Bildungsgeschichte : SNF-Förderzusage für neues PHZH-Forschungsprojekt
Ein neues Forschungsprojekt des Zentrums für Schulgeschichte wird mit einer halben Million Schweizer Franken vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.
Das Forschungsprojekt «Deutschschweizer Lehrpersonen im ‹Age of Psychology›? Wissensverflechtungen zwischen Psychoboom und Psychoskepsis 1950–1980» untersucht den Zeitraum von 1950 bis 1980, der auch als «Age of Psychology» oder «Psychoboom» bezeichnet wird. In dieser Zeit erlangten mit psychologischem Alltagswissen angereicherte Konzepte wie Gruppendynamik und Gesprächstherapie breite gesellschaftliche Anerkennung und verwischten die etablierten Grenzen zwischen Krankheit und Gesundheit.
Forschungsthemen
Das vom SNF geförderte Forschungsprojekt untersucht, wie dieses an sich schon hybride Wissen in der Deutschschweiz unter Lehrpersonen und in der Ausbildung zirkulierte und mit vielfältigen anderen Wissensbeständen verwoben war. Dabei wird nicht nur analysiert, wie dies neue Formen des Lehrens und Lernens hervorbrachte. Im Zentrum stehen auch die Verschränkungen des Wissens mit Vorstellungen von Begegnungskultur, individuellen Optimierungsbestrebungen und gesellschaftlichen Verbesserungen. Die Forschungsperspektive berücksichtigt auch die mit Therapeutisierungsansätzen verbundenen Konflikte und unterschiedlichen Orientierungen, die in Wissenskämpfen ausgetragen werden konnten, sowie generell die zeitgenössischen positiven und negativen Reaktionen auf das sogenannte Psychowissen. Diesen Fragen geht das Forscher:innen-Team anhand einer Vielfalt von Archivmaterialien und gedruckten Quellen aus dieser Zeit nach.
Das Forschungsprojekt wird von Andreas Hoffmann-Ocon, Andrea De Vincenti und Norbert Grube vom Zentrum für Schulgeschichte der PH Zürich durchgeführt. Das vierjährige Projekt beginnt Anfang 2025 und wird vom SNF mit einem Beitrag von rund 500’000 Franken unterstützt.