Der Lotteriefonds unterstützt neue Projekte des IPE

16.12.2016

Das IPE freut sich über die Zusage für ein Bildungsprojekt für Flüchtlingskinder und für ein Projekt zur Demokratiebildung

Beim Projekt «Children of Refugees in Education» (CORE) geht es um die Förderung  von Life Skills und überfachliche Kompetenzen von Flüchtlingskindern. Ziel ist es, das Selbstvertrauen von Kindern und Jugendlichen, die in einem äusserst unsicheren Umfeld leben, zu stärken und sie so gut wie möglich auf die Integration in einem neuen Land vorzubereiten.

Stärkung der Herkunftssprache als Basis für das Erlernen einer neuen Sprache

Der Unterricht findet deshalb in der Herkunftssprache der Knaben und Mädchen statt. Denn nur wenn ein Kind seine Muttersprache einigermassen beherrscht, kann es schnell eine neue Sprache lernen und sich an einem fremden Ort einleben. Das CORE-Projekt geht in seiner Grundlage vom Recht des Kindes auf Bildung aus (Artikel 28 und 29 in der Kinderrechtskonvention).

Das Zentrum IPE wird in Kooperation mit seinen internationalen Partnern in den  Flüchtlingscamps in Amygdaleza (Griechenland), Gevgelija (Mazedonien), Presevo (Serbien), Hatay (Türkei) und Mineo (Italien) tätig sein.

Entwicklung von Lernmaterialien und Weiterbildung von Lehrpersonen

Für den CORE-Unterricht werden zusammen mit Experten Lernmaterialien zu Themen wie Sozialkompetenz, Konfliktlösungsfähigkeit, Umgang mit Belastungen, Durchhaltevermögen, kritisches Denken, Empathie und  Kommunikationsfähigkeit entwickelt.

Die Unterrichtsmaterialien werden in Englisch geschrieben und voraussichtlich in die fünf migrationssprachen Arabisch, Kurdisch, Dari und Paschto (Afghanistan) sowie Tigrinya (Eritrea und Somalia) übersetzt.

Die Lernmaterialien sind so gestaltet, dass ein Kind auch ohne die Begleitung einer Lehrperson mit ihnen arbeiten kann. Im Idealfall werden die Kinder aber von Lehrpersonen und Sozialarbeitenden, die vom IPE eine Weiterbildung zu den CORE-Materialien erhalten haben, unterrichtet.

Unterricht auch für Flüchtlingskinder in der Schweiz

Nebst der Arbeit in den Flüchtlingslagern, also im non-formalen Bildungsbereich, fokussiert das CORE-Projekt auch auf die formale Bildung in den Auffangzentren und Schulen der jeweiligen Ankunftsländer der Flüchtlingskinder. Ziel ist, dass in einigen, noch zu bestimmenden Zentren und Schulen, ebenfalls mit den CORE-Lernmaterialien unterrichtet wird. Die Materialien werden nicht nur in gedruckter Form sondern auch digital auf einer speziell entwickelten, mehrsprachigen Website zur Verfügung gestellt.

Eine wichtige Komponente des Projektes ist die Kontaktaufnahme mit den Bildungsministerien und den Schulbehörden in den fünf Projektländern. Sie spielen bei der einer möglichen Verankerung des CORE-Programms in die Flüchtlingslager und Schulen eine wichtige Rolle. Geplant ist ebenfalls eine Begleitstudie zur Wirksamkeit des Lernens mit den CORE-Materialien.

Projekt zur Produktion von Videos zum Thema Partizipation

Beim zweiten bewilligten Projekt des Lotteriefonds handelt es sich um die Produktion von Schulungsvideos für Schulleitende und Eltern im Bereich der Demokratiebildung in Südosteuropa. Dabei geht es um die Frage, wie man ein partizipatives Zusammenleben von verschiedener Generationen im öffentlichen Raum, in der Schule und in der Familie ermöglicht.

Vielen Bildungsverantwortlichen in Südosteuropa ist es klar, dass die Erziehungs- und Bildungsansätze den neuen, demokratischen Strukturen angepasst werden müssen. Haltungsfragen und Hintergrundwissen zur Demokratieentwicklung sind oft bekannt, es besteht aber ein grosser Bedarf nach konkreten Beispielen für die Umsetzung.

Im Rahmen des nun bewilligten Projektes wird das Zentrum IPE kurze Videosequenzen erarbeiten, die Möglichkeiten von Partizipation in verschiedenen Lebenssphären von Kindern und Jugendlichen illustrieren. Die Videos dienen als Anschauungsmaterial sowohl für Schulleitende, Lehrpersonen und Eltern.

Auf der vom IPE in vorgängigen Projekten entwickelten, mehrsprachigen Webseite www.living-democracy.com sowie länderspezifischen Webseiten (Englisch, Griechisch, Albanisch, Serbisch und Makedonisch bereits online, 2017 auch Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Rumänisch, Ukrainisch und Deutsch) werden diese Videosequenzen dann online kostenlos zur Verfügung gestellt.