Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule (SOGUS):  Ein Projekt zur Förderung des Wohlbefindens von LGBTIQ+-Jugendlichen in Deutschschweizer Schulen

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Das Projekt SOGUS (ehemals «Queerbeet») leistet einen Beitrag zu einer LGBTIQ+- freundlichen Schule als Lern- und Lebensraum, indem das Thema der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt nachhaltig an Schulen verankert wird.

Inhalt dieser Seite

Steckbrief

Projektleitung
Christa Kappler (PHZH), Michèle Amacker (Universität Bern, IZFG)
Projektteam
Monika Hofmann (Universität Bern, IZFG), Janine Lüthi (Universität Bern, IZFG), Ad J. Ott (PHBE)
Organisationseinheit
F-PS-LPP (Lehrberufe und Pädagogische Professionalität)
Projektphase
Abgeschlossen (1.1.2022 – 31.12.2024)
Projekttyp
Forschungs- und Entwicklungsprojekt
Finanzierung
Stiftung Mercator
Beteiligte Institutionen
Universität Bern, Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung; PH Bern

Beschreibung

Die Datenlage zum Wohlbefinden von Schweizer Jugendlichen jenseits der cis-geschlechtlichen und heterosexuellen Norm ist dürftig, es existieren kaum Studien – dies wird deutlich im Recherchebericht «Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in pädagogischen Settings der Deutschschweiz» (Hofmann, Lüthi & Kappler, 2019), der von der Stiftung Mercator Schweiz mitfinanziert wurde. Auch in der Schule ist das Thema der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt nach wie vor wenig präsent. Obwohl die Schule als Lebensraum für eine gesunde Entwicklung von Jugendlichen von grosser Bedeutung ist, machen LGBTIQ+-Jugendliche häufig negative Erfahrungen, fühlen sich unsicher und ausgegrenzt.

Das Projekt SOGUS (ehemals «Queerbeet») verfolgt die Vision, dass LGBTIQ+-Jugendliche sich im schulischen Umfeld wohlfühlen und die Schule als unterstützende und sichere Lern- und Lebensumgebung wahrnehmen. Dafür wird einerseits auf Wissensvermittlung, andererseits auf Sensibilisierung gesetzt. Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren besteht aus zwei Teilen:

  • Im partizipativen Forschungsteil wird zusammen mit LGBTIQ+-Jugendlichen deren Wohlbefinden in schulischen Settings erforscht. Gemeinsam mit den Jugendlichen werden in einem ersten Schritt im Rahmen von interaktiven Workshops Fragestellungen erarbeitet. Basierend auf diesen Fragestellungen wird mit Unterstützung der Jugendlichen eine Online-Umfrage entwickelt und durchgeführt. Ziel ist eine repräsentative Umfrage von Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren in der Deutschschweiz. Weiter beteiligen sich die Jugendlichen, ebenfalls in interaktiven Workshops, an der Auswertung der Umfrage-Ergebnisse.
  • Die Ergebnisse aus dem partizipativen Forschungsteil liefern die Grundlagen und inhaltlichen Schwerpunkte für die Gestaltung des partizipativen Praxisteils. Ziel des Wissenstransfers ist, anhand der Resultate aus dem Forschungsteil partizipativ und an zwei Pilotschulen mit Lehrpersonen, Schüler:innen und Expert:innen (zum Beispiel von «du-bist-du» und/​oder «Milchjugend») Module für ein Wahlfach zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt zu erarbeiten. Wahlfächer sind fakultative Fächer, die jede Schule in unterschiedlicher Anzahl anbietet (zum Beispiel Italienisch, Zehnfingersystem, Bewerbungsschreiben, Sport). In diesen für ein Wahlfach konzipierten Modulen, welche aber prinzipiell auch in Projektwochen und anderen Vertiefungseinheiten Anwendung finden können, werden Themen rund um LGBTIQ+ aufgearbeitet und so aufbereitet, dass sie von allen Lehrpersonen praktisch und konkret übernommen und an die jeweiligen Klassen angepasst werden können.

Das Angebot des Wahlfachs, respektive der Lehrmodule, soll dazu führen, in den Schulen einen Wandel anzuregen: hin zu einer LGBTIQ+-inklusiven Schulkultur, in welcher sexuelle und geschlechtliche Vielfalt normalisiert und LGBTIQ+-Jugendlichen mit Wertschätzung begegnet wird – mit dem Ziel, das Wohlbefinden von LGBTIQ+-Jugendlichen zu verbessern. Geplant ist die Teilnahme von zwei Sekundarschulen aus den Kantonen Bern und Zürich.

Darüber hinaus stellen die Projektleitenden ein Sounding Board zusammen, bestehend aus Personen, die sich in der einen oder anderen Art und Weise mit dem Thema geschlechtliche und sexuelle Vielfalt auseinandersetzen (zum Beispiel Vereine, Forschende, Behörden, Dozierende). Das Sounding Board hat die Funktion, an wichtigen Stellen des Projekts mitzudenken und in den jeweiligen Netzwerken zur Verbreitung der gewonnenen Erkenntnisse beizutragen.

Präsentationen

  • Präsentation am ECER-Kongress 2023 (22. August 2023, Glasgow): Poster «Queer-Friendly Schools»
  • Präsentation am SGBF-Kongress 2023 (29. Juni 2023, Zürich): Poster «Schule unterm Regenbogen»
  • Präsentation bei «Buch am Mittag» (14. Februar 2023, Uni Bern): «Queer in der Schule» (Video)

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Projektergebnisse

Im Projekt SOGUS entstanden aus den beiden Projektteilen heraus spezifische Produkte. Aus dem wissenschaftlichen Teil resultieren ein ausführlicher Forschungsbericht sowie vier Kurzberichte (in deutsch, englisch, französisch und italienisch) zum Erleben und Wohlbefinden von queeren Jugendlichen in Deutschschweizer Schulen (siehe Publikationen). Im Praxisteil wurden Lektionenvorschläge erstellt, welche nun von Lehrpersonen und weiteren pädagogischen Fachpersonen für die Behandlung verschiedener Aspekte von Geschlecht genutzt werden können.

lehrplanq.ch/unterricht

Publikationen

  • Ott, A., Kappler, C. & Hascher, T. (2025) Diversität unter dem Regenbogen. Subjektive Geschlechtszugehörigkeiten und die Wahrnehmung des Schulklimas von LGBTIQ+ Jugendlichen in der Deutschschweiz.

    IIn: Klenk, F. C., Fütty, T. J., Bergold-Caldwell, D. & Akbaba, Y. (Hrsg.), Jahrbuch erziehungswissenschaftliche Geschlechterforschung 2025, Heft 21/2025 «New Gender, Old School? Geschlecht im Kontext Schule» (S. 173–187). 

  • Ott, Ad J., Janine Lüthi, Christa Kappler, Monika Hofmann, Michèle Amacker (2024) «Die Situation von LGBTQ+ Jugendlichen in Deutschschweizer Schulen»

    Forschungsbericht des Projektes SOGUS – Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule». Universität Bern, PH Bern, PH Zürich

  • Ott, Ad J., Janine Lüthi, Christa Kappler, Monika Hofmann, Michèle Amacker (2024) Wie geht es LGBTQ+ Jugendlichen in Deutschschweizer Schulen?

    Kurzfassung des Forschungsberichts. Projekt SOGUS – Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule. Universität Bern, PH Bern, PH Zürich

  • Ott, Ad J., Janine Lüthi, Christa Kappler, Monika Hofmann, Michèle Amacker (2024) How are LGBTQ+ youth doing in Swiss German schools?

    Summary of the research report. Project SOGUS – Sexual orientation, gender, and school. Universität Bern, PH Bern, PH Zürich

  • Ott, Ad J., Janine Lüthi, Christa Kappler, Monika Hofmann, Michèle Amacker (2024) Comment se portent les jeunes LGBTQ+ dans les écoles suisses alémaniques?

    Résumé du rapport de recherche. Projet SOGUS – Orientation sexuelle, genre et école. Universität Bern, PH Bern, PH Zürich

  • Ott, Ad J., Janine Lüthi, Christa Kappler, Monika Hofmann, Michèle Amacker (2024) Come sta la gioventù LGBTQ+ nelle scuole della svizzera tedesca?

    Sintesi del rapporto di ricerca. Progetto SOGUS – Orientamento sessuale, genere e scuola. Universität Bern, PH Bern, PH Zürich

Kontakt

Porträtfoto von Dr. Christa Kappler

+41 43 305 68 14

Prof. Dr. Michèle Amacker

Universität Bern, IZFG