Kommission Diversity_Gender

Die PH Zürich anerkennt und nutzt die gesellschaftliche Vielfalt ihrer Mitarbeitenden und Studierenden. Alle Personen werden in ihrer Einmaligkeit respektiert und wertgeschätzt, unabhängig von Geschlecht, kulturelle Herkunft, Alter, Gesundheitszustand, Weltanschauung, Lebensstil oder sexueller Orientierung. Ihre Begabungen und Potentiale werden wahrgenommen und in Arbeits- und Lernprozessen berücksichtigt.

Die Hochschulleitung, Mitarbeitende und Studierende berücksichtigen Vielfalt und Chancengleichheit bei ihren hochschulbezogenen Tätigkeiten, gestalten vielfältige Handlungsräume und nutzen Diversity als Innovationsfaktor.

Die Kommission Diversity_Gender unterstützt die Hochschulleitung darin, die Unterschiedlichkeit ihrer Angehörigen zu erkennen und zu entwickeln und diese zum allseitigen Vorteil zu nutzen. Dadurch soll Diskriminierungen aufgrund von Unterschieden vorgebeugt werden.

Schwerpunkte

Seit Jahrzehnten sind gerechte Chancenverteilung in Bildungswesen und Arbeitswelt ein Thema. Ungleichheiten von Zugangs- und Berufschancen haben sich verringert, aber nicht aufgelöst. Diverse Mechanismen bremsen eine gerechte Chancenverteilung in Laufbahnen und Arbeitsrealitäten.

Chancengleichheit an der PH Zürich meint:

  • Chancengleichheit von Mitarbeitenden und Studierenden wahren, 
  • gerechte Verteilung von Zugangs- und Berufschancen fördern,
  • Mitarbeitende und Studierende für Chancengleichheit sensibilisieren.

Bundesprogramm «Chancengleichheit an den Fachhochschulen»

2013–2016 läuft das Bundesprogramm «Chancengleichheit an den Fachhochschulen». Konkrete Massnahmen sollen Bildungschancen ausgleichen, Nachwuchs auf allen Stufen fördern und in Bereichen wirken, in denen Frauen oder Männer untervertreten sind. Ziel des Bundesprogramms ist, dass sich Menschen ungeachtet Geschlechts, Alters, sozialer oder religiöser Herkunft oder Behinderungen in ihren Potentialen entfalten können.

Berufs- und Studienwahl

Die Berufswahl von Jugendlichen verläuft mehrheitlich geschlechtertypisch. Informatik-Lehrstellen sind z.B. fast ausschliesslich Stellen für Männer, hingegen gibt es fast nur Frauen in der Ausbildung zur Fachperson Betreuung. Es zeigt sich: Drei Viertel der jungen Frauen sind in lediglich 12 Berufen zu finden, die jungen Männer hingegen in immerhin 30 Berufen (Quelle: Kanton ZH). Auch der familiäre Hintergrund wirkt auf Berufs- und Studienwahl. Etwa haben Kinder aus Akademikerfamilien höhere Chancen, Gymnasium und Hochschule zu besuchen, als Kinder aus nichtakademischen Familien.

Zukunftstag

Wie ist es jenseits von Stereotypen? Um das zu erleben, führt die Kommission Diversity_Gender den Nationalen Zukunftstag durch. Mädchen und Jungen erfahren an diesem Tag die Berufswelt der PH Zürich hautnah und setzen sich mit Berufs- und Lebensperspektiven auseinander.

Mentoring

Die Mentoringprogramme der ZFH unterstützen Mitarbeitende bei ihrer Laufbahn.

«Das Gesetz sorgt für die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit» (vgl. Bundesverfassung der Schweiz (Art. 8) und Gleichstellungsgesetz). Der Bund unterstützt Massnahmen der Fachhochschulen zur Gleichstellung der Geschlechter (Fachhochschulverordnung, Art. 16cbis).

Konkret bedeutet das: an einer Hochschule soll es ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis geben. Dies betrifft Studierende, wissenschaftlichem Personal (assistierende und wissenschaftliche Mitarbeitende, Dozierende, Professor_innen) sowie administratives, technisches und betriebliches Personal.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben

Frauen und Männer kommen in der Arbeit und im Privatleben unterschiedlich vor. Frauen sind seltener in Führungspositionen: Obwohl sie 44 Prozent der Erwerbstätigen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ausmachen, sind Frauen im oberen und unteren Kader nur mit 20 Prozent vertreten (Stand 2010). Studien zeigen, dass ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter von Vorteil ist. Dennoch sind Frauen überdurchschnittlich in Familienmodellen eingebunden, in denen Männer Vollzeit und Frauen Teilzeit arbeiten. Immerhin: die Anzahl der Eltern mit Vorschulkindern, die gemeinsam die Kinder betreuen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. (2016 sind es 15 Prozent.)

Die PH Zürich engagiert sich als familienfreundliche Hochschule für ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter in folgenden Arbeitsfeldern:

  • Das Mentoring-Programm «Frauen in Führungspositionen»  bringt Frauen in leitende Positionen der Zürcher Fachhochschule.
  • Im Verein «Männer an die Primarschule» wirken wir gegen Vorurteile über Männer in der Arbeit mit Kindern.
  • Als familienfreundliche Hochschule bringt die PH Zürich Erwerbs- und Familienzeit in Einklang.
  • Mit der Fachstelle UND berät die Kommission Diversity_Gender bei Fragen zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben; die Angebote finden Sie in einem Flyer.

In der Schweiz ist barrierefreier Zugang zu staatlichen Einrichtungen gesetzlich vorgeschrieben, aber die hindernisfreie Hochschule noch nicht Alltag. Noch bestehen an Schweizer Hochschulen Hindernisse, die Menschen mit Behinderung das Studium erschweren oder verunmöglichen.

Eine Benachteiligung liegt gemäss BehiG vor, «wenn Behinderte rechtlich oder tatsächlich anders als nicht Behinderte behandelt und dabei ohne sachliche Rechtfertigung schlechter gestellt werden als diese, oder wenn eine unterschiedliche Behandlung fehlt, die zur tatsächlichen Gleichstellung Behinderter und nicht Behinderter notwendig ist.» Die Bundesverfassung (Art. 8) sowie das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) fordern Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Die Kommission Diversity_Gender der PH Zürich setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung Zugang zu Studium und Arbeitstätigkeit haben. Sie sucht nach individuellen Lösungen und Hilfestellungen, auch bei psychischen und chronischen Erkrankungen. Nach Möglichkeit und dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewährt die PH Zürich einen allfälligen Nachteilsausgleich.

Personelle Vielfalt macht den Alltag bunt. Wir sind Menschen, die zusammen leben, arbeiten und studieren. Dies ist unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Identität und Orientierung, Familienverständnis, ethnischer Zugehörigkeit, Lebens- und Liebensform, körperlicher und psychischer Verfassung, Sprache, religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugungen, nationaler Herkunft oder sozialer Stellung.

Diversity Management...

  • bedeutet ein rundes Zusammenspiel personeller Vielfalt in Organisationen und ein gleichberechtigtes Nebeneinander. Werden individuelle Kompetenzen, Eigenschaften und Perspektiven einbezogen und genutzt, führt dies zu einem Gewinn an Human- und Wissenspotenzial; es steigert die Arbeitszufriedenheit und stabilisiert Arbeitsteams.
  • entwickelt eine Unternehmenskultur, die Vielfalt anerkennt, sichert Chancengleichheit, nutzt Potenziale wie Kreativität, Wissen sowie Teambildung und fördert Innovationen.

Die PH Zürich respektiert und anerkennt personelle Vielfalt, Ungleichheit, Verschiedenheit und Individualität ihrer Mitarbeitenden und Studierenden. Sie bietet Raum, sowohl Besonderheiten wie auch Gemeinsamkeiten zu leben und zu entwickeln. Die Diversity Policy hält diese Grundsätze als Leitlinien fest.

Projekt «Norma»

«Norma» thematisiert Vielfalt und Heteronormativität. Norma reflektiert betriebliche Alltagsnormen im Hinblick auf Familienaufstellungen und Geschlechteridentitäten. Mutter, Vater, Kinder bedeutet «Familie» – Patchworkfamilien dagegen oder Familien etwa mit drei Vätern ohne Mütter werden selten bedacht. Ebenso dominiert in Beispielen mit sozialen Genderidentitäten die Einteilung in Frau und Mann. Es gibt mehr als zwei Geschlechter, heterosexuelle Orientierung und Mutter-Vater-Kind-Familien. Das Thema LGBTI* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle und andere) ist im pädagogischen Bereich stark tabuisiert. «Norma» kitzelt fixe Konzepte in unseren Köpfen und unserem emotionalen Empfinden.

Gleichstellung betrifft uns alle: Wir haben Vorstellungen von «Normalität», was stets Ausschluss von anderen Menschen bedeutet. Gleichzeitig wollen wir dieselben Rechte und Freiheiten wie andere haben und vor Diskriminierung geschützt sein.

Diskriminierung bedeutet, Menschen aufgrund individueller oder gruppenspezifischer Merkmale daran zu hindern ihre Rechte auszuüben. Sowohl die Menschenrechtserklärung (Art. 2) als auch die Bundesverfassung der Schweiz (Art. 8) halten fest: Jeder Mensch hat gleiche Rechte und Freiheiten, unabhängig etwa von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit, Lebens- und Liebensform, körperlicher und psychischer Verfassung, Sprache, religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugungen, nationaler Herkunft oder sozialer Stellung.

Die Kommission Diversity_Gender sensibilisiert für Gleichstellung und schützt vor Diskriminierung: durch Expertisenaufbau, Prävention und Beratung. Sie initiiert und begleitet die PH Zürich dabei.

Mit Kampagnen wie «Stellen Sie sich vor» regt die Kommission zum Hinterfragen von Vorstellungen und Stereotypen an. Der Gender Studies Preis fördert die Geschlechterforschung an der Zürcher Fachhochschule. Auch geschlechtergerechte Sprache steht im Fokus. Hiermit fördert unsere Hochschule Diversity- und Genderkompetenz und beugt Diskriminierungen vor.

Wozu das Ganze? Argumentationshilfe

Gleichstellungspolitik kontrovers: Eine Argumentationshilfe der Friedrich Ebert-Stiftung

Zusätzliche Informationen

Kontakt

Kommission Diversity_Gender

Tel. +41 43 305 50 92
diversity@phzh.ch

Dokumente

Leitfaden «Geschlechtergerechte Sprache»

Diversity Policy an der PHZH