Nachhaltigkeit in der Hochschullehre : Tag der Lehre 2025
Rund 180 Mitarbeitende nahmen am diesjährigen Tag der Lehre zum Thema «Nachhaltigkeit in der Hochschullehre» teil. Traditionell beginnt der Anlass bereits am Vorabend mit einem Impulsreferat von einer ausgewiesenen Fachperson im jeweiligen Themenfeld. In diesem Jahr führte Marco Rieckmann, Professor für Hochschuldidaktik an der Universität Vechta, thematisch in den Tag der Lehre ein. Er stellte Konzepte, Strategien und konkrete Ansätze vor, wie Hochschulen nachhaltiges Denken und Handeln wirksam fördern können. Im Rahmen der anschliessenden Diskussion und eines gemeinsamen Apéros hatten die Teilnehmenden Gelegenheit zu einem angeregten Austausch.
Am Folgetag konnten die Teilnehmenden aus 13 Workshops auswählen, die ihre Kolleg:innen für sie vorbereitet hatten und die sich dem diesjährigen Thema aus unterschiedlichen Perspektiven näherten. Das Angebot reichte von einem Nachhaltigkeitsspaziergang über den Campus, den das Facility-Management durchführte, über Workshops mit fachdidaktischem Fokus bis hin zu einer gemeinsamen Ideensammlung, wie nachhaltige Entwicklung in der Hochschulcommunity gefördert werden kann.
«Nachhaltigkeit beschäftigt uns auf allen Ebenen»
Dominik Roost und Matthias Mejeh, Sie haben den Tag der Lehre 2025 organisiert. Weshalb veranstaltet die PH Zürich jährlich einen Tag der Lehre?
Dominik Roost: Forschung und Lehre sind die Kernaufgaben jeder Hochschule. Es gibt deshalb einige Hochschulen, die sich einmal im Jahr ausschliesslich der Lehre widmen. Unter den verschiedenen Hochschultypen haben die Pädagogischen Hochschulen einen hohen Lehr- und einen vergleichsweise geringen Forschungsanteil. Schliesslich gehört das «Lehren zu lehren» zu den Kernaufgaben eine Pädagogischen Hochschule. All dies sind gute Gründe, weshalb wir seit fünf Jahren einen Tag der Lehre durchführen.
Wurde das Thema Nachhaltigkeit nur in Bezug auf die Lehre diskutiert?
Mathias Mejeh: Nachhaltiges Bewusstsein und Handeln zu fördern, ist nicht nur eine Frage der Lehre. Dazu gehören beispielsweise auch Policies, welche Verkehrsmittel für Dienstreisen genutzt werden, wie der Abfall auf dem Campus getrennt wird oder wie nachhaltige Initiativen von Studierenden gefördert werden. Trotz Fokus auf die Lehre wurde das Thema denn auch in dieser Breite behandelt. Nachhaltigkeit beschäftigt uns auf allen Ebenen.
Dominik Roost: In der von Mathias Mejeh beschriebenen Vielfalt werden die Schweizer Hochschulen auch vom WWF beurteilt. In der letzten Erhebung 2024 belegte die PH Zürich einen Spitzenplatz im Nachhaltigkeitsranking. Das ist erfreulich. Über alle Hochschulen hinweg identifizierte der WWF im Bereich der Lehre jedoch den grössten Entwicklungsbedarf hinsichtlich Nachhaltigkeit. Das war ein Grund mehr, diesen Aspekt ins Zentrum unseres Tags der Lehre zu stellen.
Was verändert sich an der PH Zürich im Anschluss an den Tag der Lehre?
Dominik Roost: Das primäre Ziel des Tags der Lehre ist immer, für ein bestimmtes Thema zu sensibilisieren, Einblicke in laufende Projekte zu geben, komplementäres Wissen zusammenzubringen und Mitarbeitende zu vernetzen. Der Tag kann als Vorbereitung für konkrete Umsetzungen verstanden werden, zielt aber nicht direkt auf solche ab.
Mathias Mejeh: Alle zwei Jahre vergibt die PH Zürich im Rahmen des Förderpreises der Lehre Fördergelder für innovative Projekte, die von Mitarbeitenden und Studierenden eingereicht und umgesetzt werden. In diesem Jahr kürt die Jury Projektideen, die die Lehre und die Hochschule im Bereich Nachhaltigkeit voranbringen. Angestossen durch den Tag und den Förderpreis der Lehre wird es in den nächsten Jahren also mit Bestimmtheit Veränderungen hin zu einer nachhaltigeren Hochschule geben.

