Co-Planning und Co-Teaching : Geteilte Verantwortung

Die Planung und Durchführung von Unterricht ist eine anspruchsvolle Aufgabe für Studierende. Insbesondere in den unteren Semestern ist dies mit Druck verbunden. Co-Planning und Co-Teaching in der berufspraktischen Ausbildung der PH Zürich schaffen Abhilfe.

Dienstag, 26. März 2024

Übernehmen Studierende alleine die Planung und Durchführung des Unterrichts, ist dies für sie eine komplexe Aufgabe. Möglicherweise gehen dadurch auch Lerngelegenheiten verloren – schliesslich möchten die Studierenden reibungslosen Unterricht zeigen. Ihre Aufmerksamkeit auf das Lernen der Schüler:innen zu richten und in schwierigen Situationen spontan vom Wissen und der Erfahrung der Praxislehrperson zu profitieren, erlaubt dieses Setting kaum. Co-Planning und Co-Teaching, das die PH Zürich in ihrer berufspraktischen Ausbildung anwendet, schaffen hier Abhilfe, erklärt Tina Ammann, Bereichsleiterin berufspraktische Ausbildung Eingangsstufe.
 
Tina Ammann, etwa ein Drittel des Studiums an der PH Zürich nimmt die berufspraktische Ausbildung ein. Wie läuft diese ab?
Bereits im ersten Semester ihrer drei- beziehungsweise vierjährigen Ausbildung verbringen die Studierenden mehrere Tage an einer Kooperationsschule der PH Zürich in einer Klasse ihrer Zielstufe. Dabei werden sie durch eine erfahrene Praxislehrperson in die vielfältigen Aufgaben ihres künftigen Berufs eingeführt. In mehreren mehrwöchigen Praktika bauen die Studierenden so ihre berufspraktischen Kompetenzen laufend auf und aus. Für diesen Kompetenzerwerb ist die Begleitung der Studierenden durch Praxislehrpersonen entscheidend. Insbesondere in den ersten beiden Ausbildungsjahren setzen wir darum auf das sogenannte Co-Planning und Co-Teaching.

Was bedeuten Co-Planning und Co-Teaching im Kontext der Praktika und welche Vorteile bieten diese Methoden?
Beim Co-Planning und Co-Teaching bilden die Praxislehrperson und die Studierenden ein sogenanntes Praxisteam: Gemeinsam verantworten sie den Unterricht für die Schülerinnen und Schüler, im Zentrum steht deren Lernfortschritt. Durch das Co-Planning profitieren die Studierenden vom Erfahrungshintergrund der Praxislehrperson und deren Wissen um den Lernstand der Schüler:innen. Dadurch wird der Unterricht qualitativ hochwertiger, wovon wiederum die Schüler:innen profitieren.

Was sind weitere Vorteile?

Das Co-Teaching entlastet die Studierenden davon, bereits zu Beginn ganze Lektionen übernehmen zu müssen: Sie können sich auf einzelne Aufgaben konzentrieren. Komplexere Sequenzen übernimmt die Praxislehrperson und die Studierenden lernen am Modell. Co-Teaching ermöglicht zudem, dass sich alle Anwesenden maximal zum Wohl der Klasse einbringen und einzelne Schüler:innen oder Gruppen intensiver begleitet werden können. Mit Co-Planning und Co-Teaching übernehmen die Studierenden Schritt für Schritt anspruchsvollere Aufgaben. So wachsen sie sukzessive in die Rolle der Lehrperson hinein. Eine Umfrage bei unseren Studierenden und den Praxislehrpersonen zeigt, wie sehr sie es schätzen, kooperativ unterwegs zu sein, und dass die Studierenden von dieser Vorgehensweise enorm profitieren. Nicht zuletzt bereitet diese Form der Begleitung die Student:innen optimal auf die tatsächlichen Bedingungen im Beruf vor, nämlich die Arbeit in multiprofessionellen Teams.

Welches Verständnis liegt dieser Form von Begleitung durch eine Praxislehrperson zugrunde?
Damit kommen wir weg vom «Meister-Lehrling»-Ansatz und bewegen uns hin in Richtung eines professionell-partnerschaftlichen Verständnisses von Ausbildung. Im Idealfall verstehen sich alle Beteiligten als Lernende, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Schülerinnen und Schülern optimale Lernbedingungen zu ermöglichen. Eine solche Zusammenarbeit schafft für die Studierenden Vertrauen und Sicherheit und sie erfahren sich als selbstwirksam.