Digitalisierungsinitiative : Neue DIZH-Projekte forschen zur digitalen Resilienz

Der 3. Rapid-Action-Call der Digitalisierungsinitiative (DIZH) fördert Projekte, die sich mit Datenschutz und digitalem Selbstschutz, Medienkompetenz und digitaler Resilienz sowie KI-Assistenz und Vertrauen in neue Technologien befassen. Die PH Zürich ist an einem Projekt beteiligt.

Donnerstag, 18. Juli 2024

Aktuelle Entwicklungen wie künstliche Intelligenz (KI) und der zunehmend einfachere Zugang zu digitalen Werkzeugen erweitern die Möglichkeiten im kreativen Umgang mit digitalen Inhalten und Formaten, bergen jedoch auch das Risiko einer unkontrollierten Nutzung. Auf diese Dynamik reagiert das DIZH-Innovationsprogramm.

Im Rahmen des 3. Rapid-Action-Calls werden sechs Projekte gefördert, die zur Stärkung der digitalen Resilienz und Sicherheit beitragen. Die Projekte sensibilisieren für Datenschutz und adressieren die negativen Auswirkungen unrealistischer KI-generierter Körperbilder. Zudem fördern sie Medienkompetenz und kritisches Denken, indem sie interaktive Tools entwickeln und den Einsatz von KI im Journalismus erforschen. Nicht zuletzt stärken sie die digitale Resilienz durch spielerisches Lernen und verbessern dadurch das Vertrauen in KI-gestützte Anwendungen im Gesundheitswesen.

Tool für KI- und Deepfake-Kompetenz

Das Projekt «Digitale Resilienz: Tool für KI- und Deepfake-Kompetenz bei Jugendlichen», an dem die Universität Zürich, die PH Zürich und die ZHAW beteiligt sind, hat zum Ziel, Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren Werkzeuge und Fähigkeiten zu vermitteln, damit jene im beginnenden KI-Zeitalter sicher und kompetent agieren und digitale Resilienz aufbauen können. Das Projekt entwickelt, testet und veröffentlicht ein interaktives Online-Tool und eine Lernumgebung, mit deren Hilfe Jugendliche lernen, den Einsatz von (generativer) KI kritisch zu reflektieren, Deepfakes zu erkennen und zu hinterfragen sowie kreativ mit digitalen Medien umzugehen. Das Tool integriert Elemente der Quellenkritik, der Wissenschaftskommunikation und des Storytellings.

Alexandra Krebs, Co-Projektleiterin seitens PH Zürich, freut sich über die Förderung des Projekts und sagt: «Besonders wichtig ist mir an dem Vorhaben, dass es sich durch eine hohe, aktuelle gesellschaftliche Relevanz auszeichnet. Die neuesten Entwicklungen im Kontext von KI – und hier insbesondere Deepfakes – bergen erhebliche Herausforderungen für plurale Demokratien. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten die hierfür notwendigen Kompetenzen erwerben, damit sie solchen Manipulationen nicht unterliegen. Aussergewöhnlich ist an diesem Projekt zudem, dass wir sowohl auf theoretischer als auch auf empirischer Ebene forschen und mit dem hieraus entwickelten Online-Tool einen konkreten Beitrag zur Förderung der digitalen Resilienz von Lernenden anstreben.»

Digitalisierungsinitiative

Die Digitalisierungsinitiative des Kantons Zürich (DIZH) hat zum Ziel, die Zusammenarbeit der Zürcher Hochschulen im Bereich der Digitalisierung zu fördern und damit den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Zürich zu stärken. Die Universität Zürich, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die Zürcher Hochschule der Künste und die PH Zürich vernetzen sich in der DIZH systematisch, um Forschung und Innovation im Digitalisierungsbereich mit interdisziplinären Ansätzen gezielt voranzutreiben.

Das Innovationsprogramm ist ein zentrales Instrument der DIZH. Durch Innovationsprojekte der Zürcher Hochschulen mit dem privaten und öffentlichen Sektor im Digitalisierungsbereich sollen die Erkenntnisse aus der Forschung näher an die Praxis herangeführt und für die Anwendung verfügbar gemacht werden. Umgekehrt sollen die Bedürfnisse und Erfahrungen der Anwendungspartner in die Wissenschaft einfliessen. Die Fördermittel des Innovationsprogramms werden in transparenten, kompetitiven Verfahren vergeben. Im Rahmen von Ausschreibungen werden die besten eingereichten Projekte von einer gemeinsamen Jury der Partnerhochschulen ausgewählt und gemäss dem verfügbaren Finanzrahmen unterstützt. Jährlich werden unterschiedliche Ausschreibungen lanciert.

Die finanzielle Unterstützung der Projekte im 3. Rapid-Action-Call erfolgt über den DIZH-Sonderkredit, der Förderbeiträge zwischen 15’000 und 75’000 Franken pro Projekt umfasst. Die Hochschulen beteiligen sich durch Matching-Funds paritätisch an der Finanzierung. Die Projekte haben eine Laufzeit von maximal 12 Monaten.