PgB-Projekt : «Zusammenarbeit fördert Kompe­tenz­entwicklung»

Die PH Zürich ist an 20 Projekten beteiligt, die der Bund mitfinanziert. Dozentin Mirjam Kocher stellt «Teams als Lernorte zur Entwicklung des doppelten Kompetenzprofils» vor.

Mittwoch, 1. Juni 2022

Mit den «projektgebundenen Beiträgen» (PgB) finanziert der Bund innovative hochschulübergreifende Projekte. Die PH Zürich ist aktuell an 20 PgB-Projekten beteiligt. Was sind das für Vorhaben? Diese Frage wird – Projekt für Projekt – in einer Interview-Serie beantwortet. 

Mirjam Kocher forscht und lehrt an der PH Zürich zu den Themen Kompetenzentwicklung, Unterrichtsqualität und Unterrichtsvideographie. Im Interview spricht sie über das PgB-Projekt «Teams als Lernorte zur Entwicklung des doppelten Kompetenzprofils». 

Mirjam Kocher, worum geht es im Projekt «Teams als Lernorte zur Entwicklung des doppelten Kompetenzprofils»?
Das Projekt «Teams als Lernorte zur Entwicklung des doppelten Kompetenzprofils» fokussiert die Kompetenzentwicklung von Dozierenden im Rahmen von Teamarbeit «on the job» an Pädagogischen Hochschulen (PH) und Fachhochschulen (FH). Bislang wurde die Erfüllung des doppelten Kompetenzprofils, also die Entwicklung von wissenschaftlichen und berufspraktischen Kompetenzen von Leitungspersonen, Dozierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden an PHs und FHs als individuelle Aufgabe betrachtet. Dies stellt eine hohe Anforderung an die einzelnen Personen dar. Mit Partnern der Hochschule Luzern Wirtschaft und der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz gehen wir im vorliegenden Projekt deshalb der Frage nach, wie berufspraktische und wissenschaftliche Kompetenzen in unterschiedlichen Teams verteilt sind und wie Lernen sowie Kompetenzentwicklung im Team stattfindet.

Welchen Beitrag möchte das Projekt leisten?
Die Orientierung an einem Mitarbeitendenprofil, das sich berufspraktisch und wissenschaftlich ausrichtet, ist im Unterschied zu Universitäten ein Kernmerkmal von PHs und FHs. Zur Entwicklung dieser Kompetenzen kommt dem Team als Lernort eine wichtige Rolle zu. Die Zusammenarbeit an komplexen, oft interdisziplinären Fragestellungen, teilweise zusammen mit Praxispartner:innen, trägt zur Kompetenzentwicklung aller Beteiligten bei. Bei der Suche nach Lösungen wird deutlich, welche Kompetenzen individuell oder als Team (noch) zu entwickeln sind. Bislang wurde die Kompetenzentwicklung kaum systematisch als Teamprozess umgesetzt. Hier möchte das Projekt einen Beitrag leisten, indem es ausgewählte Teams mit gezielten Interventionen unterstützt, sich als Lernorte zur (Weiter-)Entwicklung des doppelten Kompetenzprofils «on the job» zwischen Wissenschafts- und Berufspraxis zu verstehen.

Wie gehen Sie vor, um die Fragestellungen zu beantworten und was machen Sie mit den Erkenntnissen?
Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert. Zuerst geht es in der Analysephase darum zu verstehen, welche vielfältigen Kompetenzen die Teammitglieder in ihre Teams an PHs und FHs tragen und gemeinsam als Team anwenden, um ihre Aufgaben zu erfüllen. In den Fokus nehmen wir, wie die Mitglieder der Teams von- und miteinander lernen. Aus den Erkenntnissen entwickeln wir in der zweiten Phase Interventionen zur Förderung von Lernprozessen und zum Aufbau von Kompetenzen in den Teams. Bewährte Massnahmen werden in der dritten Phase dauerhaft in die Personalentwicklung der beteiligten Hochschulen integriert. Momentan liegen erste Interviews zur Analyse vor, deren Ergebnisse als Grundlage zur Interventionsentwicklung dienen.

Das Projektteam ist sehr vielfältig zusammengesetzt. Wer alles ist beteiligt?
Neben den Kolleg:innen der Partnerhochschulen sind wir an der PH Zürich ein engagiertes Team mit Personen aus der Forschung, aus verschiedenen Zentren und Abteilungen der Weiterbildung und einem Begleitgruppenmitglied aus der Ausbildung. Das ist erfrischend, zuweilen auch anstrengend, aber mit Sicherheit lehrreich und horizonterweiternd.

Weitere Informationen

Übersicht über alle aktuellen PgB-Projekte der PH Zürich

Zur Person

Porträtfoto von Dr. Mirjam Kocher

+41 43 305 55 94