektüre von wissenschaftlichen Texten und deren Diskussion einzulassen (ca. 2-4 Stunden Vorarbeit pro Sitzung in Form von Lektüre). Nach einer Einführung in das Thema Lernen (Sitzung 1) werden im Kurs ausgewählte lerntheoretische Ansätze literaturbasiert erarbeitet (Sitzung 2-6). Zu jeder Sitzung werden 1-2 Texte (ca. 10-20 Seiten) mit Leitfragen bereitgestellt. Die Sitzungen folgen dem Schema: 1) Einführung in das Thema, 2) Diskussion der Texte anhand der Leitfragen, 3) Plenumsdiskussion und gemeinsame Reflexion von Transfermöglichkeiten in das eigene Tätigkeitsfeld.Leitung
Prof. Dr. Erik Haberzeth, Professur für Höhere Berufsbildung und Weiterbildung, Abteilung Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung, PH ZürichECTS
1.5Hinweis
Die PH Zürich ist eine von nur zwei Hochschulen in der Deutschschweiz, die über eine Forschungsprofessur für Erwachsenenbildung verfügt. Aktuelle Forschung zur Erwachsenenbildung wird in das Weiterbildungsangebot der Professur eingebracht und mit dem Praxisfeld verbunden.Lektionen
| Datum/Zeit | Raum | Dozent:in |
|---|---|---|
| Mittwoch, 2. September 2020, 14.30–17 Uhr | ||
| Mittwoch, 16. September 2020, 14.30–17 Uhr | ||
| Mittwoch, 30. September 2020, 14.30–17 Uhr | ||
| Mittwoch, 21. Oktober 2020, 14.30–17 Uhr | ||
| Mittwoch, 4. November 2020, 14.30–17 Uhr | ||
| Mittwoch, 11. November 2020, 14.30–17 Uhr |