Berufspraktische Ausbildung : Profilbildung in der Berufspraxis
Der Praxisbezug ab Studienbeginn hat an der PH Zürich einen hohen Stellenwert: In einer von gut 100 Kooperationsschulen absolvieren die Studierenden eine berufspraktische Ausbildung (BpA). Die BpA findet in mehrwöchigen, über das ganze Studium verteilten Blöcken statt. Neu setzen die Studierenden der Kindergarten- und Unterstufe durch die gezielte Wahl ihrer Praxiseinsätze einen individuellen Schwerpunkt. Tina Ammann, Bereichsleiterin Berufspraktische Ausbildung Kindergarten- und Unterstufe (Schuljahre 1–5), erläutert das Modell.
Tina Ammann, die berufspraktische Ausbildung an der PH Zürich bewährt sich. Woran liegt das?
Sie verbindet fachliches und pädagogisches Lernen eng mit konkreten Unterrichtserfahrungen. Die Studierenden werden in Praktika an Kooperationsschulen der PH Zürich frühzeitig und kontinuierlich in den Schulalltag einbezogen. Dabei werden sie individuell durch Praxislehrpersonen, Mentor:innen und Praxisleitungen begleitet. Dies ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung von Reflexions- und Handlungskompetenzen sowie Professionalisierungsprozessen.
Seit diesem Herbst profitieren die Studierenden von einer Neuerung punkto BpA. Worin besteht diese?
Im Studiengang Kindergarten- und Unterstufe bilden wir Primarlehrpersonen für fünf Schuljahre – die Kindergarten- und die Unterstufe – aus. Die Studierenden, die ab Herbst 2025 in diesem Studiengang starten, erhalten durch die ersten beiden Praktika Einblicke in beide Stufen. Bei den danach folgenden Praktika entscheiden sie sich individuell, auf welcher Stufe sie die weiteren Praxiseinsätze absolvieren möchten.
Warum haben Sie sich für diese Anpassung der berufspraktischen Ausbildung im Studiengang Kindergarten- und Unterstufe entschieden?
Bei uns erwerben die Studierenden Professionskompetenzen für die ersten fünf Schuljahre. In der Ausbildung ist es uns wichtig, dass alle Studierenden sowohl auf der Kindergarten- als auch auf der Unterstufe unterrichtet haben. Anschliessend können sie selbst entscheiden, auf welcher Zielstufe sie ihre weitere berufspraktische Kompetenzentwicklung vornehmen möchten. In den ersten Jahren der Umsetzung des Studiengangs war es zentral, dass die Praktika ausgewogen auf beiden Zielstufen absolviert werden. Da wir bezüglich der Konzeption des Studiengangs Kindergarten- und Unterstufe (Zyklus 1+) sowie bezüglich der Anerkennung beider Zielstufen (beispielsweise Kindergarten als Teil der Volksschule, hohe Relevanz früher Bildung) aktuell einen Schritt weiter sind, erachten wir es als zielführend, dass die Studierenden ab dem zweiten Studienjahr die Zielstufe wählen können.


