PgB-Projekt : «Lust machen auf Digitales»
Mit den projektgebundenen Beiträgen (PgB) finanziert der Bund innovative hochschulübergreifende Projekte. Die PH Zürich ist aktuell an 20 PgB-Projekten beteiligt. Was sind das für Vorhaben? Diese Frage wird – Projekt für Projekt – in einer Interview-Serie beantwortet.
Jürg Fraefel leitet an der PH Zürich den Bereich Digital Learning und ist Dozent für Medienbildung. Er leitet das Projekt «digibasics – Basiskompetenzen für Studierende in einer digitalen Gesellschaft» , an dem sich sechs Pädagogische Hochschulen beteiligen.
Jürg Fraefel, worum geht es im Projekt «digibasics – Basiskompetenzen für Studierende in einer digitalen Gesellschaft»?
«digibasics» ist ein Förderprogramm für Studierende zur Vertiefung ihrer digitalen Kompetenzen im Hinblick auf ihr Studium und ihren künftigen Beruf als Lehrperson. Zu den digitalen Kompetenzen gehört beispielsweise die Fähigkeit, mit digitalen Tools kommunizieren und kooperieren zu können. Im Projekt entwickeln sechs Pädagogische Hochschulen – die PHs Graubünden, Schaffhausen, Thurgau und Zürich sowie die Fernfachhochschule Schweiz und die Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik – gemeinsam ein interaktives Online-Lernangebot und gestalten Massnahmen zu dessen Integration in die Lehre. «digibasics» ermöglicht, sich mithilfe anwendungsorientierter Selbsttests mit den eigenen Kompetenzen auseinanderzusetzen. Fehlende Kompetenzen können mit interaktiven Lernressourcen bedarfsorientiert erworben werden. Darüber hinaus will «digibasics» ein grundlegendes Verständnis für das Digitale in Bildungsprozessen schaffen – inklusive eines Einblicks in die Themen des Modullehrplans Medien und Informatik – und das Interesse wecken, sich darauf einzulassen.
Weshalb braucht es ein Angebot, das ein solches grundlegendes Verständnis fördert?
Studierende bringen je nach Werdegang sehr unterschiedliche Kompetenzen mit ins Studium. Die Kompetenzen von Studierenden ab Gymnasium unterscheiden sich zuweilen von denjenigen der Studierenden mit einer Berufslehre und Berufsmaturität. Die Vorkenntnisse der älteren Quereinsteigenden sind je nach beruflichem Hintergrund nochmals deutlich verschieden. «digibasics» adressiert diese Herausforderung und stellt ein massgeschneidertes Angebot für die verschiedenen Lernbiografien bereit. Der Umgang mit digitalen Medien erfolgt situiert, anhand konkreter «Praxisaufgaben» im Kontext des Studiums und in Situationen aus dem künftigen Berufsalltag. «digibasics» kann im Selbststudium genutzt werden oder idealerweise im Rahmen einer Lehrveranstaltung, beispielsweise in einem Blended-Learning-Format.
Was steht zurzeit an?
Momentan entwickeln sechs Modulgruppen die Lerninhalte für einen Prototyp. Ab dem Herbstsemester soll der Prototyp in den sechs Partnerhochschulen in diversen Lehrangeboten eingesetzt werden. Weiter läuft der Aufbau der interaktiven Webplattform in Zusammenarbeit mit einer externen Kreativagentur. Es soll eine sorgfältig gestaltete, einladende und übersichtlich strukturierte Plattform entstehen, denn wir sind überzeugt: «Das Auge lernt mit.» Die Lernplattform soll Lust machen, in digitale Inhalte einzutauchen. Die Übersichtlichkeit und einfache Suchfunktionen ermutigen dazu, zur Plattform zurückzukehren.
Weshalb ist es wichtig, dass der Prototyp schon möglichst früh in Lehrveranstaltungen getestet wird?
Der Erfolg von «digibasics» hängt unter anderem davon ab, wie sehr das Lernangebot in den Lehrveranstaltungen des Studiums genutzt wird. Dozierende aller Fachschaften haben die Möglichkeit, «digibasics» in ihren Modulen einzusetzen. Dazu können sie an der Pilotierung im Herbstsemester 2022 teilnehmen. Sie erhalten Unterstützung beim Einsatz der Plattform und nach Wunsch können auf ihr Fach zugeschnittene Praxisaufgaben entwickelt werden. «digibasics» soll bei den Studierenden und den Dozierenden Lust machen auf Digitales und einen Einblick in Medienbildung und Informatik bieten. Der digitale Wandel findet transversal in allen Lebensbereichen statt und das Digitale bildet einen integralen Bestandteil der heutigen Lehrprofession.


