PgB-Projekt : «Es geht um die Förderung von Nachwuchskräften»

Die PH Zürich ist an 21 Projekten beteiligt, die der Bund mitfinanziert. Michael Prusse, Abteilungsleiter an der PH Zürich, stellt das PgB-Projekt «PhD Fachdidaktik in Kunst und Design» vor.

Mittwoch, 23. November 2022

Mit den «projektgebundenen Beiträgen» (PgB) finanziert der Bund innovative hochschulübergreifende Projekte. Die PH Zürich ist aktuell an 21 PgB-Projekten beteiligt. Was sind das für Vorhaben? Diese Frage wird – Projekt für Projekt – in einer Interview-Serie beantwortet.

Michael Prusse ist an der PH Zürich verantwortlich für den Aufbau und die Weiterentwicklung von Masterstudiengängen in den Fachdidaktiken. Er leitet die Abteilung Master Fachdidaktik, lehrt und forscht zu Englischdidaktik sowie englischsprachiger Literatur. Im Interview spricht er über das PgB-Projekt «PhD Fachdidaktik in Art und Design».

Michael Prusse, worum geht es im Projekt «PhD Fachdidaktik in Kunst und Design» genau?
Es geht primär um die Förderung und Qualifikation von Nachwuchskräften in den Fachdidaktiken Kunst und Design. Die PH Zürich leistet mit dem Projekt einen Beitrag an ein Promotionsprogramm, das sie gemeinsam mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Breisgau verantwortet. Es ermöglicht Studierenden und Dozierenden in den Bereichen Bildnerisches Gestalten sowie Textiles und Technisches Gestalten, eine fachdidaktische Dissertation zu verfassen.

Welchen Beitrag leistet das Projekt?
Die PH Zürich setzt sich intensiv für die Förderung und Aufwertung sämtlicher Fachdidaktiken ein. Deshalb bietet sie unter anderem als ersten Qualifikationsschritt für angehende Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktiker im Fach Bildnerisches Gestalten einen Masterstudiengang Fachdidaktik Künste an. Damit kann der Nachwuchs an Dozierenden in den Fachdidaktiken Kunst und Design ausgebildet werden. Das Promotionsprogramm eröffnet die Möglichkeit, die nächste Stufe einer akademischen Qualifikation in Angriff zu nehmen und sich einem grösseren Forschungsprojekt in den Fachdidaktiken Kunst und Design zu widmen. Dies trägt zur Stärkung, Professionalisierung und Etablierung dieser Fachdidaktiken bei. Das Promotionsprogramm demonstriert, dass die PH Zürich für alle Fachdidaktiken nach Qualifikationsmöglichkeiten sucht, insbesondere auch dort, wo es an den universitären Hochschulen kein entsprechendes Angebot gibt. Diese Anstrengungen werden durch unsere Hochschulstrategie und die nationale Strategie Fachdidaktik gestützt.

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mehrerer Hochschulen für das Projekt?
Die Kooperation ist essenziell: Die Zusammenarbeit mit der ZHdK eröffnet Chancen in der Weiterentwicklung der Fachdidaktiken über die verschiedenen Schulstufen hinweg. Im Hinblick auf eine internationale Anerkennung ist der Beitrag der beiden deutschen Hochschulen zu diesem Netzwerk unentbehrlich. Gleichzeitig ist eine Zusammenarbeit über vier unterschiedliche Hochschulen hinweg nicht ohne Herausforderungen, lohnt sich aber für die Professionalisierung der Fachdidaktiken Kunst und Design.

Wo steht das Projekt zurzeit?
Gegenwärtig nehmen acht PhD-Studierende, darunter eine Doktorandin der PH Zürich sowie eine assoziierte Doktorandin, am Programm teil. Fünf Bewerberinnen bereiten ihren Aufnahmeantrag vor. Der Lead für das Promotionsprogramm liegt bei Miriam Schmidt-Wetzel von der ZHdK. Die vier beteiligten Hochschulen führen mindestens viermal jährlich Kolloquien, Forschungswerkstätten und Netzwerktreffen für die Doktorierenden durch und wechseln sich als gastgebende Institutionen jeweils ab. Die PH Zürich organisierte im Juni 2022 einen Anlass zu den Themen «Lernen im Spannungsfeld zwischen historischem Denken und künstlerischer Praxis» und «Materialitäten kindlicher Ding-Assemblagen».

Weitere Informationen

Übersicht über alle aktuellen PgB-Projekte der PH Zürich

Zur Person

Porträtfoto von Prof. Dr. Michael Prusse

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