Challenge – Unterstützung von Schulen im Kanton Zürich im Umgang mit auffälligem Verhalten
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Inhalt dieser Seite
Steckbrief
- Projektleitung
- Reto Luder (PHZH), André Kunz (PHZH)
- Projektteam
- Roger Keller (PHZH), Mirjam Nievergelt (PHZH, ehemalige Mitarbeiterin)
- Organisationseinheit
- F-BW-IGS (Inklusion und Gesundheit in der Schule)
- Projektphase
- Abgeschlossen (1.1.2022 – 31.1.2026)
- Projekttyp
- Forschungs- und Entwicklungsprojekt
- Finanzierung
- Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Volksschulamt
Beschreibung
Der Umgang mit auffälligem Verhalten von Schülerinnen und Schülern stellt für viele Schulen eine grosse Herausforderung dar. Das Zentrum Inklusion und Gesundheit der PH Zürich unterstützt im Auftrag des Volkschulamts Schulen bei der Selbsteinschätzung ihrer eigenen Praxis im Umgang mit auffälligem Verhalten.
Das an Volksschulen im Kanton Zürich gerichtete Angebot besteht aus zwei Teilen.
- Der erste Teil umfasst eine Bedarfserhebung. Das ganze Schulteam interessierter Schulen kann durch die Onlineanwendung eines Selbsteinschätzungstools den eigenen Bedarf im Umgang mit auffälligem Verhalten von Schülerinnen und Schülern erheben. Mit diesem ersten Schritt erhalten teilnehmende Schulen einen Auswertungsbericht zur freien Verwendung, der in Beziehung gesetzt wird mit anderen Zürcher Schulen, die sich im gleichen Themenbereich auf den Weg gemacht haben. Das Angebot ist kostenlos.
- In einem zweiten Teil kann jede Schule selbstständig festlegen, ob sie im Projekt weitermachen möchte oder nicht. Weiterhin teilnehmende Schulen erarbeiten begleitet individuelle Massnahmen, die in einem nächsten Schritt schulspezifisch erprobt und vom Projektteam evaluiert werden. Die Kosten für die Begleitung durch das Projektteam übernimmt das Volksschulamt. Die Kosten für die Umsetzung der Massnahmen tragen die Schulen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, gleich von Beginn an ins Projekt Challenge einzusteigen. Dann wird bereits das Selbsteinschätzungstool spezifisch auf die interessierte Schule massgeschneidert.
Kontaktformular für Anmeldung
Füllen Sie für eine effiziente Kontaktaufnahme bitte das Formular aus.
Fragen im Zusammenhang mit dem Projekt beantworten wir auch gerne ohne das Anmeldeformular. Kontaktieren Sie uns mit einer E-Mail an
Vernetzungsangebot
Um Wissen zur Verfügung zu stellen und um in einen Austausch zu kommen, bietet das Challenge-Projektteam an, aktuell interessierte, teilnehmende Schulen und Schulen die bereits teilgenommen haben, zu vernetzen. Gelangen Sie zur entsprechenden Microsoft Teams-Umgebung die es möglich macht, Inhalte zu teilen und sich zu auszutauschen:
Weitere Informationen und Downloads
- Flyer zum Projekt
- Einblick ins Selbsteinschätzungstool: Coreset zur Ansicht mit Beispielfragen für einen schulspezifischen Teil
- Abschliessender Projektbericht Stadt Zürich: «Projektbericht Zürich»
- Abschliessender Projektbericht Stadt Winterthur: «Projektbericht Winterthur»
Projektergebnisse
Das Projekt Challenge wurde von 2022 bis 2026 im Auftrag des Volksschulamts des Kantons Zürich durchgeführt. Ziel war es, Schulen im Umgang mit auffälligem Verhalten von Schülerinnen und Schülern zu unterstützen. Kern des Projekts bildete eine datengestützte Selbsteinschätzung auf Ebene ganzer Schulteams.
Die teilnehmenden Schulen erhielten einen standardisierten Fragebogen, der verschiedene Aspekte erfasste: Wie häufig treten auffällige Verhaltensweisen im Schulalltag auf? Wie belastet fühlen sich die Mitarbeitenden? Wie schätzen sie ihre eigene Wirksamkeit in der Klassenführung und Förderung ein? Wie erleben sie das Schulklima und die kollegiale Unterstützung? Die Auswertung lieferte den Schulen eine strukturierte Grundlage für die gemeinsame Reflexion im Team. Anders als bei einer externen Schulevaluation stand nicht die Bewertung einzelner Schulen im Vordergrund, sondern der datengestützte Austausch über Belastungen, Ressourcen und pädagogische Haltungen. Die Ergebnisse zeigten schulinterne Wahrnehmungen und machten Unterschiede im Team sichtbar. Insgesamt nahmen zwischen 2023 und 2025 26 Schulen teil. Die Daten konnten mit Ergebnissen aus einer ersten Durchführung des Projekts im Jahr 2018 verglichen werden, an der 15 Schulen aus städtischen Kontexten teilgenommen hatten. Da es sich um zwei unterschiedliche Schulgruppen handelt, bilden die Vergleiche übergreifende Muster und Tendenzen ab.
Die Ergebnisse zeigen, dass Schulklima und kollegiale Unterstützung in den beteiligten Schulen insgesamt stabil bis positiv ausgeprägt sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass Lehrpersonen ihre eigene Wirksamkeit in der Klassenführung und Förderung zurückhaltender einschätzen als noch vor einigen Jahren. Bei der Belastung zeigt sich kein genereller Anstieg, aber eine grössere Bandbreite. Während manche Personen sich kaum belastet fühlen, erleben andere deutlich höhere Belastungen. Entscheidend für die Einordnung ist, dass auffälliges Verhalten im Schulalltag weniger durch einzelne Eskalationen wirkt als durch seine dauerhafte Präsenz im Unterrichtsgeschehen.
Die Selbsteinschätzung schuf einen niederschwelligen Zugang, um genau diese Alltagserfahrungen im Team zu thematisieren. Auf Wunsch einzelner Schulen wurden zudem schulspezifische Massnahmen wissenschaftlich begleitet. Dazu gehörten etwa erweiterte Lernorte als entlastendes Angebot für Schülerinnen und Schüler mit herausforderndem Verhalten, Time-In-Ressourcen durch Fachpersonen in besonders herausfordernden Situationen sowie Raumangebote zur Entspannung und Regulation. Weitere Schulen arbeiteten an gemeinsamen pädagogischen Haltungen und überarbeiteten daraufhin ihre sonderpädagogischen Konzepte.
Die Erfahrungen aus dieser Begleitung zeigen, dass weiterführende Massnahmen vor allem dann realisiert wurden, wenn sie an bestehende Strukturen anschliessen konnten. Summarisch hat sich das Projekt Challenge insbesondere als Reflexions- und Orientierungsinstrument bewährt und in einzelnen Fällen auch als Ausgangspunkt für weiterführende Schulentwicklungsprozesse gedient.
Publikationen
Nievergelt, Mirjam, Reto Luder, André Kunz und Roger Keller (2026) Projekt Challenge – Unterstützung von Schulen im Umgang mit auffälligem Verhalten: Schlussbericht.
Zürich: Pädagogische Hochschule Zürich.
Kunz, André, Reto Luder, Mirjam Nievergelt und Roger Keller (2026) Gemeinsam zu einer inklusiven gesunden Schule: Kooperation von Schulen und Forschung im Umgang mit auffälligem Verhalten.
In: Handbuch Förderschwerpunkt emotional-soziale Entwicklung, Hrsg. Reinhard Markowetz, Gino Casale, Thomas Hennemann und Dennis Hövel, 1227–1232. 1. Auflage. Weinheim: Beltz Juventa.
Nievergelt, Mirjam, Reto Luder, André Kunz und Claudia Corrado (2025) Erweiterte Lernorte im Regelschulsetting.
Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik 31, Nr. 03: 31–37.