Nachhaltige Entwicklung : Nachhaltigkeitspolicy in Kraft gesetzt

Die Ende 2022 verabschiedete Nachhaltigkeitspolicy der PH Zürich legt drei Ziele für nachhaltige Entwicklung fest. Die grösste und gleichzeitig nachhaltigste Wirkung kann über die Bildung und das Engagement der Studierenden erzielt werden.

Montag, 9. Januar 2023

Ende 2022 genehmigte die Hochschulleitung die Nachhaltigkeitspolicy der PH Zürich. Die Policy beschreibt ein Nachhaltigkeitsverständnis, das sich an sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit ausrichtet und die Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Fokus rückt. Davon ausgehend hält die Policy drei hochschulweite und langfristige Nachhaltigkeitsziele fest, die sich an den strategischen Zielen der PH Zürich orientieren:

  1. Bildung für Nachhaltige Entwicklung fördern
  2. Eine nachhaltige Hochschule gestalten
  3. Vernetzung und Austausch zu Nachhaltigkeit und BNE mitgestalten

Ergänzt wird die Nachhaltigkeitspolicy durch einen Massnahmenplan für die Jahre 2022 bis 2025. Dieser umfasst sowohl bestehende als auch neu geplante Aktivitäten der PH Zürich.

Der Nachhaltigkeitsbeauftragte der PH Zürich, Dominik Allenspach, erläutert im Interview die Bedeutung und Hintergründe der Policy für die PH Zürich.

Dominik Allenspach, die PH Zürich engagiert sich schon länger im Nachhaltigkeitsbereich. Was ist nun die Bedeutung einer Nachhaltigkeitspolicy? Wird sich dadurch das Engagement der PH Zürich noch verstärken?
Bereits die Hochschulordnung von 2017 hält fest, dass sich die PH Zürich für die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit engagiert. Was der PH Zürich jedoch bislang fehlte, war ein gemeinsamer Rahmen für die Orientierung und Fokussierung ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten. Die Nachhaltigkeitspolicy schliesst nun diese Lücke. Sie definiert ein Nachhaltigkeitsverständnis, an dem sich die Mitarbeitenden, Studierenden und Weiterbildungsteilnehmenden gemeinsam orientieren können. Die Policy legt zudem drei Nachhaltigkeitsziele fest, deren Umsetzung regelmässig überprüft wird. Die Nachhaltigkeitspolicy ist somit ein wichtiges Element, um das Nachhaltigkeits-Engagement der PH Zürich zu verstärken. Wichtig ist dabei auch, dass die Nachhaltigkeit in die Prozesse und Strukturen der Hochschule einfliesst und von den Hochschulangehörigen gelebt wird.

Auf welchen Grundlagen wurde die Nachhaltigkeitspolicy entwickelt? Wie sind die drei Ziele entstanden?
Die Nachhaltigkeitspolicy ist in einem über ein Jahr dauernden, umfassenden partizipativen Prozess entstanden. Die Hochschulleitung hat sich in mehreren Sitzungen intensiv mit dem Nachhaltigkeitsverständnis der Hochschule auseinandergesetzt und die Stossrichtung für die Nachhaltigkeitsziele festgelegt. Anschliessend fanden Hearings mit internen Gremien, Mitarbeitenden und Studierenden statt, die sich für nachhaltige Entwicklung und BNE engagieren. In den Hearings ging es darum, das zugrundeliegende Nachhaltigkeitsverständnis und die Nachhaltigkeitsziele der PH Zürich zu diskutieren sowie die Anliegen der verschiedenen Gremien und Personen aufzunehmen. Davon ausgehend wurden das Nachhaltigkeitsverständnis und die Nachhaltigkeitsziele weiterentwickelt. Die Hochschulleitung verabschiedete die Nachhaltigkeitspolicy schliesslich Anfang November 2022.

Können Sie etwas zu den Massnahmen sagen? Welche Aktivitäten stehen im Vordergrund?
Zu jedem der drei Nachhaltigkeitsziele hat die Hochschulleitung vier bis fünf Massnahmen festgelegt. Je nach Massnahme sind die Prorektorate, die Verwaltungsdirektion oder das Rektorat für die Umsetzung verantwortlich. Beim Ziel «Bildung für Nachhaltige Entwicklung fördern» soll unter anderem die BNE in den Studiengängen gestärkt und sollen Weiterbildungsveranstaltungen für Dozierende, wissenschaftliche Mitarbeitende und Lehrpersonen durchgeführt werden. Das Ziel «Eine nachhaltige Hochschule gestalten» bündelt Massnahmen, die zur physischen und psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden und zur Nachhaltigkeit im Betrieb beitragen. Die Massnahmen zum Ziel «Vernetzung und Austausch zu Nachhaltigkeit und BNE mitgestalten» umfassen beispielsweise den Aufbau des Zurich Knowledge Center for Sustainable Development und des Nachhaltigkeitszentrums Schloss Au sowie die Intensivierung der Kommunikationsaktivitäten im Nachhaltigkeitsbereich.

Welche Aktivitäten liegen Ihnen als Nachhaltigkeitsverantwortlichem besonders am Herzen? Wo sehen Sie das grösste Potenzial, respektive was sind die Aktivitäten mit dem grössten Impact?
Die grösste Wirkung kann die PH Zürich über ihre Studierenden erzielen. Wir möchten die Studierenden darin bestärken, Veränderungen mitzugestalten und als Multiplikator:innen auf eine nachhaltige Entwicklung hinzuwirken. Deshalb sind insbesondere die BNE sowie Aktivitäten wichtig, die es den Studierenden ermöglichen, sich mit Nachhaltigkeitsfragen auseinanderzusetzen. Zusammen mit der PH Luzern, der PH Fribourg und der Hochschule für Heilpädagogik konnten wir Ende 2022 Drittmittel generieren, um Angebote und Aktivitäten für das studentische Engagement im Bereich Nachhaltigkeit zu entwickeln, etwa Netzwerkveranstaltungen oder Tagungen. Darüber hinaus sollen vor allem niederschwellige, ins Studium eingebettete Engagements gestärkt werden. Dazu gehören beispielsweise die Verbindung von Lernen im Unterricht mit der Übernahme von Verantwortung im (Hoch-)Schulumfeld (das sogenannte Service-Learning), die Betreuung von Semester- und Abschlussarbeiten im Bereich Nachhaltigkeit oder auch die Vermittlung von kurzen sozialen oder nachhaltigen Engagements.

Weitere Informationen

Nachhaltige Entwicklung an der PH Zürich

Kontakt

Porträtfoto von Dr. Dominik Allenspach

+41 43 305 62 79